tr200103 EDV-Geflüster

VON Dr. Wolf SiegertZUM Freitag Letzte Bearbeitung: 5. Januar 2020 um 14 Uhr 12 Minuten

 

Das auf der Seite zuvor gross angekündigte Vorhaben beginnt mit eher scheinbar kleinen Schritten:

- die Durchsicht vom Junk-Mail-Ordner lässt erkennen, dass einige der bisher als verschollen gegoltenen Antwortschreiben auf diesem Wege wieder aufgefunden werden können. Für diese - wenigen - Adressen werden White-List-Einträge erstellt.

- die Nacharbeiten an dem Artikel zum 1. Januar 2020 lassen es als sinnvoll erscheinen, die Daten aus allen drei "eigenen" twitter-Accounts nochmals aktuell zu sichern.

- zum Abschluss der Abschaltung des SBS-Servers soll der neue NAS nun auch im Netzwerk in Betrieb genommen werden. Zuvor werden aber nochmals alle Datenbestände als Backup gesichert.

- nach der letzten Betriebsprüfung kann ein ebenso solider wie betagter IBM-Rechner von allen Buchhaltungs-Daten und -Programmen befreit und dann einer Nachbarin zur Verfügung gestellt werden, die darauf noch ihre alten IOMEGA ZIP-Lesegeräte re-aktivieren möchte [1]

Dass mit den Aufräumarbeiten nicht am Schreibtisch, nicht in den Regalen, nicht im Keller, sondern an den Rechnern begonnen wird, ist alles andere als nur Zufall, oder Trägheit.

Es hat in den letzten Monaten gleich mehrere Vorfälle gegeben, in deren Verlauf alle Outlook- [2] alle Medien- [3] und in einem Fall sogar alle Bestands-Datensätze schon als verloren geglaubt hatten abgeschrieben werden müssen und aus deren Anlass mehrere bislang nicht publizierte Texte geschrieben wurden [4], bevor dann doch nochmals ein "Rettender Engel" in Form eines guten Gedankens, eines guten Supports oder einer qualifizierten Datensicherung beispringen konnte [5].

Aber selbst dann, wenn wieder alles "ins Lot" gebracht werden konnte [6] bedeutet "TabulaRasa" aber mehr: Nicht nur das Abschalten, sondern zugleich zu überlegen, welche der gepflegten Datenbestände wie und an wen weitergegeben werden können und sollten. Welche Online-Darstellungen wie und wie lange von wem erhalten und jeweils technisch aktualisiert werden. Welche technischen Voraussetzungen dafür geschaffen bzw. erhalten und finanziert werden.

Dabei schlägt die sehr frühzeitig getroffene Entscheidung positiv zu Buche, sich nicht auf die mit den Zeiten immer wieder in ihrer Bedeutung wechselnden Plattformen zu setzen, von einst AOL bis Facebook, YouTube bis WhatsApp, sich nicht allein auf Angebote von LinkedIn bis Xing zu verlassen [7], sondern sich zunächst und vor allem immer wieder auf jene Adressen zu beziehen, die ganz und gar in eigener Regie und Verantwortung gestaltet und gesteuert werden. Diese hier aktuell Beschriebene mit einbegriffen.

Und: In der immer noch nicht ganz und gar untergegangenen Hoffnung, dass es endlich, endlich gelingen möge, dass diese Seite nun wirklich asap. auch in den Lesesälen der Deutschen Nationalbibliothek in Leipzig und Frankfurt am Main als Bestandsdaten eines digitalen Belegexemplars eingesehen werden können.

Anmerkungen

[1Was des Einen Freud’ ist des Anderen Leid: alle an diesem Rechner angeschlossenen weiteren Geräte, von der Creative-AV-Kamera bis zum Medion-Scanner, können in der aktuellen Windows 10 - Umgebung nicht mehr eingesetzt werden, da für dieses Betriebssystem von den Firmen keine passenden Treiber mehr zur Verfügung gestellt werden.
Ein typischer Fall für die Nicht-Vergabe eines blauen Umwelt-Engels für EDV-Software, so wie am 4. Januar 2020 im Computer und Kommunikation - Magazin im DlF-Interview mit Eva Kern und Marina Köhn angesprochen.

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[4... wie zum Beispiel dieser hier vom 3. September 2019:

Dieser Text…
… setzt in dem Moment ein, in dem sich andere vielleicht schon vor Verzweiflung das Leben genommen hätten: bei dem Verlust aller, aber wirklich aller persönlichen Daten, die auf einer Computerfestplatte bis dahin festgehalten wurden. Und die nun durch einen technischen Fehler unwiederbringlich zerstört wurden. Oder doch nicht?
Gerade erst wurde diese betroffene Platte aus dem Server ausgebaut. Und versucht, sie mit allen schier unmöglichen Möglichkeiten doch noch dazu zu bringen, die Daten noch einmal zur Darstellung zu bringen.
Während dieser Prozess nicht nur allerlei Geschick und Erfahrung voraussetzt, fällt die Entscheidung, im Verlauf dieser so unendlich quälenden Wartezeit sich nicht der Verzweiflung zu ergeben, sondern zu schreiben zu beginnen: diesen Text hier.
Während der Ordner: „_Datenablage Server“ keine andere Information auswirft als den schier immerwährenden Eintrag: „Inhalt des Ordners wird aufgelistet…“ sieht man auf der Vorderseite des Gehäuses eine kleine olivfarbene Kontrollleuchte in fortwährendem Rhythmus heller und dunkler werden. Und dann wieder heller und wieder dunkler.
Gelegentlich sind auch Geräusche des Plattenlaufwerks zu vernehmen. Und mehr als diesem diskreten und doch so unendlich aufregenden Spektakel zuschauen und zuhören kannst Du nicht.
Doch: Dich konzentrieren und diese Zeilen schreiben. Auf einem anderen Keyboard. An einem anderen Computer.
Und dann, irgendwann, macht ein Signalton deutlich, dass der Prozess der Datenerkennung abgebrochen wurde.
Bei der Wiederholung des Versuchs kommt die Mitteilung:
„Auf D:\ kann nicht zugegriffen werden.
Falscher Parameter“
Und kurz danach kommt die Meldung, dass auch die USB-3.0.-Verbindung nicht mehr erkannt wird.
Und dann leuchtet auch die olivfarbene Lampe nicht mehr.
[...]
Das ist jetzt ein Fall für den „Disk-Doktor“ – und dieser verschreibt zunächst die Entscheidung, auch die Eintragung dieses Textes nicht mehr weiterzuführen, sondern sich lieber eine „Mütze Schlaf“ zu gönnen.

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[6... die Vorgänge sind in einigen Fälle sogar mit einer grossen Akkuratesse und Detailtiefe dokumentiert worden. Dazu, als pars pro toto, der Eintrag vom 23. November 2019 "Admin-Edit-War: "-all"" samt seiner in der Anmerkung "1" aufgeführten weiteren Links.

[7In diesem zunächst nur scheinbar sehr weit hergeholten Zusammenhang der Hinweis auf eine
Notiz über den »Wunderblock« von Sigmund Freud, der erstmals in der Internationale[n] Zeitschrift für Psychoanalyse, Bd. 10 (1), 1924, S. 1-5 - Siehe: Gesammelte Werke, Bd. 13, S. 387-91 - erscheint und in dem u.a. zu lesen ist:

Beim Wunderblock verschwindet die Schrift jedes Mal, wenn der innige Kontakt zwischen dem den Reiz empfangenden Papier und der den Eindruck bewahrenden Wachstafel aufgehoben wird. [...]
Denkt man sich, daß während eine Hand die Oberfläche des Wunderblocks beschreibt, eine andere periodisch das Deckblatt desselben von der Wachstafel abhebt, so wäre das eine Versinnlichung der Art, wie ich mir die Funktion unseres seelischen Wahrnehmungsapparats vorstellen wollte.


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