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VON Dr. Wolf SiegertZUM Samstag Letzte Bearbeitung: 13. August 2008 um 07 Uhr 59 Minuten

 

Arzt ohne Anschluss

Es mag ja sein, dass die Belastungen für die Ärzte hier in Deutschland immer grösser und die Möglichkeiten, dafür ein adäquates Entgelt zu erhalten immer geringer werden. Dennoch, die Internationalisierung des Gesundheitssystems macht nicht an den bundesdeutschen Grenzen halt.

Solange man "seinen Arzt" noch vor Ort hat und/oder telefonisch erreichen kann, mag das ja auch noch die Kommunikation mit diesen in den gewohnten Bahnen laufen wie bisher, was aber, wenn es nur noch die Möglichkeit gibt, sie aus dem Ausland per Mail anzuschreiben um sich mit ihnen über weitere medizinische Massnahmen abzusprechen?

In der gleichen Praxis, in der man schon von den Hilfskräften angemault wurde, weil man die Chipkarte nicht dabei hatte - nicht etwa, um zu zahlen, sondern weil es daher notwendig war, die Adresse nochmals per Hand einzugeben - ist nicht in der Lage auf eine E-Mail-Anfrage auch nach einer Woche zu reagieren.

Und man fragt sich, was denn nun das Kleinere der beiden Übel sei: ein Hausarzt, der überhaupt keine Mail-Adresse hat - oder sie nicht bekanntmacht - oder die Fachärztin, die ihre Adresse nennt, aber auf Anfragen nicht reagiert?

Nachdem es also von Kroatien aus nicht möglich war, über e-Mail Kontakt mit den zuständigen Ärzten in Berlin aufzunehmen, musste die Entscheidung vor Ort und ohne weitere Rücksprache getroffen werden: Die Entscheidung fiel auf den Besuch eines chinesischen Arztes, dem am letzten Tag seiner Bemühungen auf diesem Wege Dank für seine Arbeit gesagt wird.