Da Capo: METIS, VG WORT, uvam.

VON Dr. Wolf SiegertZUM Montag Letzte Bearbeitung: 5. März 2019 um 12 Uhr 04 Minutenzum Post-Scriptum

 

Hier und heute ein weiterer Versuch, das Thema der Zählpixel zu einem erfolgreichen Abschluss zu verhelfen - oder dem zumindest näher zu bringen

I.

An Versuchen, dass die Texte auf dieser Plattform von der VG Wort erfasst und damit in einem gewissen Umfang auch einer finanziellen Vergütung zugeführt werden, hat es wahrlich nicht gemangelt.

Einige dieser Versuche sind bereits sehr früh Gegenstand auch dieser Publikation geworden, so am:
- 05. März 2014: DaybyDay ISSN 1860-2967 Statistik
- 17. Dezember 2013: kodieren oder kapitulieren
- 17. August 2013: Gut gezählt ... aber nichts gewonnen :-(
- 29. Februar 2008: Wer zählt die Pixel...
- 01. Februar 2007: To Do’s - Szenen des Alltags

II.

Später wurden aktuellere Erkenntnisse nicht mehr publiziert, sondern nur noch direkt inhouse kommuniziert (... nicht zuletzt aufgrund der "Staats"-Nähe :-). Hier ein Auszug aus dem Gespräch mit Dr. Robert Staats, einem der beiden geschäftsführenden Vorstandsmitglieder der VG Wort vom 31. August 2016 am Rande einer Veranstaltung in den Räumen des DJV-Berlin: IFA 2016 (-1)

III.

In Folge dieser und vieler weiterer Anwender-Dialog ist inzwischen diese online abrufbare Schrift entstanden: METIS für Urheber:

METIS für Urheber

Dieses hat vieles verständlich(er) gemacht und gibt einen guten Einblick für all diejenigen, die sich dem Thema erstmals zuwenden wollen oder gelegentlich auch mal was im Netz veröffentlichen.

In unserem konkreten Falle aber helfen diese Ausführungen dennoch nicht weiter. Oder haben wir doch etwas übersehen, nach all den Jahren...?

Das Herummachen an dieser Dauerbaustelle führt dazu zu vergessen, was das alltägliche Tun von uns fordert, wie folgendes Beispiel zeigt:

IV.

Bis zum 31. Januar 2019 gab es technische Schwierigkeiten beim Zugang zur jährlichen Meldung der aktuellen Beiträge aus den Bereichen Video, Hörfunk, Fernsehen, Sprachtonträger, Presse und Wissenschaft, so dass zumindest ein Teil dieser Meldungen stattdessen fristgemäss per FAX übermittelt wurden:

Um dann erfahren zu müssen, dass dieses laut Verteilungsplan der VG WORT § 6 Abs. 5 kein gültiger Rechtsweg (mehr?) sei:

5. Meldungen haben online über das von der VG WORT zur Verfügung gestellte Internet-Portal oder schriftlich auf den dafür vorgesehenen Meldeformularen zu erfolgen. Eine Übermittlung der Meldeformulare per Fax oder E-Mail kann nicht berücksichtigt werden und ist auch nicht Frist wahrend.

Am 14. Februar 2019 wurde diese Seite nochmals aufgerufen, auf der zu diesem Zeitpunkt immer noch zu lesen war:

Nächster Meldeschluss: 1. Juni 2018, 24 Uhr für Verlage (Meldungseingang), 1. Juli 2018, 24 Uhr für Urheber (Meldungseingang) für:
METIS (Texte im Internet) / reguläre Ausschüttung

V. ( Kommentar )
Einerseits ist es verständlich, dass es an der Zeit ist, sich auf einen solchen Weg beschränken zu müssen, um den gewaltigen Ansturm überhaupt noch bewältigen und möglichst automatisiert bearbeiten zu können.
Andererseits ist es dann aber bitter, wenn man zwischen all den in die neue digitale Welt überführen Parameter nicht jene bedienen kann, die einen vollwertigen Ersatz für die Zeit der Karteikarten darstellen sollen.
Die Entscheidung, 100% digital arbeit zu wollen (oder zu müssen), setzt voraus, auch 100% digital anprechbar und einsatzfähig zu sein. Die Weigerung, beim Versagen dieses Systems auch nicht die kleinste 2nd level opportunity zuzulassen, auf diesem Wege auf die vergangenen Papier-/Fax-Welten zurückgreifen zu dürfen, verdiente dringend einer nochmaligen Prüfung.

VI.

Aktuell haben wir einmal mehr einen neuen Satz von Zählpixelchen heruntergeladen, als PDF dokumentiert und und CSV-Datei aufgerufen.

Das Problem besteht aber weiterhin darin, dass sich auch diese aktuelle Fassung der Dateien nicht direkt in eine Datenbank importieren lässt. Und zwar deshalb nicht, weil jeder Datensatz verbunden ist mit - für Alleinnutzer durchaus hilfreichen - Hinweisen, die aber bei einem Import nichts zu suchen haben.

Mehr noch: In der gleichen Spalte einer solchen Tabelle wechseln sich zeilenweise die Einträge für die eigentliche Zählmarke und danach der jeweilige private Identifikationscode ab.

Wie, bitte, soll man ein solches Kuddelmuddel einer Datenbank übergeben können?

VII.

Was wir benötigen - und das ist nun wahrlich nicht das erste Mal, dass darauf hingewiesen wird - wäre eine klare Bezeichnung und Abgrenzung der einzelnen Informationsteile innerhalb eines solchen Datensatzes, die dann auch separat aufgerufen und ggf. einer weiteren Nutzung zugeführt werden können.

Solange es diese Möglichkeit nicht gibt, müssten die jeweils angelieferten Datensätze durch einen Parser oder vergleichbare Methoden ausgewertet, ausgewählt und neu zusammengesetzt werden, um dann in einer konsistenten Datenstruktur zur Verfügung stehen.

VIII.

Wie eine solche Struktur aussehen könnte, wollen wir an dieser Stelle an einem Beispiel demonstrieren:

Datenstruktur für VG Wort Zählmarken
Als Beschreibung eines automatische einzubindenden Datensatz angelegt
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IX.

Da das ständige händische Einfügen pro Tag und Text die Schmerzgrenze unbezahlter Arbeitszeit endgültig überschreitet, wurde bereits in einem eigenen Script die Textvorlage auf verschiedene Kriterien untersucht, die für die Einbettung eines solchen Zählpixelchens von Bedeutung sein könnten. Dazu gehören die Gesamttextlänge wie auch die Texteigenschaften. Besteht der Eintrag für einen Tag zum Beispiel im Wesentlichen nur aus der Wiedergabe eines Programmablaufs, so ist dieser als Fremdtext gekennzeichnet und wird von der Gesamtzahl an Satzzeichen abgezogen.

X.

[...]

P.S.

In Reaktionen auf diesen diesen Text wurde mehrfach gefragt, warum sich der Autor zugleich zum Verleger erklären würde. Es gäbe doch inzwischen so viele Angebote, ohne Kosten und allzu grosse Mühen seine Texte breit zu streuen?

Zunächst sei daran erinnert, dass Mitte der 70er Jahre, als dieses Projekt gestartet wurde, es weder ein iPhone von eine Software wie WordPress gab. Und Angebote wie die von AOL, die einst unter eigener Mitwirkung aus der Taufe gehoben und in Deutschland etabliert worden waren, bereits zu diesem Zeitpunkt ihren Zenit überschritten hatten.

Nichts und Niemand garantiert(e), dass die eigenen Beiträge auch noch von den Kindern und deren Kindeskindern rezipiert werden können. Aber eben das ist das Ziel dieser Online-Publikation, über den Tag hinaus ein Angebot zur Verfügung zu stellen, dass später einmal exemplarisch und doch aus einer persönlichen Motivation heraus fixiert und aufzeigt, was "damals" von Wichtigkeit war - und vielleicht gerade aus der Distanz heraus wieder an Bedeutung gewinnt.

Diese Idee war schon eine wesentliche Triebkraft, als im Jahr 2004 um die Erteilung einer ISSN-Nummer angefragt worden war.


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