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VON Dr. Wolf SiegertZUM Dienstag Letzte Bearbeitung: 25. Oktober 2005 um 18 Uhr 23 Minuten

 

Werden wir das Abo der Berliner Zeitung noch weiterführen?

Heute zunächst ein Artikel aus einer weiteren ebenfalls von uns abnonnierten Zeitung, der Netzzeitung . sie berichtet heute, den 25. Okt zunächst um 10:27 und dann ergänzt 11:23 Uhr unter der Überschrift:

Finanzinvestoren übernehmen Berliner Verlag

Der Berliner Verlag ist verkauft. Erstmals übernehmen damit Finanzinvestoren ein deutsches Verlagshaus.

Der Berliner Verlag wird von Finanzinvestoren übernommen. Die amerikanische Investorengruppe VSS und die britische Mecom-Gruppe übernehmen den traditionsreichen Verlag, in dem unter anderem die «Berliner Zeitung» erscheint. Das teilten Mecom und die Verlagsgruppe Georg von Holtzbrinck am Dienstag mit. Zum Verlag gehören auch das Boulevardblatt «Berliner Kurier» und die Zeitschrift «Tip».
Zum Kaufpreis machten die Unternehmen keine Angaben. Die britische Zeitung «Independent» hatte eine Summe vom 100 Millionen Pfund - knapp 148 Millionen Euro - genannt, die jedoch nicht bestätigt wurde.

«Qualität der Titel erhalten»

«Mit dem Verkauf an Mecom/VSS tritt nun ein verlegergeführtes, finanzstarkes Unternehmen neu und kartellrechtskonform auf den Markt, das im Zuge einer auf lange Sicht angelegten Strategie mit Optimismus in Deutschland investieren wird und dabei verspricht, im Rahmen einer Wachstumsstrategie die Unabhängigkeit und Qualität der Titel zu erhalten», der Chef des Verlags, Stefan von Holtzbrinck.

Der Verlag komme einer kartell-rechtlichen Notwendigkeit nach, einen Erwerber für die Berliner Zeitungsgruppe zu finden, da ihm der Erwerb und damit eine enge Zusammenarbeit mit dem ebenfalls Holtzbrinck gehörendem «Tagesspiegel» untersagt worden sei, schilderte der Stuttgarter Medienkonzern die Hintergründe des Geschäfts.

«Bedenklicher Stillstand» bei Pressefusion

«Es ist sehr bedauerlich, dass wir in Berlin keine starke Nummer zwei im Markt werden konnten und uns somit wiederholt ein signifikantes Engagement im deutschen Zeitungswesen untersagt wurde», kritisierte von Holtzbrinck.

Holtzbrinck bemängelte die «seit 30 Jahren unveränderten Pressefusionskontrolle». Der «Stillstand» sei «bedenklich». In den vergangenen vier Jahren, in denen der Verlag für eine «zukunftsweisende, das heißt die Pressevielfalt sichernde Änderung der Rahmenbedingungen gekämpft» habe, sei die Branche nicht nur mit Konjunkturproblemen, sondern auch mit Veränderungen durch das Internet konfrontiert worden. Die meisten Häuser hätten darauf bisher mit mit Einsparungen reagiert.

«Respekt vor deutscher Zeitungsindustrie»

Der Gründer der Mecom-Gruppe, David Montgomery, sei ein erfolgreicher Medienmanager mit über 40 Jahren Erfahrungen als Journalist und Verleger, betonte Holtzbrinck. VSS sei einer der größten Medienfonds und seit fast 20 Jahren international tätig.

Mecom-Chef Montgomery erklärte am Dienstag, er und seine Partner hätten «großen Respekt vor der deutschen Zeitungsindustrie und wissen, dass der Berliner Verlag ein solides Unternehmen ist. Wir werden die stolzen Hüter der Publikationen des Berliner Verlages sein und die höchsten Standards journalistischer Qualität, verlegerischer Integrität und guten Managements einhalten.»

Chefredakteur darf bleiben

Weiter teilte Montgomery mit, er habe dem Chefredakteur der «Berliner Zeitung», Uwe Vorkötter, angeboten, in seiner Position zu bleiben. Vorkötter gehörte zu den Kritikern des Verkaufs.

Gegen die Übernahme des Berliner Verlages durch die Finanzinvestoren hatte sich massiver Widerstand geregt. Die Beschäftigten fürchten, dass die neuen Besitzer massive Sparmaßnahmen beschließen werden, um die Rendite des Verlags zu erhöhen. (nz)


Die hier zitierten Fotos zeigen den neuen Eigentümer und dessen neue Mit-Arbeiter, sind von dpa/dpaweb und wurden aus der aktuellen FAZ.NET-Seite "Netzwirtschaft, IT & Medien" entnommen.


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