WORLDSCREEN @ Berlinale (VII)

VON Dr. Wolf SiegertZUM Donnerstag Letzte Bearbeitung: 16. Februar 2007 um 22 Uhr 36 Minuten

 

Heute ab 19.00 h haben die Teilnehmer am europäischen WORDLSCREEN Forschungs-Projekt die neusten Entwicklungen für das Digitale Kino im CineStar am Potsdamer Platz präsentiert.

Eine öffentliche Kommentierung dieses wichtigen Events verbietet sich, da es mit mehreren der hier genannten Einrichtungen so gute und vertrauliche Kontakt gibt, dass eine auch nur ansatzweise objektivierenden Darstellung nicht gewährleistet werden kann. [1]

Also wird an dieser Stelle, was die Ausnahme von der Regel bleiben sollte, der Pressetext zitiert:

WorldScreen-Präsentation auf der Berlinale

Wie das Digitale Kino der Zukunft aussehen kann, zeigen Fraunhofer-Forscher zusammen mit Industriepartnern wie Deutsche Telekom Laboratories, FLYING EYE, KODAK, Digilab, MOG Solutions am 15. Februar auf der Berlinale. [2] Sie stellen im CineStar des Sony-Centers die Ergebnisse des EU-Projekts Worldscreen vor.

Das Kino der Zukunft begeistert mit gestochen scharfen Bildern und bester Qualität. Künftig werden Filme mit einer Auflösung von 4 K in den Kinos gezeigt, das sind 4096 x 2160 aktiven Bildpunkte. Möglich macht das der Umstieg von Analog- auf Digital-Technik. In den Lichtspielhäusern von morgen kommt der Kinostreifen nicht mehr von der Filmspule, sondern direkt von der Festplatte eines Servers. Doch bis die neue Technik in jedes Kino einziehen kann, muss die Filmindustrie noch einige Herauforderungen meistern - wie etwa die Handhabung der riesigen Datenmengen.

»Beim Drehen einer einzelnen Szene fallen zwischen 200 bis 500 Gigabyte Daten an. Ein 90-minütiger Spielfilm erzeugt so mehrere Dutzend Terabyte an Daten«, erläutert Siegfried Fößel. Diese Daten zu speichern, zu bearbeiten, zu verteilen und zu archivieren ist aufwändig. Ziel des EU-Projektes WorldScreen ist es, den gesamten Arbeitsablauf in der digitalen Kinoproduktion mithilfe der skalierbaren Datenkompression zu optimieren. Die Partner des Projekts setzen dabei auf den Standard zur Bildkomprimierung JPEG2000. Das Verfahren kodiert Bild für Bild und ermöglicht so einen bildgenauen Schnitt. Weiterer Vorteil: Aus einem Bilddatenstrom können verschiedene Auflösungen generiert werden -wählbar von der Originalauflösung der Kamera bis hin zu kleineren Auflösungen für eine Filmvorschau oder erste Arbeitskopien. Und das, ohne die Originaldaten zu verändern. Außerdem bietet JPEG2000 Raum für Metadaten. So lassen sich zusätzliche Informationen zu den aufgenommenen Bildern abspeichern. Um einen leicht handhabbaren Workflow für das Digitale Kino aufzubauen haben die Forscher JPEG2000 in verschiedene Speicher- und Postproduktionssysteme integriert. So wurden ein tragbare Speicher sowie Systeme zur Encodierung und Decodierung der bewegten Bilder entwickelt.

Die fertigen digitalen Filme werden künftig über Satelliten an die Lichtspielhäuser übertragen. Dafür wollen die Projektpartner das Container-Format „Material eXchange Format (MXF)“ nutzen. MXF ist eine Art Briefumschlag, in dem die JPEG2000-Daten verpackt und verschickt werden. Im Kino werden die Daten wieder entpackt und können in bester Qualität über einen digitalen Projektor abgespielt werden. Digitale Filmdaten sind eine ideale Kopiervorlage. Verschlüsselungstechnologien sollen verhindern, dass die wertvollen Bilder in falsche Hände geraten und vervielfältigt werden.

Höchstes Augenmerk wurde in dem gesamten Projekt auf optimale Bildqualität gelegt. Denn nur wenn das Kino durch brillante Qualität überzeugt, kann es sich auch in Zukunft deutlich vom Fernsehen absetzen.

Auf der Berlinale werden nun die Ergebnisse präsentiert. Die Partner im Projekt WorldScreen stellen dort die entwickelten Systeme vor, die demnächst dem Markt zur Verfügung stehen.

PS: Der Versuch, diese Ergebnisse nach dem Besuch der Veranstaltung online einzusehen, scheiterte; die Anmeldung als Zugangsvoraussetzung wurde trotz stimmiger Mail-Adresse und der Eintragung aller notwendigen Daten verweigert.

Anmerkungen

[1Das würde schon mit der Frage beginnen, warum die zuvor in Ansätzen auskommentierte Veranstaltung zum Thema der Digitalen Distribution am Mittwoch dieser Woche und diese keinerlei Schnittstelle zu einander hatten.

[2Zur Ergänzung: weitere beratende Partner sind die Firma ARRI und Warner Bros. - WS.


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