Gender-Gerechtigkeit ! ?

VON Dr. Wolf SiegertZUM Samstag Letzte Bearbeitung: 25. November 2018 um 14 Uhr 26 Minutenzum Post-Scriptum

 

In dieser Woche wurde die "Erste Studie von ProQuote Medien zur Gleichstellung im Rundfunk" vorgestellt. [1]

Am Donnerstag wurden die ersten Ergebnisse in den Räumen des Deutschlandradios in Berlin "mit führenden Persönlichkeiten aus Poliitk und Medien" [2] besprochen.

Hier als PDF der Wortlaut der Studie, deren Zustandekommen vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend mitfinanziert wurde.

ProQuote Medien-Monitoring

Ohne hier die Vertraulichkeitsverpflichtungen zu missachten, darf wohl erzählt werden, dass an diesem Tage dieses Thema auch bei der Vorstandssitzung des Deutschen Journalisten Verbandes, DJV Berlin, eine Rolle gespielt hat.

Es ist auch dort bekannt, dass sich der Autor sehr früh um die Förderung dieser Initiative bemüht hat, auch wenn es ihm zunächst verwehrt wurde, diese Initiative damals mit der eigenen Unterschrift zu unterstützen, da die ersten dreihundert Unterschriften ausschliesslich von Frauen gezeichnet werden sollten [3].

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Heute ist in der ProQuote-Grafik zumindest schon an dritter Position ein Mann zu sehen. Und es ist im Zusammenhang mit diesem Thema der Geschlechtergerechrigkeit die Position dieser Frau, die vom Autor weitestgehend unterschrieben werden könnte: Ihr Name ist Svenja Flaßpöhler, sie arbeitet als Chefredakteurin des „Philosophie Magazins“, gehört zur Programmleitung der „phil.cologne“ und hat in diesem Jahr den Text „Die potente Frau. Für eine neue Weiblichkeit“ veröffentlicht.

Sie wird ihre Postion an diesem nachfolgenden Sonntag im Gespräch mit Natascha Freundel in der Deutschlandfunk-Reihe Essay und Diskurs vorstellen, verteidigen und begründen.

Und danach auch an dieser Stelle möglichst lange zu hören sein:

P.S.

Ein Beitrag über die hier zitierte ProQuote-Veranstaltung läuft im Medienmagazin auf B5 aktuell, ebenfalls am 25. November 2018 ab 14:05 Uhr:
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Anmerkungen

[1

Ist die Führungsebene des deutschen Rundfunks immer noch eine Männerdomäne? ProQuote Medien hat erstmals detailliert untersucht, wie es um die Geschlechterverteilung in programmverantwortlichen Posiitionen bestellt ist. Der erste Teil der Studie „Welchen Anteil haben Frauen an der publizistischen Macht in Deutschland?“ wird heute in Berlin der Öffentlichkeit vorgestellt.

Im Ergebnis schneiden die Deutsche Welle und der Rundfunk Berlin-Brandenburg am besten ab: Beide Anstalten erfüllen die Forderung von ProQuote Medien nach der Hälfte der redaktionellen Macht für Frauen. Die Deutsche Welle erreicht einen gewichteten Frauenmachtanteil von 51,9 Prozent, der RBB 51,0 Prozent. Auch WDR (44,6 Prozent), NDR (40,1 Prozent) und ZDF (39,4 Prozent) befinden sich auf dem Weg zu einer ausgeglichenen Teilhabe der Geschlechter in Spitzenpositionen. Die Führungsebenen kleinerer Anstalten wie Radio Bremen (32,2 Prozent), Saarländischer Rundfunk (25,6 Prozent) und Deutschlandradio (24,3 Prozent) sind hingegen noch weitgehend männlich geprägt. Grundlage der Zählung waren die Organigramme von zwölf öffentlich-rechtlichen Sendern, ausgewertet wurden jeweils die vier obersten Hierarchieebenen.

Der private Rundfunk stellte keine Organigramme zur Verfügung, sodass vergleichbare Aussagen zu Frauenmachtanteilen nicht möglich waren. Festzuhalten bleibt aber, dass das Top-Management der RTL-Gruppe aus einer Frau und elf Männern besteht und ProSiebenSat.1 in den obersten drei Führungsebenen einen Frauenanteil von 19,8 Prozent erreicht.

In weiteren Auswertungen hat ProQuote Medien unter anderem 136 Studioleiter und Korrespondenten im Ausland gezählt (Frauenanteil: 31,6 Prozent) sowie 149 öfentlich-rechtliche und private Programmleitungen im Hörfunk (Frauenanteil: 24,8 Prozent). Vor allem im privaten Rundfunk dominierten die Männer. Zitate aus Gesprächen mit Gleichstellungsbeaufragten sowie Angaben zu frauenfördernden Maßnahmen der Sender runden die Betrachtungen der Studie ab.

[2

Teilnehmer der von Sandra Maischberger moderierten Debate sind die Bundesfrauenministerin Dr. Franziska Gifey, ZDF-Chefredakteur Dr. Peter Frey, Senior Vice President ProSiebenSat.1 Media SE Annete Kümmel, NDR-Intendant Lutz Marmor, Deutschlandfunk-Chefredakteurin Birgit Wentzien und ProQuote-Vorstandsmitglied Sabine Stamer

[3Hier dazu u.a. diese frühen Beitrags-Links:
- vom 19. November 2012: Online-Gruss vom Chefsessel
- vom 25. Februar 2013: 30% - auf die Spitze getrieben?
- vom 23. November 2013: Auf zum ProQuote Kampa-Camp


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