Bush in der BamS

VON Dr. Wolf SiegertZUM Montag Letzte Bearbeitung: 7. Mai 2006 um 22 Uhr 14 Minuten

 

George Bush in einem Interview mit der Bild am Sonntag vom 7. Mai 2006:

"Als Junge habe ich nie ein Fußballspiel gesehen. Wo ich herkomme, wurde Fußball nicht gespielt. Es gab diesen Sport einfach nicht. Es gibt also eine Generation von Amerikanern, die wirklich keine Fußballfans sind"

Endlich mal eine ehrliche Antwort - die ihm hier vieleicht sogar die eine oder andere Smpathie einbringen könnte: Zumindst bei all denen, die derzeit bestrebt sind, für die Zeit der Fussball WM 2006 "auszuwandern".

Also: ab nach Amerika!

Hier nochmal ein Auszug aus den Fragen von und Antworten an BILD-Herausgeber Kai Diekmann - im Foto links [1] - samt der oben zitierten Passage:

Sie werden Deutschland im Juli besuchen. Hat Angela Merkel Sie gefragt, was Sie bei uns gern sehen möchten?

Das ist wirklich interessant. Sie hat das Gefühl, daß es für mich wichtig wäre, Ostdeutschland, die frühere DDR, zu besuchen. Das schätze ich sehr. Wir sind alle das Produkt unserer Erziehung und unserer Herkunft. Wer mich besser kennenlernen will, muß meine Eltern kennenlernen, ebenso die Werte, die sie mir vermittelt haben. Ich bin im Westen von Texas, mitten in der Wüste, sehr weit weg von allem aufgewachsen. Durch diese Erfahrung habe ich ganz bestimmte Werte kennengelernt.

Ich war sehr fasziniert davon, einer sehr starken Frau zu begegnen, die in einem kommunistischen Land erzogen worden ist. Ich habe einige Zeit mit Angela Merkel oben in unserem privaten Eßzimmer hier im Weißen Haus verbracht und habe ihr zugehört. Ich habe sie gefragt, wie es war, als Kind dort aufzuwachsen. Interessanterweise hat sie zunächst ihre Mutter und ihren Vater beschrieben. Das hat mir viel darüber gesagt, was für ein Mensch sie ist. Sie sprach von ihrem Vater, dem Pastor, und von ihrer Mutter. Sie erzählte von ihrer Schulzeit in einem kommunistischen System. Und sie lud mich zu sich nach Hause ein. Wo ich herkomme, ist eine Einladung zu sich nach Hause eine Geste der Großzügigkeit. Das ist ausgesprochen gastfreundlich. Und ich freue mich sehr darauf.

Ich lasse Angela Merkel das Programm für meinen Besuch planen. Es wird eine sehr faszinierende Zeit für mich sein, und ich danke ihr sehr für die Einladung.

Gibt es Dinge, die Sie an den Deutschen stören? Und um was beneiden Sie die Deutschen?

Die Deutschen sind immer unwahrscheinlich effiziente, kompetente Geschäftsleute gewesen. Wenn sie ein Produkt herstellen, ist es immer von höchster Qualität. Eine Herausforderung für Deutschland ist das Zusammenwachsen von Ost und West. Es ist eine schwierige Aufgabe, im Osten eine Wirtschaft zu entwickeln, die den Menschen Hoffnung geben kann. Aber wie gesagt: Ich habe große Achtung vor Deutschland.

[...]

Herr Präsident, Sie sind ein großer Sportfan. Wie wichtig ist die Fußball-WM in Deutschland?

Bis vor kurzem waren sich viele Amerikaner nicht bewußt, wie wichtig die Weltmeisterschaft ist. Das liegt daran, daß viele von uns ohne Berührung zum Fußball groß geworden sind - ich zum Beispiel. Als Junge habe ich nie ein Fußballspiel gesehen. Wo ich herkomme, wurde Fußball nicht gespielt. Es gab diesen Sport einfach nicht. Es gibt also eine Generation von Amerikanern, die wirklich keine Fußballfans sind. Es gibt aber eine neue Generation, die mit Fußball groß geworden ist. Bei denen gibt es natürlich großes Interesse an der WM. Und manche von uns älteren Burschen fangen jetzt an zu verstehen, wie wichtig die WM für die ganze Welt ist. Sie ist weltweit das wichtigste Sportereignis. Es muß eine große Ehre sein, daß Deutschland Gastgeber dieser Veranstaltung ist. Ich bin mir sicher, daß die Deutschen ihre Sache prächtig machen werden und die Menschen aus aller Welt willkommen heißen.

Und wer wird Weltmeister?

Natürlich ist meine Mannschaft das US-Team. Ich habe mir sagen lassen, daß wir ein gutes Team haben. Aber wer weiß, ob es gut genug ist, zu gewinnen? Aber eines weiß ich sicher: Sie werden bestimmt ihr Bestes geben.

Anmerkungen

[1Sorry: Es konnte online nicht einwandfrei ermittelt werden, ob das Foto von AP oder der dpa stammt.


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