Das DJV-Bildportal: die - nur einmalige - Chance

ZUM Samstag Letzte Bearbeitung: 3. Januar 2006 um 18 Uhr 43 Minuten

 

Anlass dieser hier zusammengestellten Anmerkungen ist eine erste interne Vorstellung des DJV-Bildportals , mit dem sich Fotografen ab dem 1. November 2005 - vorausgesetzt es sind mindestens 75 an der Zahl - mit ihren eigenen Bildern im Netz präsentieren und diese dort auf eigene Rechnung verkaufen können.

Hierzu die folgenden Beobachtungen, Anmerkungen und Hinweise:

- Der Bildermarkt ist heute - auch und gerade im elektronischen Sektor - brechend voll. Nicht die Zukunft, schon die Gegenwart ist digital. Und für alle, die sich noch nicht auf diesen Vertriebsweg eingelassen haben, finden hier in der Tat eine der letzten Möglichkeiten, das bisher Unterlassene nachzuholen.

- Mit diesem Portal geht es um freie Fotografen, nicht um Agenturen. Und es geht um all ihre Bilder bzw. um all die Bilder, an denen sie eigene Rechte haben. Es geht um ein gemeinsames Fenster, in dem individuelle Angebote unter einem Dach ausgestellt werden können.

- Der Vorteil eines solchen Portals besteht zunächst einmal in dem Vorteil, der dem einzelnen Fotografen, der einzelnen Fotografin dadurch erwächst. Er ist ein "digitaler Parkplatz" mit entsprechen Regeln für die Nutzer und Verriegelungen für Falschparker und Autoknacker.

- Wer dieses Portal sogleich mit einer "Marke DJV-Bildportal" in Verbindung bringen will, läuft gefahr, damit schon vor dem Start das ganze Projekt zu gefährden. Es sind bereits heute eine Reihe von guten und - nach oft vielerlei Rückschlägen - ausgereiften und ausgefuchsten Systemen im Markt, dass es zwangsläufig gerade beim Start des Portals deutliche Divergenz zwischen dem "DJV"-Brand und dem Angebot geben wird, das die Kollegen und Kolleginnen zu Beginn werden vorhalten können.

- Man wird gut daran tun, das Jahr 2006 in aller Deutlichkeit als Pilot-Projekt auszuweisen und auszupreisen. Und man wird sich - parallel zu der Entwicklung einer ganzen Reihe von qualifizierten Einzelprofilen - im Hintergrund und kontinuierlich daran machen müssen, ein Profil für das Portal auszuentwickeln, das noch mehr kann, als "nur" den aktuellen Anforderungen des Marktes zu entsprichen.

Es muss:

- nachfrageorientiert sein [1]
- den Ansprüchen eines aktuellen Journalismus wirklich entsprechen
- darüber hinaus ausreichend Material vorhalten, das sich von den üblichen "Stock"-Fotobeständen unterscheidet
- sich an internationalen Standards orientieren
- und sogleich die Stärke einer hohen regionalen Dichte ausspielen
- also anders - und möglichst noch besser - sein, als "die Anderen".

Die hier vorgestellten Stichworte sollen dazu anregen darüber nachzudenken, wie es gelingen kann,
- dem individuellen Bedarf und Qualitätsverständnis nachzukommen der Anbieter zu entsprechen
- den Einkäufern einen echten Mehrwert anzubieten, sowohl von den Bildern als auch vom "Handling"
- sich als kollektives "Brand" zu qualifizieren und auf Dauer zu etablieren.

WS.


Folgendes Schreiben erreichte uns am 13. Oktober und soll hier im Wortlaut zitiert werden:

An alle Teilnehmer der Informationsveranstaltung für das DJV-Bildportal am 30.09 .

Liebe Kolleginnen, liebe Kollegen, liebe Gäste,

auf unserer Veranstaltung für das DJV-Bildportal tauchten immer wieder sich widersprechende Angaben über die Kosten, sowohl für die Teilnahme, als auch bezüglich der Kosten für die empfohlene Software auf. An sich sind die Kosten in der verteilten Broschüre klar benannt. Zur Klarstellung aber nochmals im einzelnen:

Die Anmeldegebühr beträgt 200,00 EUR. Darin sind die Kosten für eine obligatorische Schulung enthalten. Die Schulung vermittelt den Umgang mit der Beschriftungssoftware, die Art und Weise der Beschriftung als auch den Versand der Fotos.
Für die Teilnahme am Portal beträgt die monatliche Pauschale 30,00 EUR.
Nach erfolgreichem "Verkauf" der Fotos wird darauf eine Umsatzprovision in Höhe von 12% erhoben. (Im Gegensatz zu anderen Portalen zahlen Sie nicht im Vorfeld, sondern erst dann, wenn Sie erfolgreich waren.) Sofern Ihre Fotos auch in der Datenbank für das DJV-Portal gespeichert werden sollen, zahlen Sie pro eingestelltem Foto einmalig 3 Cent, wobei die ersten 3000 Bilder kostenfrei sind.

Die nicht obligatorische, aber empfohlene Software Imagia2 (Software für Beschriftung, Versand und Suchen), wird bis zum 31.12.2005 zum Sonderpreis von 200,00 EUR (danach 249,00 EUR) angeboten. In diesem Preis sind zwei abhängige Lizenzen enthalten.

Sofern Sie bereits mit einer Bild-Datenbank arbeiten, die über einen offenen Zugang funktioniert, lässt sich diese Datenbank, sofern sie einem Standard entspricht, ebenfalls an das Portal anschließen.
Die Kosten für das einspeisen der Fotos in die Datenbank des Portals fallen hierbei nicht an.
Für die Kosten der Schnittstellenanbindung muss ein individuelles Angebot eingeholt werden.

Noch Fragen ? Schicken Sie uns einfach eine Mail (mailto:info@ppw-mk.de).

Mit freundlichen Grüßen

Max Kohr

Mitglied im Vorstand der Vereins Berliner Journalisten und der Arbeitsgruppe des Bundesfachausschusses Bild im DJV. [2]

Anmerkungen

[1jeder dieser Punkte bedürfte einer ausführlichen Erläuterung: an diesem ersten soll dieses nur andeutungsweise geschehen:

Beispielsweise, in dem darauf aufmerksam gemacht wird, dass in Zukunft eben nicht die Aufgabe dieser Seite sein kann, gleich auf der "Titelseite" mit vielen bunten Fotos "aufzumachen", sondern sogleich die wichtigsten Instrumente offenkundig und leicht verständlich bereitzustellen, mit denen man möglichst schnell an das Gesuchte herankommt - und mit denen vor allem auch alle Fehlversuche just-in-time gescannt, ausgewertet und "beantwortet" werden: jeder Fehlversuch, jede nicht erfüllte Anfrage bedeutet, einen potenziellen Negativ-Multiplikator im Netz aktiviert zu haben.
Man hat mit einem solchen Portal durch aus Chancen - aber diese nur ein einziges Mal!

[2die weiteren uns vorliegenden Kontaktkoordinaten werden auf Anfrage weitergegeben


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