Medienboard MobileMovies @ Berlinale

VON Dr. Wolf SiegertZUM Samstag Letzte Bearbeitung: 23. Februar 2006 um 13 Uhr 27 Minuten

 

Der Empfang des Medienboards Berlin-Brandenburg am Sonnabend, den 11. Februar 2006 wird eröffnet...

... von den "zwei starken Frauen", wie Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit im Beisein von Brandenburgs Wirtschaftsminister Ulrich Junghanns erklärt.

Und: einem starken Team von "Sommer vorm Balkon", für das sich Drehbuchautor Wolfgang Kohlhaase nicht nur artig ob der Verleihung des Ernst Lubitsch Preises bedankt: Er findet auch den Mut inhaltlich einige erhellende Worte zu den Drehorten ihres Films zu sagen und den nahegelegenen Lebensmittelpunkten der Familie Lubitsch im Berlin der zwanziger Jahre.

Fast dominierend aber wirkt an diesem Abend einer der Sponsoren, der - anders als "Premiere" - noch sehr neu in dem "Filmgeschäft" ist: O2 (Germany) GmbH & Co. OHG.

Auf dem Empfang schreibt O2 zum zweiten Mal den Mobile Movie Award aus. Die Teilnahmebedingungen wurden überarbeitet und ausgeweitet. 2006 können sowohl User als auch Professionals mitmachen - für beide Gruppen gibt es eine gesonderte Kategorie. Unter der Patenschaft der Fantastischen Vier gilt in diesem Jahr das Motto "Die Welt liegt uns zu Füßen". Thomas D. von den Fantastischen Vier ist vor Ort. O2 will mit dem Mobile Movie Award Handy-Nutzer inspirieren, sich mit der neuen Art des Sehens und Filmens über Video-MMS kreativ auseinanderzusetzen.

Dieser Award wurde als erster Wettbewerb für mobile Bewegtbildformate erstmals auf der Berlinale 2004 ausgelobt. Er richtete sich damals vor allem an Filmemacher, Regisseure, Drehbuchautoren oder Online-Designer mit dem Aufruf, Kurzbeiträge zum Thema "Metropole Berlin - Create your Vision" einzureichen. Aus den gut 50 Einsendungen wurde der Beitrag von drei DesignstudentInnen der Fachhochschule Potsdam ausgewählt. Die erhielten am 12. Februar 2005 für ihre Arbeit: "The robber and his wife" den mit 10.000 Euro dotierten Preis.

Dass in diesem Beitrag damals ausgerechnet mit dem Fernsehturm auch ein TELEKOM-Symbol entführt wurde, mag vielleicht damals den jungen Kreativen genauso wenig bewusst gewesen sein wie den Verleihern des transmediale-Awards, die dieses Symbol des ostberliner TV-Turms als Trophäe verwenden.

Dass dieser Award nun erneut ausgeschrieben wurde, ist deshalb umso erstaunlicher, als man jetzt neben den "jung Professionals" auch den "jungen Usern" ein Angebot zur Teilnahme macht.

Nach den vorliegenden Informationen ist beabsichtigt, sowohl für diese beiden Zielgruppen diese Ausschreibung neu zu platziern als auch eine allgemeine Website zu eröffnen, auf der das Thema der mobilen Nutzung von Bewegtbildern zum Gegenstand des Dialoges mit und zwischen den "Usern" gemacht werden soll [1]

Bleibt nur noch die Frage, seit wann die Firmen O2 und Nokia von den Initiativen der jeweils anderen wussten - und wie sie jetzt damit umgehen? Im Rahmen des Film Festivals in Zürich hatten die schweizer Kollegen von Nokia ebenfalls einen "ersten Mobile Movie Award" ausgeschrieben und sich am Sonntag den 10. Oktober 2005 für den Kurzfilm "PASSION" entschieden. [2]

Der Gewinner Kevin Gretener erhielt eine Reise in Höhe von 7.000 Schweizer Franken für zwei Personen zum Geschenk. Destination: Die Berlinale 2006. [3]

Anmerkungen

[1diese Links waren über die O2-Deutschland -Seite am Wochenende noch nicht zugänglich, wohl aber die neue Wettbewerbsausschreibung unter der Adresse
www.mobilemovieaward.de . Hier findet sich auch der Link auf die Seite
www.mobilemovieaward.de/prof/award20042.htm auf der viele der echt sehens- und hörenswerten Beträge aus dem Jahr 2004 nochmals angeboten werden.

[2Auch hierzu gibt es eine eigene URL unter der Adresse: www.mobilemovieaward.ch .

[3Hier der Link auf die entsprechende Seite von Nokia Schweiz - verbunden mit der Frage, was eigentlich dagegen sprechen würde, sich anstatt eines möglichen Streites um die Urheber- und Namensrechte zusammenzutun und diese beiden Awards für die 57. Berlinale in 2007 als einen gemeinsamen zu verleihen?!


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