... opportunities and challenges for digital cinema

VON Dr. Wolf SiegertZUM Mittwoch Letzte Bearbeitung: 16. Dezember 2009 um 14 Uhr 42 Minuten

 

European Commission seeks views on the opportunities and challenges for digital cinema

Seit dem 16. Oktober 2009 wird unter der Nummer IP/09/1534 von Seiten der Europäischen Kommission um Stellungnahmen zu Chancen und Herausforderungen des digitalen Kinos nachgesucht.

HEUTE ist der letzte Tag, an dem Stellungnahmen eingereicht werden können.

Ansprechpartner ist die

European Commission, DG INFSO, Unit A2
" MEDIA Programme and media literacy "

BU33 02/10 - B-1049 Brussels
Tel : (+32) (0) 2 29 59 204
Fax: (+32) (0) 2 29 92 290
Email: INFSO-CONSULTATION-DIGITAL-CINEMA@ec.europa.eu

Die im Vorfeld dieser Diskussion zur Verfügung gestellten Dokumente einschliesslich ihrer Ankündigung [1] sind hier nochmals auch auf dieser Seite - soweit zugänglich in deutschen Sprache - zur Verfügung gestellt worden.


INTRODUCTORY POLICY DOCUMENT:
CONSULTATION ON OPPORTUNITIES AND CHALLENGES FOR
EUROPEAN CINEMA IN THE DIGITAL ERA

background_digital_cinema_en

BACKGROUND DOCUMENT ON OPPORTUNITIES AND
CHALLENGES FOR EUROPEAN CINEMA IN THE DIGITAL ERA
13 Oct 2009

intro_consultation_digi_cinema_en

FRAGEBOGEN FÜR FILMFÖRDEREINRICHTUNGEN / ÖFFENTLICHE STELLEN / FACHBERBÄNDE DER FILMBRANCHE / SONSTIGE INTERESSENGRUPPEN

consultation_agencies_de

FRAGEBOGEN FÜR VERLEIHER

consultation_pros_distrib_de

FRAGEBOGEN FÜR KINOBETREIBER

consultation_pros_exhib_de

FRAGEBOGEN FÜR PRODUZENTEN (WELTVERTRIEBE)

consultation_pros_prodsales_de

Nachfolgenden soll zumindest exemplarisch auf die an die "sonstigen Interessengruppen" gestellten Fragen in Form der nachfolgenden Gegen-Fragen und Überlegungen reagiert und damit klar gemacht werden, dass trotzt der kritischen Einstellungen und eher entmutigenden Vorerfahrungen der Dialog damit dennoch nicht grundsätzlich verweigert wird.

1. Welche Trainings/Fortbildungsbedürfnisse haben sich bei Ihnen in Bezug auf digitale Technologien ergeben? Welcher Bedarf wird nicht durch nationale Fortbildungsinitiativen erfüllt?

2. Welche Maßnahmen sollten die Mitgliedstaaten ergreifen um sicherzustellen, dass "digitale Master" für ihre zukünftigen nationalen Produktionen verfügbar sind?

3. Wer sollte für die Herstellungskosten eines digitalen Masters (DSM) aufkommen?

4. Wie kann der "pay once approach" unterstützt werden (= ein Master, der für jeden Vertriebskanal genutzt werden kann: Kino, HDTV, DVD…)?

5. Wie kann die Kompatibilität der verschiedenen Projektionssysteme sichergestellt werden?

6. Sollte es einen einzigen digitalen Projektionsstandard geben?

7. Sollte es eine Pan-Europäische Datenbank für "trusted device lists" (TDL, Zertifikat-ID vom Equipment) geben?

8. Wie können die regionalen Körperschaften/Kommunen zur digitalen Ausstattung der örtlichen Kinos beitragen?

9. Welche Rolle könnte der Europäische Strukturfonds (ESF) spielen? (Wie) sollten die Mitgliedstaaten darin bestärkt werden, den ESF für die Digitalisierung ihrer Kinos zu nutzen?

10. Inwieweit/unter welchen Bedingungen sollten die Mitgliedstaaten die Digitalisierung ihrer Kinos finanziell unterstützen?

11. Wie kann die Komplementarität zwischen öffentlichen Fördersystemen und bestehenden VPF Modellen sichergestellt werden?

12. Inwieweit sollen Verleiher zu den Kosten der digitalen Ausstattung beitragen?

13. Inwieweit wäre ein Programm, das Kinobetreibern den Zugang zu Krediten erleichtert oder das die Finanzierungskosten unterstützt, sinnvoll?

14. Wie kann die Komplementarität eines möglichen EU Programms mit nationalen/regionalen Fördersystemen sichergestellt werden?


All diese Fragen sind in ihrer jeweiligen Spezifikation und Begründung durchaus nachvollziehbar.

Die hier vorgebrachten "Antworten" basieren nicht auf einem lobby-ähnlichen Interesse, sondern auf einer breiten Basis von international geprägten Erfahrungen, die nunmehr fast ein Jahrzehnt der eigenen Arbeit mit-bestimmt haben.

Daher wird an dieser Stelle mit den folgenden Gegen-Fragen und Überlegungen geantwortet:

I.
Wie kann es angehen, dass erst jetzt eine öffentliche Anhörung dieser Art stattfindet? Jetzt, wo - aus europäischer Sicht - das Kind schon längst in den Brunnen gefallen ist. Und dieser Brunnen, das ist das, was uns nun im digitalen Gewand aus Hollywood und Bollywood auf die hiesigen Leinwände verbracht wird.

II.
Ist damit nicht schon längst den Beteiligten die Handlungskompetenz genommen worden, nachdem die wesentlichen Standards und wirtschaftlichen Investitionsentscheidungen ohne europäische Einwirkung zu Stande gekommen sind?

III.
Warum wurde die Diskussion mit den wesentlichen Treibern dieser Entwicklung - vor allem in den USA - nicht nur nicht geführt, sondern sogar - in einigen Fällen nachweislich - unterbunden?

IV.
Welchen Aus-Gestaltungs-Frei-Raum traut man sich jetzt noch auf nationaler, respektive europäischer Ebene zu, nachdem die grundsätzlichen Entscheidungen nicht nur gefällt sondern auch auch in konkrete ökonomische Angebote - aber auch Zwänge - umgesetzt wurden?

V.
Welche Möglichkeiten der eigenständigen Entwicklungen von Vertriebs- und Vermarktungsstrategien für in Europa entwickelte, produzierte und vertriebene Filme werden überhaupt noch unter den jetzt vorgegebenen Rahmenbedingungen als machbar erachtet?

VI.
Warum beziehen sich alle hier gestellten Fragen ausschliesslich auf den Sektor Film und nicht auch auf andere in Zukunft in den Filmtheatern relevanten Inhalte: von Live-Schaltungen über Games-Sessions und Film-On-Demand-Screenings bis hin zu Konzertveranstaltungen?

A.

Mit dieser exemplarischen Art der Fragen und der Fragestellung ist klar, was hier angesprochen wird: diese Initiative ist so gut, wie sie zu spät ist.

Der Gestaltungsrahmen ist kein aktiver mehr sondern nur noch in der Reaktion der inzwischen gesetzten Rahmenbedingungen zu entwerfen.

Fragen, wie die mit der Nummer 11 "Wie kann die Komplementarität zwischen öffentlichen Fördersystemen und bestehenden VPF Modellen sichergestellt werden?" machen diesen Umstand exemplarisch deutlich.

Fragen, wie die mit der Nummer 6: "Sollte es einen einzigen digitalen Projektionsstandard geben?" sind denn auch, zurückhaltend gesagt: von einer kaum noch zu überbietenden Naivität.

B.

Diese Kommentare werden im Verlauf des Monats November des Jahres 2009 geschrieben. Und das, nachdem die Reaktionen bzw. Antworten in einer informellen und sicherlich nicht repräsentativen Umfragen unter den wichtigsten "Playern", Betroffenen und Interessengruppen in diesem Umfeld ergeben haben, dass die hier dokumentierte Anhörung bislang kaum zur Kenntnis genommen wurde; ja, dass in einer Reihe von Fällen erst durch diese Frage auf diese Umfrage aufmerksam gemacht werden musste.

C.

Die Liste der erheblichen Versäumnisse kann hier nur kursorisch angesprochen und sollte an anderer, nicht öffentlicher Stelle noch ausführlicher und schärfer analysiert werden.

An dieser Stelle dagegen sollte der - auch in Deutschland angekommene - Spruch gelten: "don’t cry about spilt milk" - und stattdessen nachgeschaut werden, ob es noch Möglichkeiten und Mittel gibt, den sich aktuell abzeichnenden Entwicklungen dennoch und trotz alledem an einigen geeigneten Punkten hier und da ein "europäisches Sahnehäubchen" aufzusetzen.

D.

In der langen Diskussion über die Strategien der US-Majors wurde immer wieder behauptet und alles dafür getan, dass ihnen und ihrem Vertrieb auch die Zukunft des digitalisierten Film-Vertriebes gehören wird.

Dabei wurden - gerade in Europa - gelegentlich auch Mittel und Wege gesucht, die hilfreich waren, diese Interessen mit Nachdruck zum Erfolg zu führen.

Insofern ist es durchaus nachvollziehbar, dass der Aufruf, sich mit diesen Kräften in einen Dialog zu begeben, nicht viel gefruchtet hat.

Die Bereitschaft, es wirklich auf ein Kräftemessen ankommen zu lassen, war dann auch nur in Ansätzen so weit vorhanden, dass man daraus wirklich eine eigene Position und Strategie hätte ableiten können.

Die hier exemplarisch zitierte Frage nach den Standards für die digitale Distribution ist der Nachklapp einer Position, die noch vor wenigen Jahren einen eigenen europäischen Standard als Perspektive vorgeschlagen hatte.

E.

Dass in den europäischen Ländern vor allem die Öffentlichen Hände mitgeholfen haben, sich dieser Herausforderung zu stellen, ist - bei allen Segnungen, die diese Bemühungen in Zukunft für den europäischen Film vielleicht auch mit sich bringen mögen - ein zweischneidiges Schwert.

Und dass trotzt aller Bereitschaft von Seiten des Bundes, diese Förderungen auch in Deutschland zu Wege zu bringen, wir in diesem Lande bislang nicht "zu Potte" gekommen sind, ist ein Armutszeugnis, das seines Gleichen sucht.

Ohne hier zu sehr ins Detail zu gehen oder Indiskretionen zu begehen: es hätte - schon vor Jahr und Tag - Opportunitäten gegeben, bis zu 40 Millionen Euro an Fördermittel bereitzustellen, ohne dass diese letztendlich genutzt worden wären.

F.

Es geht also hier nicht allein um Schuldzuweisungen an "die in Bruxelles". Und auch die bundesdeutsche Politik kann bei allen auch einmal positiv konzidierten Bemühungen die Film-Szene aufgrund ihrer Lagermentalität und Interessenjunktims nicht "zum Jagen tragen".

Der Verweis auf das europäische Kulturgut Film, seinen Schutz und seine Promotion lassen uns oft vergessen, von welcher geradezu fundamentalen Bedeutung der Film in den USA ist. Und das nicht nur aus ökonomischen Gründen, sondern vor allem auch daher, dass dort der Film als Kulturträger noch eine ganz andere, eine sehr viel dominantere Rolle hat, als hier in Europa (und das selbst im Vergleich mit sogenannten "Film-Ländern" wie Frankreich).

G.

All das kommt in den hier gestellten Fragen nicht zum Tragen - und wird damit den Evaluatoren auch die Möglichkeit nehmen, auf letztendlich jene Punkt zu sprechen zu kommen, in denen die Europäer auch heute noch einen Vorsprung gegen über den USA - oder auch Indien - haben. Ja, in einigen Punkten sogar eine USP, eine Unique Selling Proposition.

Dass wir uns mit unseren spezifischen Möglichkeiten und Chancen im Filmgeschäft immer noch mehr schlecht als recht zu wehren wissen, geschweige denn zu verkaufen, ist ein langes Klagelied mit vielen, vielen Strophen.

Und doch hätte die Digitalisierung gerade den Europäern die Chance gegeben, diesen Refrain durch einen neuen (Kon-)Text auszutauschen und Standards zu setzen, die nicht in der technischen Spezifikation hängen geblieben wären.

H.

Wir haben in Deutschland mit dem MP3-Standard ein gutes Beispiel, das gerne zitiert wird, und mit den aktuellen Bemühungen im 3D-Bereich gibt es vielleicht vergleichbare gute Ansätze, die in Zukunft noch aufhorchen werden lassen können, auch im internationalen Umfeld.

Was bleibt, ist die Crux, dass all diese Entwicklungen und Möglichkeiten im Wesentlichen nicht von Seiten der Industrie, sondern von der Öffentlichen Hand beeinflusst und gefördert werden, deutschland- wie europaweit - zu einem Zeitpunkt, wo an anderer Stelle Einrichtungen wie die - inzwischen schon wieder aufgelöste Digital Cinema Initiative DCI und Einrichtungen wie die SMPTE den Markt selbst zurecht gebacken haben.

Die Zeiten, in denen VertreterInnen dieser Gremien in Bruxelles noch Hausverbot hatten, sind vorbei. Aber die Entscheidung, sich in diesem Hohen Hause nunmehr auch über die Zukunft des Digitalen Kinos Gedanken zu machen, ist heute eher der blanken Zeit-Not geschuldet als einer möglichen politischen Weitsicht und Tugend.

WS.


Anmerkungen

[1Die Kommission startete heute eine öffentliche Konsultation der Fachkräfte des audiovisuellen Sektors in der EU zu der Frage, wie die Chancen der „digitalen Revolution“ im EU-Filmsektor am besten ergriffen und die damit verbundenen Herausforderungen gemeistert werden können. Das digitale Kino kann den Filmvertrieb deutlich billiger und flexibler machen und dadurch die Verbreitung des europäischen Films erleichtern. Die „Digitalisierung“ erfordert jedoch große Investitionen. Ein Drittel der europäischen Kinos könnte wegen der hohen Kosten der digitalen Anlagen dabei von der Schließung bedroht werden, wenn nicht unverzüglich neue Geschäftsmodelle und öffentliche Förderprogramme geschaffen werden. Die Stellungnahmen der Kinobetreiber und Fachkreise des audiovisuellen Sektors wie auch nationaler Filmagenturen und anderer Betroffener zu dieser ab heute über zwei Monate laufenden Konsultation werden in eine Mitteilung einfließen, in der die Kommission Anfang nächsten Jahres ihre Strategie für das digitale Kino darlegen wird.

„Die digitale Revolution ist heute in vollem Gange, und das europäische Kino sollte sich gut dafür rüsten,“ erklärte die für die Informationsgesellschaft und Medien zuständige EU-Kommissarin Viviane Reding. „Die Konvergenz von herkömmlichen Inhalten und digitaler Technik führt zu einem radikalen Wandel der Art und Weise, wie Filme produziert, vertrieben und angeschaut werden. Die Technik kann neue Geschäftsmöglichkeiten eröffnen, neue Arbeitsplätze schaffen und neue Dienste für die Verbraucher entstehen lassen, wenn wir die richtigen Rahmenbedingungen schaffen, um diese Entwicklung zu fördern. Die Kommission möchte deshalb alle Beteiligten zu ihren Erfahrungen, Bedürfnissen und Erwartungen im Hinblick auf die die für die Zukunft des europäischen Kinos unumgängliche Digitalisierung befragen.“

EU-Wettbewerbskommissarin Neelie Kroes bemerkte dazu: „Eine öffentliche Debatte über die Auswirkungen des digitalen Kinos in Europa ist längst überfällig. Große Investitionen werden notwendig sein, und auch staatliche Hilfen könnten bei der Förderung der Digitalisierung eine Rolle spielen. Deshalb müssen wir die Dynamik des Sektors genau verstehen, um dafür sorgen zu können, dass die Digitalumstellung für die Kinobetreiber und letztlich auch für die Verbraucher von Vorteil ist.“

Immer häufiger greifen Filmproduzenten auf Digitaltechnik zurück. Die Filmherstellung wird durch neue Kameras und neue Formate vereinfacht. Digitale Werkzeuge werden für beeindruckende Spezialeffekte und 3D-Filme eingesetzt. Der Vertrieb einer digitalen Filmkopie ist gegenüber herkömmlichen 35-mm-Filmrollen um bis zu zehnmal billiger. Das digitale Kino könnte daher dazu beitragen, europäische Filme einem weltweiten Publikum leichter zugänglich zu machen. Aber die digitale Vorführtechnik könnte für viele europäische Kinos einfach zu teuer sein. Etwa 31 % der europäischen Kinos verfügen über lediglich eine Leinwand und nur 10 % sind Multiplex-Kinos.

Mit ihrer heute eingeleiteten Konsultation möchte die Europäische Kommission herausfinden, wie sich das digitale Kino auf den europäischen Filmsektor und insbesondere auf die 30 000 Filmtheater in Europa auswirken könnte. Filmvorführer, Filmvertreiber, nationale Filmagenturen sowie öffentliche und private Filmorganisationen und verbände sind aufgefordert, ihre Ansichten zu äußern.

Gegenwärtig sind die USA beim digitalen Kino führend. Eine digitale Masterkopie steht heute schon für 90 % aller neuen US-Filme zur Verfügung, während in Frankreich (dem größten Filmproduzenten in der EU) nicht einmal die Hälfte aller neuen Filme im Digitalformat erhältlich ist. Zudem wurde in den USA das VPF-Modell (Virtual Print Fee, virtuelle Filmgebühr) entwickelt, bei dem ein Teil des von den Filmvertriebsfirmen eingesparten Geldes Dritten zukommt und dann für die Finanzierung digitaler Ausrüstungen verwendet werden kann. In Europa sind bislang erst 2428 Kinosäle auf Digitaltechnik umgestellt worden. Weltweit sind von den ungefähr 110 000 Kinos etwa 12 000 Kinosäle digital ausgerüstet. Nach Schätzungen werden bis 2012 weltweit fast 20 % der Kinos umgestellt sein.

Nationale Regierungen erwägen derzeit die Gewährung von Hilfen für die Umstellung auf das digitale Kino. Italien hat bereits eine staatliche Beihilfe angemeldet, zu der gerade eine öffentliche Konsultation läuft (IP/09/1181). Andere Länder (darunter Frankreich, Deutschland und Norwegen) sind dabei, eigene nationale Förderprogramme aufzustellen oder abzuschließen, aber die meisten Filmtheater (die unabhängige europäische Filmwerke vorführen – wie die Mitglieder des vom Programm MEDIA unterstützten Netzes „Europa Cinemas“) erhalten derzeit keinerlei öffentliche oder private Gelder für die Digitalumstellung.

Begleitend zu ihren Fragen an die europäischen Filmschaffenden und Kinofachkreise veröffentlicht die Kommission heute auch eine Analyse zum digitalen Kino und stellt ihre Strategie für diesen Bereich vor, die auch die Problematik staatlicher Beihilfen angeht. Auf der Grundlage der Analyse und der Antworten aus der öffentlichen Konsultation, die bis zum 16. Dezember 2009 läuft, wird die Kommission dann 2010 ihre Mitteilung über „Chancen und Herausforderungen für das europäische Kino im Digitalzeitalter“ fertig stellen.

Hintergrund

Diese öffentliche Konsultation ist ein Ergebnis der Beratungen einer von der Kommission im Frühjahr 2008 eingesetzten Sachverständigengruppe, die sich mit der möglichen Bedrohung der Vielfalt des europäischen Kinoangebots und der Notwendigkeit alternativer Geschäftsmodelle befasste.
In Europa werden im Rahmen des bestehenden Programms MEDIA 2007 im Zeitraum 2007–2013 Mittel in Höhe von 755 Mio. EUR für die europäische audiovisuelle Industrie bereitgestellt, die der Fortbildung der europäischen Filmschaffenden sowie der Entwicklung, dem Vertrieb und der Verkaufsförderung ihrer Werke in ganz Europa zugute kommen sollen (IP/07/169).

Das Programm MEDIA wird seit 1991 laufend angepasst, um den europäischen audiovisuellen Sektor stets angemessen zu unterstützen. In jüngster Zeit wurden überall im Programm – von der Fortbildung bis zur Aufführung – die neuen Technologien berücksichtigt. Eine der von MEDIA geförderten Fortbildungstätigkeiten gilt dem Einsatz der Digitaltechnik für Produktion, Vertrieb und Aufführung. Darüber hinaus wurden mehrere Pilotprojekte in Angriff genommen, die Kosten des digitalen Vertriebs europäischer Filme können seit Jahren bezuschusst werden, und zusammen mit Europa Cinemas wurde ein besonderes Unterstützungsprogramm für die digitale Filmaufführung aufgestellt.

Öffentliche Konsultation und Hintergrundpapiere:

http://ec.europa.eu/information_society/media/overview/consultations/index_en.htm

Beschluss über das Programm MEDIA 2007:
http://ec.europa.eu/information_society/media/overview/2007/.


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