Urlaub in Digitalien?

VON Dr. Wolf SiegertZUM Montag Letzte Bearbeitung: 30. Dezember 2014 um 19 Uhr 56 Minuten

 

Dieser Text ist die Vorstudie zu einem gleichlautenden Artikel, der am 26. August 2003 in der IFA-Ausgabe von "Magazin 2006 / Klick.online" erscheint. Das Datum bezieht sich auf jenen Tag, an dem die hier in Auschnitten wiedergegebene Anzeige mit Werbung für den Media Markt als Beilage zu den Tageszeitungen erschienen ist.

Produkte suchen ihr Publikum, Key Accounter ihren Markt. Auf der Internationalen Funkausstellung finden wir beides: den Marktplatz und sein Publikum. Das macht die IFA einmalig. Und genau das kann sie auch einmal überflüssig machen.

Dabei ist der neue Vertag in der Tasche. Die IFA bleibt in Berlin. Bis auf weiteres, so wie die Buchmesse in Frankfurt. Und doch ist die Zeit vorbei, da alles bei Alten bliebe. Wer so denkt, wird alsbald in Sack und Asche gehen. Doch der zündende Funke, auf den wird die Funk-Ausstellung noch ein weiteres Mal warten müssen.

Die Branche wartet auf bessere Zeiten und doch wissen sie alle, dass ein Stillstand schon den Rückschritt signalisiert. Und den darf sich keiner leisten. Also auf: zu neuen Ufern! Aber wohin, bitte? Wo liegen sie, die Märkte der Zukunft, wo finden wir das Publikum, das solche Oasen mit der Manna neuer Kaufkraft zum Leben erwecken wird?

Wie also lautet die Zieleingabe für den Travel Pilot der Unterhaltungselektronik? Was ist der common denomenator der Zukunft? Die Destination heißt „Digitalien". Sie ist public domain. Keine Geheimformel mehr, sondern ein Reiseziel für angeblich all diejenigen, die den Geiz geil finden und mit dem Brustton der Überzeugung schwarz auf rot gesagt bekommen „ich bin doch nicht blöd".

Mit der in den Tageszeitungen vom 30. Juni 2003 einverleibten Werbeaussendung hat die für den Media Markt tätige Agentur Medien-Geschichte geschrieben. Wahrscheinlich nicht willentlich, aber wohl auch nicht wider Willen. Auf der Suche nach einem guten Spruch hat sie jenen einen Zuspruch verschafft, die schon früh auf die Digitalisierung der Branche gesetzt haben: sei es nun Samsung mit DigitAll oder Sony mit DigiBeta.

Was in den Profi-Bereichen heute schon Gang und Gebe ist, beginnt nun auch beim Endverbraucher Gehör zu finden. Die Produktionstools aus dem „B-to-B" Sektor haben die Sektorengrenze in die Gestade der „B-to-C"-Applikationen überwunden. Die Digitale Produktionsweise wird nun auf ihre Art und Weise zum bestmöglichen Tool der Reproduktion der Arbeitskraft umgeformt. Aus dem geplanten Ausflug ins Grüne wird die Urlaubsvorbereitung nach „Digitalien".

Vor der Erholung noch schnell die digitale Kamera „geholt": Zu Weihnachten dann der neue Fernseher mit dem Flachbildbildschirm. Und zur IFA die Material-Schlacht um den Kunden. Plasma oder LCD - darf’s im Durchmesser vielleicht doch noch ein bisschen größer sein?

Die Zukunft hat also schon begonnen. Eigentlich kann es keiner mehr hören. Kaum eine(r), (die) der nicht schon mindestens eine Medien-Revolution auf eine der letzten IFAs verkündet hat. Denn nichts hatte mehr Bestand in den letzten Jahren als dieser Wandel: von der Messe für die „braunen Ware" hin zum multimedialen Event-Kiosk. Von der Rund-Funk-Veranstaltung zum digital seamless communications portal.


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