DLF-Hörerbeteiligungen: hic et nunc

VON Dr. Wolf SiegertZUM Freitag Letzte Bearbeitung: 14. August 2018 um 00 Uhr 03 Minutenzum Post-Scriptum

 

Auch in diesem Beitrag geht es um Hörerbeiträge. Im Kleinen, im Konkreten, im Alltäglichen. Und das schon hier und heute, an jedem Tag der Woche.

Auf der DLF-Seite: Sendungen mit Hörerbeteiligung werden diese wie folgt zusammengefasst in der Reihe: "Journal am Vormittag":

Montag • 10:10 Uhr: Journal am Vormittag - Kontrovers
(E-Mail: kontrovers@deutschlandfunk.de)

Dienstag • 10:10 Uhr: Journal am Vormittag - Sprechstunde
(E-Mail: sprechstunde@deutschlandfunk.de)

Mittwoch • 10:10 Uhr: Journal am Vormittag - Länderzeit
(E-Mail: laenderzeit@deutschlandfunk.de)

Donnerstag • 10:10 Uhr: Journal am Vormittag - Marktplatz
(E-Mail: marktplatz@deutschlandfunk.de)

Freitag • 10:10 Uhr: Journal am Vormittag - Lebenszeit
(E-Mail: lebenszeit@deutschlandfunk.de)

und das sind sie noch beileibe nicht alle, nicht einmal im Deutschlandfunk [1] .

An diesem Freitag ist Andreas Stopp aber nicht nur für den interaktiven Teil von "@mediasres" auf Sendung, sondern auch für eine Sendung zum Thema: "Mit dem Rucksack durch Europa. Reiseerlebnis Interrail - früher und heute" [2]

10:10 Nettes Musik-Intro. Ansage der Mitmach-Rufnummer: 00800-4464 4464. Einladung einer "ganzen Gästeschar": Cara hat "bis auf eine Ausnahme" nur gute Erfahrungen gemacht. Manfred ist ein "Interrail-Champion", seit 1987 im Guniness-Buch der Rekorde mit über 36.060 Kilometer. Peter: "ich wollte einfach reisen," mit über 100 Zügen in über 10 Ländern: hat das "Faszination Interrail"-Buch geschrieben. Ferry ist Verkehrswissenschaftler und reist fast ausschliesslich "nur mit der Bahn." Peter... ist Schaffner bei der DB "ich habe immer nur positive Erfahrungen gemacht mit den Gästen".

10:35 Nettes Musik-Intro. Marcel kommt nach den Nachrichten dazu, nach seiner letzten Bachelor Klausur. Und belohnt sich dann mit einer Reise nach Marokko.
Eine Anruferin, Christine, hat ein Gratis-EU-Ticket über facebook gewonnen und auf der Reise viele neue Freunde gewonnen.
Ein Interview mit Vincent, der diese Idee von free-interrail mit ins Leben gerufen hat. Mit dem Ziel der europäischen Integration über eine persönliche Erfahrung.
Weitere Stichworte: Man spricht eine Sprache, die für niemanden die Muttersprache ist. Interrail kennt keine Altersgrenze. Die Altersbeschränkung ist aufgehoben. Es gibt keine Zugbindung. Man kann spontan entscheiden. Keine Sorgen wegen der Umweltverschmutzung. "Der Zug ist ein verbindendes Element". Aber nicht für die Geflüchteten. "Man kriegt so ein ’Gefühl’ von Europa, dass es normal ist, in andere Länder zu fahren."

11:05 Nettes Musik-Intro.
Weitere Stichworte: Für Hunde gibt es keinen Pass. Und es gibt immer noch Reisende, die "Danke" sagen. Die grossen europäischen Städte sehen sich immer ähnlicher, aber man kann ja mit der Bahn auch Nebenstrecken nutzen. Das ’Gefühl’ für Europa entsteht "im Kleinen". Man braucht in Europa gar keinen Pass mehr. Und dennoch: "Europa ein Scherbenhaufen"? Die Osteuropa-Routen sind langsamer, gemütlicher und so, "wie Interrail früher war". "Wir haben immer nur nette Begegnungen gehabt". Auch die Fähren im Mittelmeer können genutzt werden. Es gibt eine Rail-Planer-App. Und den European-Railway-Timetable. "Euro: Sensationell als Reisender". Das Bewusstsein wächst über die Privilegien, die man als Deutscher hat. Der Schaffner hat auch Gitarre gespielt, mit den Fahrgästen. Und leitet damit auch die Sendung aus.
Interrail sowas wie Nachhilfe in Sachen Europa? "ich finde schon". "Klasse, dass es dieses Angebot gibt." "Toll". "Super." "Slow travel". "Ich hoffe, dass Interrail bestehen bleibt als Pro-Europäisches Projekt."

Summa Summarum: Ein gutes Sück Radio. Und eine gutes Beispiel dafür, wie wichtig die Vorarbeiten der Redaktionen sind!

Und damit haben wir bereits ein weiteres von jenen Themen im Visier, das uns über den Tag hinaus immer und immer wieder beschäftigen wird: Die Stand-Ort und die Stand-Punkt-Veränderung.

Nachdem zum Thema Stand-Punkt-Veränderung zuletzt ja Dirk von Gehlen mit der "Anleitung für das digitale Leben" im Rahmen von "Essay und Diskurs" seinen Auftritt hatte, geht es nun ganz konkret um den realen Stand-Orts-Wechsel. Um "die Lust der Menschen, aufzubrechen, um andere Leute, Sprachen und Kulturen und ein vielfältiges Europa kennenzulernen."

Beide Seiten / Aspekte dieses Thema halten auch den Autor ganz persönlich in Trab: sowohl was die eigenen Schriften im Umfeld des Themas der Digitalisierung betrifft - siehe: Digitale Souveränität? - als auch als langjähriger Interrail- und Euro Domino - Kunde.

P.S.

Ab 15:35 Uhr ist Andreas Stopp erneut unter der Rufnummer 0221-3453451 zu erreichen. Im Dialog mit den Hörern fragt er nach den Handyverboten in Deutschland. "Gerade die Palette anderer HörerInnen erweitert den eigenen Horizont" - schreibt eine Hörerin. Und was all die anderen zu sagen haben, kann an dieser Stelle nachgehört werden:

Es gelten die Regeln des Urheberrechts all rights reserved

Anmerkungen

[1

Freitag • 15:35 Uhr: @mediasres - im Dialog
Hörertelefon (jeweils ab Donnerstagnachmittag): 0221 - 345 3451
(E-Mail: mediasres-dialog@deutschlandfunk.de

)

[2

Eisenbahnromantik und Europaeuphorie - seit dem Start des Interrail Tickets vor 46 Jahren hat es kaum an Attraktivität verloren. Ins Leben gerufen wurde diese Art zu reisen in Zeiten des gesellschaftlichen Aufbruchs in Richtung eines gemeinsamen, zusammenwachsenden Europas. Seither hat sich vieles verändert und die große europäische Idee gerät immer wieder ins Stocken. Mit dem Pauschalticket im Rucksack geschieht das Zugreisen quer über den Kontinent immer noch flexibel, unabhängig und frei. Wie aber hat sich das Interrailreisen in den vergangenen Jahrzehnten mit all dem Wandel in der Welt verändert? Das fragen wir Sie als unsere Hörerinnen und Hörer und unsere Gäste im Studio. Deren Reiseberichte erzählen zum Beispiel von den handylosen Zeiten und internetfreien Zügen der 80er- und 90er-Jahre. Oder von aktuellen Erlebnissen auf der Bahnroute der Flüchtlinge nach Europa. Mit dabei ist auch der Rekordhalter im Interrailreisen und eine junge Frau, die der Route ihres Vaters nachreiste. Ist das Abenteuer Zugreisen durch Europa noch dasselbe wie vor 20 Jahren? Was hat sich verändert? Wie fühlt sich Europa heute an, wenn Berge und Seen, Landschaften und Städte an den Abteilfenstern vorbeiziehen? Wer trifft sich in den Zügen und kommt man miteinander ins Gespräch? Interrail, ob als Massenphänomen der 90er-Jahre oder ganz aktuell mit neuem Schwung durch kostenlose Tickets für 18-Jährige - eine Gemeinsamkeit bleibt: Das Interesse am Reisen und die Lust der Menschen, aufzubrechen, um andere Leute, Sprachen und Kulturen und ein vielfältiges Europa kennenzulernen.


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