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ausgefunkt - eingepingt?

Mittwoch 29. Dezember 2010, von Dr. Wolf Siegert

Dass mit einer Zwangsabschaltung der analogen UKW-Verbreitung noch lange nicht zu rechnen sein wird, das hatte sich nun schon bei Allen herumgesprochen, auch bei jenen, die sich mit so vielen guten Argumenten für eine Digitalisierung der Signaldistribution eingesetzt haben - zuletzt vor allem mit dem Verweis auf die wesentlich geringeren Kosten.

Dann aber drehte sich der Strom in seine Gegenrichtung. Wenn es solange Zeit brauchen werde, dass die analogen und die digitale Distribution nebeneinander her existieren müssten, würde eine solcher Hybridbetrieb noch einen zusätzlichen Kostenfaktor ausmachen.

Und jetzt ist doch nochmal Bewegung in die Sache gekommen. Der Deutschlandfunk und eine Reihe von Privaten Anbietern haben mit der - nunmehr französischen - Media Broadcast einen Vertrag unterschrieben, wonach es nun im nächsten Jahr endlich losgehen könne mit der Umsetzung des Ziels einer flächendeckenden Versorgung der Bevölkerung mit einem DAB plus - Signal.

Auch wenn sich das noch lange nicht in so in DAB-affinen Ländern wie Australien herumgesprochen haben wird [1] steht fest, dass jetzt das Eis gebrochen werden konnte.

Denn bis zum aktuellen Tag hatte die sogenannte Kommission zur Ermittlung des Finanzbedarfs der Rundfunkanstalten KEF eine Frist gesetzt. Hätte es keine Einigung gegeben, hätte sie die für den weiteren Aufbau notwendigen Fördermittel nicht freigegeben.

Hinzu kommt, dass sich auch der Chipherstellers Frontier Silicon finanziell beteiligen wird. Und das aus gutem Grund: Das Unternehmen produziert Chipsätze für DAB-Plus-fähige Radiogeräte.

Von Privater Seite also kommt Zustimmung: Als "gutes Signal für den für 2011 vorgesehenen Start von bundesweitem Digitalradio" haben sowohl Gerd Bauer, Hörfunkbeauftragter der Direktorenkonferenz der Landesmedienanstalten, also auch Martin Deitenbeck, Vorsitzender der Technischen Konferenz der Landesmedienanstalten gesprochen.

Auch von Seiten der ARD kommt Zustimmung: "Wenn jetzt alle Beteiligten so konstruktiv zusammenarbeiten, wie es sich im Augenblick abzeichnet, bin ich zuversichtlich, dass das Radio eine gute Perspektive hat, sich auch in der digitalen Welt den Stellenwert zu erhalten, den es heute über UKW hat", so der ARD-Vorsitzender Peter Boudgoust.

Weitere aktuellen Berichte zu diesem Thema gibt es heute bei:
– KRESS
– Spiegel-Online
– DIGITALfernsehen
– HORIZONT


[1] Siehe deren DigitalRadioPlus-Website.