Wasser Mars_ch !

VON Dr. Wolf SiegertZUM Mittwoch Letzte Bearbeitung: 4. März 2004 um 09 Uhr 43 Minuten

 

Wasser auf dem Mars!
Im friedlichen Wettkampft zwischen ESA und NASA wird nach Beweisen für das Vorkommen von Wasser auf dem Planeten Mars gesucht. Schon die Raumsonde Global Surveyor hatte 1997 Bilder aus der Umlaufbahn des Roten Planeten gesendet, die auf Grund von Oberflächenstrukturen zu Spekulationen über das Vorhandensein von Wasser Anlass gaben. Danach hatte die Sonde Mars Odyssey im Jahr 2002 Messungen vorgenommen, die auf das Vorhandensein größerer Wassereis-Schichten hindeuteten. Doch die Beweise fehlten: bis jetzt.

Die europäische Raumsonde Mars Express hat auf der südlichen Polkappe des Mars Wasser-Eis entdeckt, teilte die Europäischen Raumfahrtagentur ESA mit. Die Daten stammen aus Messungen mit dem OMEGA (Visible and Infrared Mineralogical Mapping Spectrometer), einer Kombination aus Kamera und Infrarot-Spektrometer.

OMEGA ermittelt die Bodenzusammensetzung durch die Kombination von sichtbarem und infrarotem Licht mit einer Wellenlänge zwischen 0,5 und 5,2 Mikrometer. Bei den ersten Messungen der südlichen Polkappe der Marsoberfläche am 18. Januar habe das Messgerät gefrorenes Wasser (H2O-Eis) und CO2-Eis gemessen. Das Ergebnis konnte mit dem Planetary Fourier Spectrometer (PFS) bestätigt werden. Das hochauflösende Spektrometer soll Messungen an der Marsatmosphäre vornehmen, die zu 95 Prozent aus CO2 besteht.

So die Meldung 43939 des Heise Newstickers vom 23. Januar 2004.

Die Reaktion der Amerikaner blieb gedämpft, wie am gleichen Tag war auf der Webseite des ZDF nachzulesen war:

Die US-Weltraumbehörde NASA begrüßte die Ergebnisse der ESA ebenfalls, bezeichnete die Entdeckung von Wasser auf dem Mars jedoch als keine große Neuigkeit. Die NASA-Sonde "Mars-Odyssey", die den Roten Planeten seit 2001 umrunde, habe bereits große Mengen gefrorenen Wassers im Norden und Süden des Planeten entdeckt, sagte der Mars-Programmdirektor der NASA, Orlando Figueroa, dem Fernsehsender CNN. "Deshalb ist es keine Neuigkeit, aber wir sind froh, dass ihr Satellit auch in der Lage ist zu sagen, wo es ist."

Dann, Anfang März, schlug die Stimmung um. Nachfolgend ein Zitat aus dem Weblog des WDR vom 2. März 2004:

Der amerikanische Mars-Rover Opportunity hat klare Hinweise gefunden, dass auf der Marsoberfläche einst Wasser geflossen ist. Das gab der NASA-Wissenschaftler Steve Squyres am Dienstag bekannt: "Flüssiges Wasser floss einst über diese Felsen. Das hat ihre Beschaffenheit und ihre Chemie verändert." Der Mars sei einst feucht genug gewesen, um Leben zu unterstützen. Bei der Entdeckung habe auch das deutsche Mössbauer-Spektrometer geholfen, sagte er. Mit dem Mössbauer-Spektrometer konnten wasserhaltige Eisensulfate nachgewiesen werden, die sich womöglich in einem sauren Gewässer oder in der Nähe von sauren heißen Quellen gebildet haben.

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Wasser als die Quelle des Lebens - von vergangenem Leben auf dem Mars? Während im friedlichen Wettbewerb um Antworten auf diese Frage gekämpft wird, wird an anderen Stellen der Kampf um die Quellen des Wassers auf der Erde als wichtigste Ursache der grossen Kriege des 21. Jahrhundert benannt. Während manche gar meinen, die Mars-Missionen markiere den Anfang des Endes des Lebens auf der Erde, hier zum Schluss ein anderes Zitat von Claudio Armbruster im Zusammenhang mit einer Sendung des ZDF vom 17. Januar 2003 über den "Kampf um das Wasser" aus der Reihe: aspekte-über.morgen:

Kostbares Wasser im Abfluss
Schon Erich Kästner spottete, dass Deutschland "ein gebildeter Stern mit sehr viel Wasserspülung" sei. Nur fünf Liter von den verbrauchten 160 Litern Trinkwasser werden tatsächlich getrunken. In Mexico-City liegt der Durchschnittsverbrauch sogar bei 300 Litern am Tag. Der krasse Gegensatz: 1,7 Milliarden Menschen haben keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser. In besonders wasserarmen Gegenden wird das Wasser privatisiert und zu horrenden Preisen verkauft - das führte in Sao Paulo z.B. schon zu blutigen Auseinandersetzungen.

Wasserkriege
Zu Beginn der 90er Jahre sagten einige Wissenschaftler Wasserkriege für das 21. Jahrhundert voraus, eine Prophezeiung, die nicht zuletzt von den Medien häufig beschworen wird. Weltweit gibt es 261 grenzüberschreitende Flüsse, sie stellen 60 Prozent der weltweiten Wasserressourcen; Nutzungskonflikte zwischen den Anrainerstaaten sind da vorprogrammiert.
Vor allem im Nahen Osten droht die Gefahr eines Wasserkrieges. Dort wurde schon einmal um das Wasser gekämpft: Die beabsichtigte Ableitung der Quellwasser des Jordan nach Syrien und Jordanien war ein Grund für den Sechstage-Krieg 1967. Und es gibt noch weitere Beispiele: Der Bau des syrischen Tabqa-Dammes brachte 1975 Syrien und Irak an die Schwelle eines Krieges; der Bau türkischer Dämme am Euphrat in den 90er Jahren verschärfte die Spannungen zwischen der Türkei und Syrien.

Das Trinkwasser wird knapper
Kriege ums Wasser haben eine lange Geschichte: Vor 4500 Jahren bekämpften sich im Zweistromland die Stadtstaaten Lagash und Gumma wegen des kostbaren Wassers des Tigris. Heute wird das Trinkwasser weltweit immer knapper - es ist sozusagen das "schwarze Gold" der Zukunft. Werden die Kriege der Zukunft also nicht mehr ums Öl geführt werden, sondern ums Trinkwasser?
Auf dem Gipfel im Sommer 2002 in Johannesburg wurde "beschlossen", dass bis 2015 die Zahl der verdurstenden Menschen halbiert werden soll. Nur wie? Der Traum der Trinkwasserkonzerne, Wasser künstlich im Labor herzustellen, wird wohl immer ein Traum bleiben.
Doch stattdessen wird schon bald Süßwasser aus regenreichen Gebieten in trockene Gegenden transportiert werden: Riesige Supertanker, die Milliarden Liter in überdimensionalen Wassersäcken über die Ozeane bringen können, sowie lange Wasserpipelines sind in Planung. Die Parallelen zum Öl - dem "alten" schwarzen Gold - sind nicht zu übersehen. Der Unterschied ist allerdings noch deutlicher: Beim Öl geht es um einen Lebensstil - beim Süßwasser geht es ums nackte Überleben


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