CeBIT-Presse Splitter

VON Dr. Wolf SiegertZUM Dienstag Letzte Bearbeitung: 17. März 2007 um 16 Uhr 46 Minuten

 

I.

Zufälle gibt’s: als der Link auf die deutschsprachige CeBIT-Hompage für diese Seite am Abend des 1. Januar 2007 erstmals erstellt wurde, waren auf der Seite Eins der Website unter der Rubrik "Branchen News" die folgenden zwei Nachrichten als die beiden ersten bekanntgegeben:

- "Samsung-Manager bekennt sich der illegalen Preisabsprache schuldig"
(heise online, 22.12.2006 14:16) Der für den Verkauf zuständige Vizepräsident von Samsung Electronics zahlt 250.000 US-Dollar Strafe und geht für zehn Monate ins Gefängnis. -> mehr

- "Microsoft verliert auf dem US-amerikanischen Online-Suchmarkt"
(heise online, 22.12.2006 13:07) Wie im Vormonat musste allein Microsoft unter den großen Suchdienstleistern einen Zugriffsschwund verkraften. -> mehr

Wie gut, dass die beiden nachfolgenden Meldungen über
- Research in Motion und
- Red Hat
eher von der "guten Art" ;-) waren.

II.

Die ersten Kongresse werden der Öffentlichkeit bekannt gemacht:

In einer Gemeinschaftsveranstaltung vom VDZ Verband Deutscher Zeitschriftenverlegern, vom FIPP, dem Weltverband der Zeitschriftenverleger und CeBIT soll erstmals ein internationaler Kongress „Magazine Media 2.0“ für Verleger am 14. und 15. März 2007 in Hannover ausgerichtet werden.

Die Digitalisierung wird für die Medien immer mehr zur Nagelprobe auf die Zukunftsfähigkeit der Unternehmen. Für die Zeitschriftenverleger eröffnet die rasant zunehmende Technologienkonvergenz viele Chancen, zugleich wirft sie aber auch eine Reihe von Fragen auf - vor allem in Bezug auf die Implementierung in die konkreten Geschäftsabläufe der Medienunternehmen.

Als Referenten werden bereits am 9. Januar 2007 unter anderen angesagt:
- Didier Quillot (CEO Hachette Filipacchi Medias France),
- James Spanfeller (President & CEO Forbes.com USA),
- David Hill (President & CEO IDG USA),
- Dr. Hubert Burda
- Dr. Bernd Kundrun (CEO Gruner + Jahr)
- Dr. Andreas Wiele (Zeitschriftenvorstand Axel Springer),
- Dr. Olaf Göttgens (Vice President Brand Communications Daimler Chrysler),
- Claus Wüstenhagen (CEO Vogel Business Medien).

Am 7. Februar 2007 erreicht uns vom Euroforum die Einladung zur Berichterstattung über den „International CeBIT Summit“ - ein aussergewoehnliches Event fuer die Elite der internationalen Wirtschaft - der Deutschen Messe AG in Kooperation mit der BITKOM, dem Handelsblatt und der WirtschaftsWoche.

Fuer Top-Manager die einmalige Gelegenheit, um mit einflussreichen Referenten der IT- und Internetwelt zu diskutieren, zum Beispiel mit:
- Peter Sondergaard (Gartner),
- Ben Verwaayen, (BT Group),
- Nikesh Arora (Google),
- Dr. Stefan Gross-Selbeck (eBay),
- Achim Berg (Microsoft Deutschland),
- Matthias K. Hartmann (IBM) und
- Torsten Ahlers (AOL Deutschland).

III.

Das Wetterleuchten am Pressehimmel [1] wird immer massiver.
Hier nur zwei der allseits bekannten querulanten Quellen:

Die FTD hatte bereits in einem Kommentar am 23. Januar 2007 mit in einer Entgegnung auf die Erklärungen des CeBIT-Vorstandes reagiert.
Worauf der "Vorstandschef des Hannoveraner Messeveranstalters Sepp Heckmann" im FTD-Interview am 28. Februar 2007 die Dinge dann nochmals in ein besseres Licht rücken durfte.

Und Silicon.de zitiert am 7. März 2007einen Berater des Marktforschungsunternehmens Gartner, Martin Gutberlet, der sogleich auf die Internationale Funkausstellung und die Mobilfunkmesse 3GSM in Bareclona verweist: als Gegenmodell zum "Gemischtwarenhandel" einer CeBIT. [2]

IV.

In der eher "linientreuen" c’t-Ausgabe des Heise Verlages # 6 vom 5. März 2007 wird von Peter-Michael Ziegler unter der Zwischenüberschrift: "Blick voraus" auf Seite 18 davon gesprochen, dass man ab 2008 sich "wieder stärker auf die Rolle eines Vermittlers für Fachgespräche und Geschäftskontakte konzentrieren" wolle. Und genau zwischen diesen Zeilen gibt es die Abbildung eines so genannten "CeBIT-Next-Terminal", an dem "Messebesucher ihren persönlichen Zukunftsvisionen freien Lauf lassen" können.

Warum aber, so die Frage, hat man ausgerechnet den CeBIT-Vorstand Raue als "Messebesucher" auf diesem IBM-gebrandeten Sitz Platz nehmen lassen? Kleine Zeichen, grosse - wenn auch sublime - Wirkung: Wahrscheinlich hat sich keiner die Zeit genommen, über die symbolische Wirkung eines solchen Bildes wirklich Gedanken zu machen.
 [3]

V.

Die Welt, die sich - wie der Eintrag vom 7. März 2007 [4] aufgezeigt hat - als Zeitung der Dominanz der Online-Information offensiv zu stellen versucht, titelt in der KOMPAKT-Ausgabe vom 14. März 2007: "Die Cebit hat ihre Strahlkraft verloren". Und startet mit dem Satz: "Ernst Raue hat schon bessere Tage erlebt. Der Vorsitzende der Deutschen Messe AG steht derzeit kräftig unter Beschuss. Seit Wochen hackt alle Welt auf seiner CeBIT rum." Und dann kommt das Übliche, wie oben schon zitierte im 24. Aufguss. Aber zumindest das Wort "CeBIT" hätte der Kollege Carsten Dierig als "CeBIT" durchgehen lassen können. Denn: so klein muss sich diese nach wie vor weltgrösste Messe ihrer Art nun auch nicht machen lassen...

[... wird fortgesetzt - WS.]

Anmerkungen

[1zu dem bewusst durch einen entsprechenden Verzicht auf das Erheben der eigenen Stimme nicht beigetragen worden war

[2Klug gebrüllt, Löwe: Selbstverständlichkeiten haben den Vorteil auch von selbst verständlich zu sein. Doch damit wird die Wende sicherlich nicht geschafft werden.

[3Wir haben dem Messe-Foto an dieser Stelle einfach mal ein eigenes entgegengestellt:

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