COP24 KATOWICE

VON Dr. Wolf SiegertZUM Samstag Letzte Bearbeitung: 17. Dezember 2018 um 13 Uhr 01 Minuten

 

Schauen Sie selber nach auf der deutschsprachigen Konferenz-Webseite. Auf dieser Seite wird zumindest insoweit das Ringen um den Erfolg "grüner Politik" dokumentiert, als dort das Foto [1] einer LaserLight-Show mit ihren Illuminationen des Rathauses vom 13. Dezember 2018 zu sehen ist.

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Weitere Hintergründe und Dokumente werden Zug um Zug auf der UN-Webseite eingestellt werden.

In den Ausgaben vom 16. / 17. Dezember 2018 schreiben die [2]:

AFTENPOSTEN, Oslo:

„Immerhin haben sich die Staaten auf ein Regelwerk verständigt, mit dem sich die Umsetzung des Pariser Abkommens überwachen lässt. Es gibt zwar keine Garantie dafür, dass die Ziele tatsächlich erreicht werden, aber es wird künftig schwieriger, Ausreden zu erfinden. Insofern ist der Gipfel ein Sieg für die multilaterale Zusammenarbeit, die in der letzten Zeit so stark gefährdet war wie lange nicht mehr“

BADISCHE ZEITUNG, Freiburg:

„Mit der Verabschiedung des Regelwerks hat das Paris-Abkommen den ersten Test bestanden [...] Der Kompromiss von Paris beruhte oft auf mehrdeutigen Formulierungen, die es allen Ländern ermöglichten, dem Abkommen zuzustimmen. Beim Regelwerk mussten diese Mehrdeutigkeiten aufgelöst werden. Das ist gelungen. Ab 2024 gelten weitgehend die gleichen Regeln für Industrie- und Entwicklungsländer. Ausnahmen gibt es nur für Länder, denen klar die Kapazitäten fehlen.“

DNEVNIK, Ljubljana:

„Die großen Nachteile des Abkommens sind zum einen, dass Maßnahmen zur Begrenzung der globalen Erderwärmung auf maximal 1,5 Grad nicht vereinbart wurden. Zum anderen fehlt eine Übereinkunft für ein konkretes Ende der Kohlenutzung weltweit. Darauf soll man sich erst in einem Jahr beim nächsten Treffen in Chile verständigen.“

FRANKFURTER ALLGEMEINEN ZEITUNG, FAZ:

„In der langen Reihe der Klimakonferenzen sticht dieser Gipfel positiv hervor [...] Er war der wichtigste seit der Einigung auf den Weltklimavertrag 2015 in Paris. In Kattowitz wurden nun Regeln verabredet, um die zuvor verabredeten Ziele zu erreichen. Ohne sie bliebe der Pariser Vertrag ein Geschenkpaket ohne Inhalt. Die wichtige Botschaft lautet: Die Vertragsstaaten haben geliefert. Die Einigung auf das Regelbuch zeigt, dass der Multilateralismus nicht am Ende ist. Der Verlauf der Konferenz legt aber auch offen, wie schwer sich die Weltgemeinschaft damit tut. Über die mehr ideologische als inhaltliche Frage, ob der eigens bestellte Wissenschaftlerbericht zu den Chancen, das 1,5-Grad-Ziel noch zu erreichen, ‚begrüßt‘ oder nur ‚anerkannt‘ wird, kam es zu einem tagelangen erbitterten Streit“

FRANKFURTER NEUE PRESSE:

„Die schöne Pariser Hülle wird endlich konkretisiert. Das dürfte zu einer Dynamik bei den klimapolitischen Anstrengungen führen – der Regeldruck lässt grüßen. Doch die Gebrauchsanweisungen haben bei näherer Betrachtung einige Defizite. Völlig offen bleibt nach wie vor, wie die Staaten dazu beitragen wollen, die Erderwärmung auf möglichst 1,5 Grad zu beschränken. Auch Sanktionsmöglichkeiten bleiben, bis auf den Ausschluss vom internationalen Handel mit CO2-Zertifikaten, außen vor. Aber wer konnte ernsthaft weitgehendere Zugeständnisse erwarten angesichts von Bremsern wie den USA, Saudi-Arabien und Brasilien und generell angesichts einer aus den Fugen geratenen Welt?“

THE GUARDIAN, London:

„Seit Präsident Trump 2017 den Rückzug der USA vom Pariser Klimaabkommen erklärte, war stets fraglich, ob der UNO-Prozess weiterhin funktionieren kann. Doch ähnlich wie die Abschlusserklärung des jüngsten G20-Gipfels zeigt nun die Vereinbarung eines Regelwerks zur Erfüllung der in Paris gemachten Versprechungen, dass der Multilateralismus zwar beschädigt ist, aber nicht tot. Auch wenn der Prozess fehlerhaft und unzureichend sein mag, so ist er immer noch die größte Hoffnung, die schrecklichen Folgen des Klimawandels eindämmen zu können“

NESAWISSIMAJA GASETA, Moskau:

"Zu Beginn des Gipfels erklärten die Experten nahezu unisono, es werde kaum gelingen, die Ziele im Kampf gegen die Erderwärmung zu erreichen. Allein das Gastgeberland Polen, das zum dritten Mal einen Klimagipfel ausrichtete, hält seine Versprechungen nicht ein. Kurz vor Beginn des Treffens hatte das polnische Energieministerium seine nationale Strategie vorgestellt. Demnach soll die Kohle noch bis 2040 die Schlüssel-Energiequelle für Polen bleiben“

EL PERIODICO DE CATALUNYA, Barcelona:

„Es waren viele Gespräche notwendig, und der Gipfel musste verlängert werden. Insofern hinterlässt die Veranstaltung gemischte Gefühle. In Paris zeichnete sich noch eine globale Allianz gegen CO2-Emissionen durch fossile Energieträger ab, und das Ziel sollte sein, den Temperaturanstieg nicht auf 2 Grad, sondern möglichst auf nur 1,5 Grad zu begrenzen. Inzwischen haben die USA angekündigt, aus dem Pariser Abkommen auszusteigen, und sie haben überdies Verbündete wie Saudi-Arabien und andere Länder gefunden, die sich ebenfalls dem Ziel zur Reduzierung der Emissionen widersetzen. Und nicht zuletzt hat in Kattowitz auch Gastgeber Polen bis zum Schluss eine Einigung erschwert“

DIE PRESSE, Wien:

„Es ist zwar gelungen, nach drei Jahren ein klares Regelwerk zu erstellen, mit dem Klimaschutzmaßnahmen nun international vergleichbar geworden sind. Vom Erreichen der Pariser Ziele ist die Weltgemeinschaft aber nach wie vor weit entfernt. Klar ist: Die globale Erwärmung wird in jedem Fall Kosten für uns alle verursachen. Sei es durch eine Verteuerung des gewohnten Lebensstandards, um sie abzumildern, oder durch die Folgen. Und dabei geht es nicht um weniger Schnee im Winter, sondern um massive Wanderbewegungen aus südlicheren Entwicklungsländern Richtung Norden“

RENMIN RIBAO, Peking:

„Zu diesem Erfolg hat China wesentlich und konstruktiv beigetragen. In China ist der Klimaschutz schon längst Chefsache. Bereits vor der Konferenz in Kattowitz hat Staatspräsident Xi Jinping seine Unterstützung ausgesprochen und macht China inzwischen zu einer der führenden Kräfte im Kampf gegen den Klimawandel. Während der Konferenz hat China zwischen den unterschiedlichen Ansichten vermittelt. Peking ist entschlossener denn je auf dem Weg der alternativen Energien“

DER TAGESSPIEGEL, Berlin:

„Auf der Konferenz hat die Europäische Union diese Chance vertan. Dass von der EU nicht mehr kommt, liegt auch an Deutschland. Bundeskanzlerin Merkel hat in Brüssel gegen eine Erhöhung des Klimaziels interveniert. Längst betreibt die Bundesregierung Klimaschutz-Scheinpolitik: Mit dem Kohleausstieg ist man keinen Schritt weiter. Wirtschaftsminister Altmaier trat seiner Kabinettskollegin, Umweltministerin Schulze, sogar symbolisch vors Klima-Schienbein, als er ihr via deutsches Fernsehen zurief: Sie kann in Kattowitz machen, was sie will. Am Ende entscheidet ohnehin die Bundesregierung. Es ist nicht damit getan, den vom Kohleausstieg betroffenen Regionen Geld zu zahlen und neue Jobs anzusiedeln“

DIE TAGESZEITUNG, TAZ, Berlin:

„Das ‚Kattowitz-Paket‘, das am späten Samstagabend angenommen wurde, ist zwar für den Prozess ein Erfolg. Endlich gibt es Regeln, sogar relativ strikt und zielführend, an die sich bald auch die großen Verschmutzer wie Indien und China halten müssen. Aber das allein vermeidet noch kein Gramm Kohlendioxid, das sich aus der Verbrennung von Kohle, Öl und Gas in der Atmosphäre einnistet und die Temperaturen hochtreibt. In den 24 Jahren, seit es Klimakonferenzen gibt, sind diese Emissionen konstant gestiegen“

DIE VOLKSSTIMME, Magdeburg:

„Beim Weltklimagipfel in Kattowitz haben sich die Länder nach zähem Ringen auf neue Regeln zum Klimaschutz geeinigt. Dabei ist (mal wieder) nicht viel passiert. Das 130-seitige Regelwerk ist unkonkret und wenig ambitioniert. Zwar müssen Länder nun regelmäßig berichten, wie viel Treibhausgase sie ausstoßen und was sie dagegen tun. Doch eine Tatsache bleibt: Ob Ölländer, Entwicklungsländer oder die USA – die meisten Staaten verfolgen ihre Eigeninteressen. Zum Problem wird das nicht. Sanktionen für Fehlverhalten gibt es nämlich keine“