Wissen, wie was geht

VON Dr. Wolf SiegertZUM Montag Letzte Bearbeitung: 18. Dezember 2005 um 13 Uhr 17 Minuten

 

Koste es was es wolle.

Für die Personalisierung des Fotokalenders 2006 erhält jedes Exemplar eine eigene Nummer, bevor die nichtverkäuflichen Exemplare versandt oder direkt persönlich übergeben werden.

Dafür wird ein klassischer mechanischer Zählstempel verwendet. Da keiner hier im Büro mit Sicherheit sagen konnte, wie dieser wieder „auf Null“ gestellt wird, wurde er in eine an der Ecke liegendes Geschäft mit der Bitte getragen, uns dieses zu erklären.

„Ja, dafür haben wir einen Fachmann“, war die Antwort, „lassen Sie’n hier. Wir kümmern uns drum.“. Nach einer Woche [sic!] konnte die Frage vom Personal zwar nicht beantwortet werden, aber der Stempel war wieder auf Null gestellt worden. Kostenpunkt: 10 Euro.

Um diesen Stempel für diesen Eintrag zu fotografieren, sollte die Camera mit einer SD-Karte verwendet werden, die vor wenigen Monaten eingekauft worden war - und sich aber vom einen auf den anderen Tag nicht mehr einsetzen liess. [1]

Ja, so die Antwort auf die Reklamation im Fachmarkt, diese sei mit 55 Euro auch zu billig gewesen. Man sollte da auf jeden Fall schon was Besseres nehmen. Toshiba oder Sandisk. Die Toshiba-Karte war mit 69 Euro die preiswertere von den beiden - und wurde so also gegen die zuvor gekaufte zu einem Mehrpreis von 14 Euro eingetauscht.

Am nächsten Tag liegt der Zeitung die Anzeige eines konkurrierenden [2]Fachmarktes bei. Dort wird die systemgleiche Karte von Sandisk für 49.99 Euro angeboten.

Also: nochmals mit der bereits erworbenen Toshiba-Kate und der Anzeige zurück zum Verkäufer. Und dieser nimmt auch die zweite Karte zurück, zahlt sie aus, und verkauft zum gleichen Preis die Sandisk-Karte. An der Kasse wird zunächst der Original-Peis von der Scanner-Kasse aufgerufen: 99 Euro.




Was heute Geld kostet - und spart: ist offensichtlich das Wissen, wie was geht.

Anmerkungen

[1Wer nicht in den Genuss eines Kalenders gekommen ist, kann sich zumindest den Abdruck des Stempels anschauen als Punkt 4 der SOFA sieben - Seite von "stefan knecht".

Ein wunderbares Werkzeug, zugegeben: weniger eine Maschine. Zählstempel sterben unweigerlich aus. Wer braucht noch eine Maschine, die Nummern stempelt? Wo Labeldrucker und Beschriftungsmaschinen meterweise nummerierte Aufkleber ausspucken. Massiver Stahl, verchromt. Gebaut für den harten Einsatz in Lagereien und Registraturen. Jeder Druck produziert ein präzis metallisches Geräusch. Zonk! 130657, 130658, 130659. Wahlweise kann man an einem kleinen Hebel die Zählfrequenz einstellen. Immer die gleiche Nummer, oder um eins bis vier erhöhen. [...]

[2Wobei das ja mit der "Konkurrenz" so eine Sache ist. Schliesslich gehören "Saturn" und der "Media-Markt" zum gleichen Konzern [sic!] - wie die "Metro-Group" in gerade einer doppelseitigen Anzeige im FOCUS 47/2005 vom 21. November 2005 in dem hier zitierten Ausschnitt deutlich dokumentiert hat:


 An dieser Stelle wird der Text von 2926 Zeichen mit folgender VG Wort Zählmarke erfasst:
439bf507fb69776b15250552f17d43