Reden war silber: Daten sind golden

VON Dr. Wolf SiegertZUM Donnerstag Letzte Bearbeitung: 16. März 2013 um 16 Uhr 29 Minuten

 

Schon vor Jahren machte Joachim Berg, damals noch frisch bei Microsoft in den USA für die Einführung von Windows mobile 8.0 zuständig in einem persönlichen Gespräch darauf aufmerksam, dass in ihren internen Befragungen und "Findings" deutlich geworden sei, dass auf den mobilen Endgeräten ihrer Testnutzer das Telefonieren nur noch als "unter ferner liefen" eingestuft worden sei: auf einen Platz jenseits der 10 beliebtesten Nutzungswünsche.

Eine offiziellen Beleg war für diese Aussage, auch noch entsprechender Anfrage, (natürlich) nicht zu bekommen. Und daher erschien auch nichts davon als Aussage auf einer dieser Seiten.

Jetzt aber kommt er zu ARVATO nach Deutschland zurück, und der bundesdeutsche BITKOM-Verband hat sich seinerseits sehr ausführlich mit diesem Thema im Zusammenhang mit dem Mobile World Congress in Barcelona beschäftigt.

Die offizielle Aussage vom 14. Februar 2013 lautet:

Umsätze mit mobilen Datendiensten steigen stark an

Dahinter seht die Aussage, dass schon in absehbarer Zeit mehr Geld mit mobilen Datendiensten als mit der Telefonie verdient werden wird.

Schon für das Jahr 2013 wird der Daten-Anteil mit 44% in Aussicht gestellt. Die Treiber: Apps, automatisierte Kommunikation zwischen Endgeräten, Cloud Computing, LTE, soziale Netzwerken und
Video-Streaming, sowie natürlich die neuen Endgeräte wie Smartphone und Tablets, die all dieses ermöglichen.

Und damit nicht genug. Am Sonntag dieser Woche, den 24. Februar 2013, hat der CEO von der Mozilla Foundation, Gary Kovacs, in Barcelona ihr neues Smart-Phone-Operation-System vorgestellt.

Und nicht nur das: Ivo Weebers, Head of Design von Ubuntu ist ebenfalls Feuer und Flamme für ihr open-source Mobile Operating System, das derzeit als Demo-/Alpha-Version vorliegt, hier seine Gründe:
— no softkey or hardkey buttons, only swipe-applications
— high-end-feel on low-end plattforms
— very lively community
— full convesion between desktops, servers & mobile

Warum ist diese GSMA-Show mit ihrem neuen Ausstellungsgsgelände FIRA GRAN VIA so bedeutsam?
"Everybody has one, everybody cares", so Ben Wood, Chief of Research bei CCS Insight, und die Hälfte von diesen Geräten werden Smartphoes sein: Diese Geräte werden einen "5’’-Screen" haben, LTE-Geschwindigkeit im Netz und einen Quadcore Prozessor. Hinzu kämen dann so Features wie "waterproof, wireless charging, 13 megapixel Camera," [1]. Aber es werde auch viele neue Low-Cost Devices geben, die vor allem mit Android als Betriebssystem laufen werden.

Eine Übersicht mit allen Interviews gibt es unter der Analyst Preview vom 6. Februar 2013 zu sehen.

Wer sich mal neben den offiziellen Ansagen "Randnotizen, Ausgefallenes und Livebilder von der Messe" anschauen will, dem sei Blick auf APPDATED empfohlen; samt einem eigenen YouTube-Kanal auf dem u.a. in wenige als 3 Minuten drei neue Smartphones vergleichen werden: das AscendP2, das Nexus4 und das Galaxy S3.

Was wirklich interessant an dieser Messe ist, sind aber nicht die aktuellen Produktneuheiten - das AscendP2 zum Beispiel wurde auch schon im Januar auf der CES vorgestellt - sondern die Perspektiven, die sich aus diesen Entwicklungen ableiten liessen.

Die mobilen Geräte wandern immer näher an den Körper des Menschen heran. Die Uhr von Apple, die Brille von Google... jetzt wo das Apple-Phone-Produkt nicht mehr Ausdruck einer exklusiven Nutzung ist... jetzt, wo mit der 3D-Brllle im Kino eine Nutzer-Verhaltens-Barriere gebrochen wurde. [2] [3]

 [4]

Gewiss, man mag beides als Gadget aus der eigenen Nutzungsgeschichte ausgrenzen wollen, dennoch wird man nicht darum herumkommen, dass die Entwicklung immer weiter gehen wird in Richtung wearable-computing. Und genau so, wie die ersten Motordroschken - wie der Name es schon sagte - immer noch so aussahen wie Pferdewagen [5] - wird auch im Bereich des mobilen, netzgestützen Computings das Neue zunächst sich im Schoss des Alten entfalten wollen.

Anmerkungen

[1Und WiFi, Bluetooth- bzw. NFC-Features, die sich vor allem bei Bezahldiensten einsetzen lassen werden. WS.

[2Zu diesem Thema hier ein LINK auf den Aufsatz von Lorenz Matzat zum Thema: "Google Glass und der Datenschutz: Die herumlaufenden Überwachungskameras".

[3Hier ein weiterer LINK auf den Text von Joel Hladecek mit dem Titel: "Messages From the Future: The Fate of Google Glass"

[4Dieses Bild wurde der Webseite von breitband.dradio entnommen, wo dieses ohne Urheberrefenz dargestellt wird.

[5In der deutschsprachigen "Ausgabe" der Wikipedia ist das Bild einer elektrischen Motordroschke aus dem Jahr 1911 zu finden.


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