Wenn Dummheit töten würde ...

VON Dr. Wolf SiegertZUM Freitag Letzte Bearbeitung: 27. Juni 2005 um 12 Uhr 32 Minuten

 

"If stupidity was fatal, Brussels would be swimming in corpses" - Luxembourg Prime Minister Juncker.

"Eines Tages werde ich meine Memoiren schreiben über die Schwierigkeiten die man hier hat, den richtigen Ort für eine Pressekonfernz zu finden, oder den richtien Ort um Messer und Gabel in die Hand zu nehmen, ohne dass sich eine EU-Institution auf den Schlips getreten fühlt. Wenn Dummheit töten würde, wäre Brüssel mit Leichen übersäht."

Nachdem schon vor einigen Tagen in DaybyDay von der Kommisarin aus Luxemburg, Frau Reding, die Rede war, soll hier im Auge des aktuellen "Europa-Gipfels" ein - eben nicht "unerhörtes" - Zitat des Premierminister des Großherzogtums Luxemburg zur Sprache gebracht werden. Es wurde heute kurz nach sechs Uhr über die Wellen des Deutschlandfunks in französischer Sprache samt deutscher Übersetzung in den Äther geschickt und kurz nach neun Uhr in einem Beitrag von Mendy Schielke wiederholt.

Angesichts seiner neu erschienenen Biographie und der aktuellen Herkulesarbeit, die ihn offensichtlich in kurzer Zeit um Jahre hat "altern" lassen, wird sicherlich an anderer Stelle viel über diesen Mann geschrieben worden und zu lesen sein. [1]

An dieser Stelle soll anstatt dieses ganzen Gezänks und Gezeters um nationale Rechte und internationale Ungerechtigkeiten - vom deutschen Kommissar an gleicher Stelle einen Tag zuvor als absolut normal, üblich und dennoch zielführend ’qualifiziert’ - aus dem Protokoll eines Vortrags zitiert werden. Diesen hatte er am 26. Juni 2001 auf Einladung des Europabüros der Konrad-Adenauer-Stiftung im Rahmen eines Dinner-Roundtables im Hilton Hotel in Brüssel gehalten.

Der luxemburgische Premierminister merkte an, daß die zukünftige Ausgestaltung der Institutionen der EU zwar nicht unwichtig seien. Diskussionen dieser Art erregten jedoch vordringlich das Interesse von Experten und "professionellen Europäern", die Bevölkerung in Europa hingegen fühlte sich bei dieser Thematik nicht angesprochen. Eine EU, die in der öffentlichen Wahrnehmung auf ein Wechselspiel der Institutionen reduziert sei, könne den Menschen nur schwerlich vermittelt werden. [2]

Juncker wies jedoch darauf hin, daß es ebensowenig eine "europäische öffentliche Meinung" wie eine "europäische Bevölkerung" gebe. Vielmehr werde die europäische Politik durch die Mitgliedstaaten der Union gegenüber den jeweiligen Bevölkerungen 15 mal verschieden erklärt. Der Graben des Unverständnisses verliefe daher quer durch die nationalen Bevölkerungen und sei deshalb nicht europaspezifisch, sondern politikspezifisch. Es gebe in den Mitgliedsstaaten eine Demarkationslinie zwischen denjenigen, die mit der Integration fortfahren wollten und denjenigen, die ein "Stehenbleiben" oder gar Rückschritte hin zu weniger Integration vorzögen.

Das Foto und der vollständige Text dieses Protokolls können eingesehen werden auf der Webseite der
Konrad-Adenauer-Stiftung .

Das Foto links ist das heute noch offiziel angezeigte Portrait-Foto von "H.E. Mr. Jean-Claude Juncker;
Prime Minister of the Grand Duchy of Luxembourg" auf der
Website des thailändischen Aussenministeriums. Das Foto rechts wurde im Jahr 2001 im Rahmen eines Besuchs in Polen aufgenommen . Das Foto unten ist ein Screen-Shot von der auf dem Sender PHOENIX wiederholten Sendung von SABINE CHRISTIANSEN:

Anmerkungen

[1Selbst Zeugnisse werden über ihn und seine Präsidentschaftstätigkeit ausgestellt, wie auf einer dänischen Webseite zu finden [sic!]

[2In der Anmod zur hier erwähnten Sendung des Deutschlandfunks wird diese Sicht der Dinge durch ein noch deutlicheres Zitat unterlegt:
"Wir beschliessen etwas, stellen das dann in den Raum und warten einige Zeit ab, was passiert. Wenn es dann kein grosses Geschrei gibt und keine Aufstände - weil die meisten gar nicht begreifen was da beschlossen wurde - dann machen wir weiter: Schritt für Schritt, bis ein kein Zurück mehr gibt."


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