e-Book-Fair Leipzig 2013ff.

VON Dr. Wolf SiegertZUM Donnerstag Letzte Bearbeitung: 16. März 2013 um 21 Uhr 21 Minuten

 

Im Zusammenhang mit der diesjährigen Buchmesse in Leipzig ist in einem längeren Beitrag vom Vortag eine Reihe von Material zusammengetragen worden, das in Bezug auf das Thema e-book im allgemeinen und e-reading von Bedeutung sein könnte.

Es wurden eine Reihe von Spuren gesucht, identifiziert und zitiert und es wurde darüber nachgedacht, wie dieses Thema in diesem und in den Folgejahren wird weiter wachsen können.

Jetzt schauen wir einfach mal, was dieses Jahr so auf dem Speisezettel steht. Was gar nicht so einfach ist: die ganze Speisekarte wird erst in druckfrischer Form bei der Anmeldung in die Hand gedrückt. Die nachfolgend hier als erste genannte Veranstaltung von Bibliothek und Information Deutschland e.V. war nur dort zu finden, nicht aber als Veranstaltung der Leipziger Buchmesse, obwohl diese als Mitveranstalter ausdrücklich genannt worden war.

Im Katalog wird für 12 Uhr eine Podiumsdiskussion angekündigt, im Saal2, CCL zu dem Thema:
Digitale Wende: Demokratisierung des Wissens oder Ende der freien Informationsvermittlung.

Die E-Medien bieten eine Fülle von Möglichkeiten für den Endnutzer. Restriktionen im Bereich der E-Book Angebote über Öffentliche Bibliotheken, die immer wieder zeitlich eng begrenzte und ständige Hinterfragung der gesetzlichen Freigabe von elektronischen Semesterapparaten, die zögerliche Umsetzung des elektronischen Pflichtexemplarrechtes und die Preisexplosion (Preisdiktate) bei den elektronischen Fachzeitschriften inkl. der mangelhaften Umsetzung von Open Access machen deutlich, dass es Bibliotheken verwehrt wird, ihren Auftrag zur Wissens-, Informations- und Kulturvermittlung auch im Zeitalter der elektronischen Medien in zumindest gleichwertiger Weise und unter Nutzung der technischen Fortschritte fortzuführen.
Es wird nicht hinreichend wahrgenommen, dass eine offensive breite Vermittlung von Medien die Gesellschaft bereichert und damit auch die Urheber zur Schaffung derartiger Medien animiert und deren Vermarktung zusätzlich befördert. In einer Podiumsdiskussion sollen die absehbaren schwerwiegenden Folgen aber auch die unterschiedlichen Perspektiven insbesondere von Bibliotheken, Verlagen und dem Buchhandel ausgetauscht werden.
Podium:
— Ingrid Parent, Präsidentin IFLA
— Klaus-Peter Böttger, Präsident EBLIDA
— Barbara Lison, IFLA Vorstand und Vorstand des Deutschen Bibliotheksverbandes
— Gerald Leitner, IFLA Vorstand und Verband der Österreichischen Bibliotheken
— Lord Schadt (Dichter. Bezug: Artikel bei "Flaschenpost“ - Online Nachrichtenmagazin der Piratenpartei: http://flaschenpost.piratenpartei.de/2012/11/16/schliest-die-bibliotheken-eine-vision/)
— Dr. Frank Sambeth, Random House
— Dr. Christian Sprang, Börsenverein des dt. Buchhandels

Bei der Recherche im Internet fällt danach für diesen Tag eine Veranstaltung auf, die im Rahmen der Veranstaltungsreihe bücher.macher. ab 14 Uhr im CCL auf der Mehrzweckfläche 4 auf dem Programm steht. Sie lautet:

Die Vollkommene Lesemaschine
Über die Zukunft der Bücher

Dieser Überschrift sind drei Zitaten zugeordnet die da lauten:

„Ein schönes Buch ist vor allem eine vollkommene Lesemaschine, deren Bedingtheiten recht genau durch die Gesetze und Methoden der physiologischen Optik bestimmt werden können; gleichzeitig ist es ein Kunstgegenstand, ein Ding – doch eines, das seinen persönlichen Charakter hat, das die Kennzeichen eines einmaligen Gedankens an sich trägt, das die noble Absicht weckt, ihm eine glückliche und gewollte Anordnung zuteil werden zu lassen.“
(Paul Valéry, Les deux vertus d’un livre, 1926)

„Gestern in einer Diskussion über die Zukunft des Buchs "Haptik" gesagt. Nach nur zwei Bier. I’m afraid, Dave ... Dave ... my mind is going.“
(Kathrin Passig, 31. Januar 2013 via Twitter)

„We believe, in fact, that the attention, paid to the-book-as-object has a role in ensuring the survival of the words within that book’s covers.“
(Dave Eggers, The Art of McSweeney’s, 2009)

Da wir zeitweise technische Probleme haben, auf die Seite von www.leipzig-liest.de zuzugreifen, erlauben wir uns an dieser Stelle bis zur Veranstaltung die Vorankündigung eins-zu-eins zu übernehmen:

Das Thema

Während vielerorts über das nahende Ende der Gutenberg-Galaxis orakelt wird, Buchhändler ihr Glück im Non-Book suchen und Technik-Fans von der Haptik der neuen e-Reader schwärmen, geraten die stofflichen Qualitäten des alten Leitmediums wieder stärker in den Blick: Gute Typografie, Leinen und Lesebändchen liegen im Trend, wir entdecken den Geruch des Papiers neu. Während rund um den Globus gerade kleine, unabhängige Verlage und Magazine für eine Renaissance des Handgemachten sorgen, präsentieren die ersten reinen Digitalverlage neue Autoren, beleben vergriffene Backlist-Titel, experimentieren mit neuen Formaten und Gestaltungsmöglichkeiten – schließlich ist Schönheit keine allein dem physischen Buch vorbehaltene Kategorie. Wie weiter? Unter dem Titel „Die vollkommene Lesemaschine. Über die Zukunft der Bücher“ geht zum Messeauftakt eine hochkarätig besetzte Runde der Frage nach, wie wir künftig lesen – und, nicht zuletzt: leben – wollen.

Das Podium

Dave Eggers, geboren 1970 in Chicago, gehört zu den interessantesten und wagemutigsten Autoren der amerikanischen Gegenwartsliteratur, der für seine Bücher mit zahlreichen Preisen, u. a. dem American Book Award, ausgezeichnet wurde. „Ein Hologramm für den König“, sein jüngster Roman, erschien soeben bei Kiepenheuer & Witsch. Neben seiner Tätigkeit als Autor und Initiator eines gemeinnützigen Schreib- und Förderzentrums für Jugendliche ist Eggers Gründer und Herausgeber von McSweeney’s, einem unabhängigen Verlag mit Sitz in San Francisco, der neben Büchern u. a. eine Zeitschrift, ein Monatsmagazin („The Believer“), eine vierteljährliche DVD mit Kurzfilmen und Dokumentationen sowie eine Reihe mit Zeitzeugenberichten herausgibt. Eine Verlags-App bietet, regelmäßig aktualisiert, Multimedia-Inhalte – von Filmen über Lesungen und Interviews bis zu Prosa und Graphic Novels. 2009 sorgte McSweeney’s mit einem Projekt für Aufmerksamkeit, das angesichts aktuell kriselnder Zeitungsmärkte wie ein Weckruf anmutet: „The San Francisco Panorama“, eine (nur als Nullnummer erschienene) kiloschwere Tageszeitung mit Beiträgen von über 150 Autoren, Künstlern und Fotografen demonstrierte die Möglichkeiten und die Unverzichtbarkeit des Mediums auf packende Weise.
http://www.mcsweeneys.net

Jo Lendle , Jahrgang 1968, studierte Kulturwissenschaften in Hildesheim und Montreal sowie ab 1995 am neugegründeten Deutschen Literaturinstitut Leipzig. 1996/97 war Jo Lendle Herausgeber der Literaturzeitschrift Edit. 2003 hatte er eine Gastprofessur am Deutschen Literaturinstitut Leipzig inne, außerdem nahm er Lehraufträge an den Universitäten Hildesheim, München und Biel wahr. Seit 1997 arbeitet Jo Lendle im DuMont Buchverlag, Köln, zunächst als Lektor und Programmleiter, seit 2010 als verlegerischer Geschäftsführer. Gleichzeitig verkörpert Lendle den Typus des schreibenden Verlegers: Zuletzt erschienen bei der DVA seine Romane „Die Kosmonautin“ (2008), „Mein letzter Versuch die Welt zu retten“ (2009) sowie „Alles Land“ (2011). Ab 2013 wird er in der Nachfolge Michael Krügers den Hanser Verlag (München) leiten.

Kathrin Passig , geboren 1970, arbeitet als freie Autorin und Publizistin und ist Redakteurin des Weblogs „Riesenmaschine“, das 2006 mit dem „Grimme Online Award“ ausgezeichnet wurde. Bis 2009 war sie Geschäftsführerin der Zentralen Intelligenz Agentur. 2006 gewann sie in Klagenfurt den Ingeborg-Bachmann-Preis. 2012 veröffentlichte Passig gemeinsam mit Sascha Lobo das Buch „Internet – Segen oder Fluch (Rowohlt); im April erscheint bei Suhrkamp der Band „Standardsituationen der Technologiekritik“.
http://kathrin.passig.de

Roland Reuß , geboren 1958, studierte Germanistik, Geschichte, Philosophie und Musikwissenschaft in Heidelberg und war dort 1994 einer der ersten Mitbegründer des Instituts für Textkritik e. V. Seit 2007 ist er Professor für Neuere Deutsche Literaturwissenschaft an der Universität Heidelberg und leitet dort den Masterstudiengang „Editionswissenschaft und Textkritik“. Gemeinsam mit Peter Staengle ist er Herausgeber der „Historisch-kritischen Franz Kafka-Ausgabe“ und der „Brandenburger Kleist-Ausgabe“. Reuß ist Initiator des „Heidelberger Appells“, der für Publikationsfreiheit und die Wahrung des Urheberrechts eintritt. Im Herbst 2012 erschien im Stroemfeld Verlag seine vielbeachtete Streitschrift „Ende der Hypnose. Vom Netz und zum Buch“.

Judith Schalansky , 1980 in Greifswald geboren, studierte Kunstgeschichte und Kommunikationsdesign. Ihr literarisches Debüt, der Matrosenroman „Blau steht dir nicht“ (mare), erschien 2008. Für ihren „Atlas der abgelegenen Inseln“ (mare) und für „Der Hals der Giraffe“ (Suhrkamp) wurde sie mehrfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem „Spycher Literaturpreis Leuk“ und dem Preis der Stiftung Buchkunst für das „Schönste deutsche Buch 2012“. In diesem Frühjahr erscheinen im Verlag Matthes & Seitz die ersten Bände der von ihr herausgegebenen Reihe „Naturkunden“. Schalansky lebt als freie Schriftstellerin und Buchgestalterin in Berlin.

Daniela Seel , geboren 1974 in Frankfurt/Main, gründete vor zehn Jahren, gemeinsam mit dem Buchkünstler und Illustrator Andreas Töpfer als freiem Art Director, den Verlag kookbooks – Labor für „Poesie als Lebensform“. Daneben ist Seel auch selbst als Lyrikerin aktiv und veröffentlicht seit vielen Jahren in Zeitungen, Zeitschriften und Anthologien. Ihr 2011 erschienener erster Gedichtband „ich kann diese stelle nicht wiederfinden“ fand große Beachtung. Seel wurde u. a. mit dem Kurt-Wolff-Förderpreis 2006 und dem Friedrich-Hölderlin-Förderpreis 2011 ausgezeichnet.
http://kookbooks.de

Moderation: Felicitas von Lovenberg (Frankfurter Allgemeine Zeitung)


Neben dieser Veranstaltung wird mit Sicherheit die zweite Auflage des Fachprogramms autoren@leipzig im Mittelpunkt der Erkundungen dieses Tages stehen, zu der Direktor Zille u.a. mit den folgenden Worten eingeladen hat:

" Besonders die Entwicklungen im Bereich der Digitalisierung eröffnen Ihnen neue Chancen und Herausforderungen in der Zusammenarbeit mit den Verlagen. Mit einem Fortbildungs- und Netzwerkangebot sollen diese neuen Entwicklungen ausgelotet und die Zusammenarbeit von Autoren und Verlagen unterstützt werden. Verlagsautoren, Self-Publisher, Blogger, Texter und Publizisten sind herzlich zum Erfahrungsaustausch eingeladen
"

Hier ein Auszug aus dem Programm dieses Tages:

10:00–18:00
Digitales Wohnzimmer/Halle 5, Stand B504
Literaturtest
Marketing für Autoren – Präsenz vor der Filmkamera
Mitglieder des Literaturfilm-Teams zeigen Autoren, wie sie sich vor der Kamera
präsentieren können, und führen ein kurzes Filminterview.
Aktion

10:00–18:00
Digitales Wohnzimmer/Halle 5, Stand B504
Literaturtest
Marketing für Autoren – das fotografische Porträt
Die Fotografin vermittelt Autoren, worauf es bei den Porträts ankommt, die für
Cover, Vorschau, Website etc. eingesetzt werden.
Mit:
Sabine Felber
Aktion

10:30–11:30
Forum autoren@leipzig/Halle 5, Stand B600
Akademie für Autoren
Titel: Das E-Book als Chance für Debütautoren?
Was Debütautoren über Möglichkeiten und Voraussetzungen des E-Publishings
wissen sollten.
Mit:
Ursula Welsch
und
Maria Koettnitz
(Moderation)
Vortrag

11:00–12:30
CCL Vortragsraum 12
Leipziger Buchmesse
Und was ist mit der Mehrwertsteuer?
Kleines UnternehmerABC für Schriftsteller
Workshop/nur mit Einladung

11:30–12:00
Forum autoren@leipzig/Halle 5, Stand B600
Leipziger Buchmesse, literaturcafe.de
Das perfekte Buchcover
Das Cover ist das Erste, was man von einem Buch zu sehen bekommt.
Das hat sich auch beim E-Book nicht geändert.
Mit:
Mathias Siebel
und
Wolfgang Tischer
(Moderation)
Präsentation

12:00–13:00
Forum autoren@leipzig: Halle 5, Stand B600
neobooks - Verlagsgruppe Droemer Knaur
Dos and Don’ts im eBook-(Self-)Publishing
Was es beim digitalen Publizieren zu beachten gilt: Branchenspezifika,
Stolperfallen, Know-how
Mit:
Juliane Reichwein
Vortrag

12:00–
12:30
epubli/Halle 5, Stand B301
epubli
In 3 Schritten zum eigenen Buch
Erleben Sie am epubli-Stand, wie Sie ganz einfach Ihr Buch oder E-Book
veröffentlichen können.
Workshop

13:00–14:00
Lesecafé buch + art/Halle 3, Stand G603
Illustratoren Organisation e. V.
Kreativer Arbeitsalltag
Wie kreativ ist der Arbeitsalltag? Was motiviert Constanze Spengler?
Interview mit einer Illustratorin
Mit:
Constanze Spengler
und
Sylvia Mucke
(Moderation)
Interview

13:00–14:00
CCL Seminarraum 13
Akademie für Autoren
Autorensprechstunde für (angehende) Autoren
Soll man sich einen Agenten nehmen oder es selbst versuchen? Wie präsentiert
man den Text? Auf was sollte man bei Verträgen achten? Stellen Sie alle
Fragen, die Sie auf dem Herzen haben!
Mit:
Bruno C. Back
,
Maria Koettnitz
und
Harry Olechnowitz
Sprechstunde

13:00–13:30
Forum autoren@leipzig/Halle 5, Stand B600
Leipziger Buchmesse, literaturcafe.de
Vom richtigen Umgang mit Journalisten und der Presse
Ein Journalist hat sich angekündigt, um mit Ihnen ein Interview zu führen.
Was nun?
Mit:
Wolfgang Tischer
Vortrag

13:30–14:00
Forum autoren@leipzig/Halle 5, Stand B600
Freier Deutscher Autorenverband
Wie viel „freie Meinung“ darf ́s denn sein?
Wo sind die Grenzen freier Meinungsäußerung? Der FDA diskutiert.
Mit:
Ellen Balsewitsch-Oldach
(Moderation)
Diskussion

14:00–14:30
epubli: Halle 5/Stand B301
epubli
In 3 Schritten zum eigenen Buch
Erleben Sie am epubli Stand, wie Sie ganz einfach Ihr Buch oder eBook
veröffentlichen können.
Workshop

14:00–15:30
CCL Vortragsraum 12
Leipziger Buchmesse
Gelesen vom Autor
Tipps zum richtigen inhaltlichen und dramaturgischen Aufbau von Lesungen
Workshop

14:00–15:00
neobooks: Halle 5/Stand B509
neobooks - Verlagsgruppe Droemer Knaur
Digitale Buchprojekte aus Lektoratssicht
Eliane Wurzer, Lektorin bei Droemer Knaur und neobooks, beantwortet Fragen
rund um digitale Projekte
Mit:
Eliane Wurzer
Workshop

14:15–15:00
CCL Seminarraum 13
juni.com
Self Publishing vs. Verlagsveröffentlichung
– Konkurrenz für Verlage?
Wir haben uns schlau gemacht und versuchen den Markt mit den Augen von
Verlagen zu analysieren. Was kann Self Publishing heute schon leisten? Welche
Plattformen gibt es? Wie sind die Geschäftsmodelle? Welche Rolle spielt das
E-Book?
Mit:
Robert Görlich
Vortrag

14:30–15:00
Forum autoren@leipzig/Halle 5, Stand B600
Verband deutscher Schriftsteller (VS)
Do It Yourself!
Immer mehr Autoren gehen den Weg des Self-Publishings, aber haben Sie auch
ISBN, Pflichtexemplare, Presse bedacht? Wird Ihr Werk vom Buchhandel auf-
und vom Feuilleton wahrgenommen?
Mit:
Olaf Trunschke
Vortrag

15:00–15:30
Literaturforum Halle 4/Stand E101
Rellin Schreibwerkstatt Verlag
Kleine Schreibwerkstatt
Erlebtes und Erdachtes aufschreiben – legen Sie los, Anregung und Inspiration
garantiert.
Mit:
Martina Rellin
Schreibkurs

15:00–16:00
Forum autoren@leipzig/Halle 5, Stand B600
epubli
epubli präsentiert Self-Publishing Erfolgsgeschichten:
Crowdsourcing für Autoren mit dem ikosom –Team
Erfahren Sie von den Experten von ikosom, wie Sie als Autor von
Crowdsourcing und –funding profitieren können.
Gespräch

16:00–16:30
Forum autoren@leipzig: Halle 5, Stand B600
Leipziger Buchmesse, literaturcafe.de
Juristische Fallstricke bei der Buchveröffentlichung
Wer ein Buch veröffentlicht - sei es als Verlag oder Selbstverleger - muss viele
Gesetze und juristische Spielregeln beachten, sonst kann es schnell teuer und
unerfreulich werden. Wir gehen den wichtigsten Dingen nach.
Mit:
Rainer Dresen
und
Wolfgang Tischer
(Moderation)
Beratung

16:30–17:00
Forum autoren@leipzig/Halle 5, Stand B600
Literaturtest
Erfolgreiche Autoren-PR
Anhand von Best-Practice-Beispielen zeigt Mathias Voigt (Literaturtest),
wie eine gelungene Selbstvermarktung für Autoren aussehen kann, welche
Möglichkeiten PR-Aktionen bieten und wo ihre Grenzen liegen.
Mit:
Mathias Voigt
Vortrag

17:00–18:00
Forum autoren@leipzig/Halle 5, Stand B600
Verband deutscher Schriftsteller (VS)
Das Geschäft mit der literarischen Hoffnung
Zahlen oder bezahlt werden? Der VS-Bundesvorsitzende referiert über
Herausforderungen, Erwartungen, blühende und betrogene Hoffnungen auf
dem Weg zum Schriftsteller.
Mit:
Imre Török
Vortrag

17:00–17:30
epubli/Halle 5, Stand B301
epubli
In 3 Schritten zum eigenen Buch
Erleben Sie am epubli Stand, wie Sie ganz einfach Ihr Buch oder eBook
veröffentlichen können.
Workshop

20:00
Hochschule für Grafik und Buchkunst
REPRODUKT
Böse Geister
Wie arbeiten Autor und Zeichner zusammen an einem Comic?
Mit:
Peer Meter
und
Gerda Raidt
Gespräch


Grosse Neugier gibt es natürlich auch ob der nun endlich öffentlich gemachten Kampagne des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels zur Förderung des Buches.

Was sich darunter / dahinter verbirgt, wird sicherlich herauszufinden sein.

Aber vielleicht tut einfach auch ein gutes Buch das Seine. Gelobt wird der bei Stroemfeld erschienene Titel: "Ende der Hypnose. Vom Netz und zum Buch" von Roland Reuß: [1].

In der Ausgabe des Ideenmagazins für den Buchhandel BuchMarkt vom 13. März 2013 ist von einer brillianten Analyse die Rede, in der abgewogen und doch leidenschaftlich argumentierend für die Kultur des Buches Stellung bezogen würde. "Reuß", so heisst es, " Reuß brilliert mit Argumenten für’s gedruckte Buch und Lesen, die jeder in der Branche kennen sollte" und zitiert wird aus der Seite 23 u.a. der Satz:

"Abgeholt – Die gerade im Kulturbereich so verbreitete Phrase, man müsse Leute ›dort abholen, wo sie sind‹, ist im Kern zynisch. Sie setzt die Dumpf- und Dummheit der Abzuholenden voraus – und bei den Abholenden als Haltung die Simulation von Großzügigkeit, der Sache nach Herablassung. Versaut ist mit dieser Übung aber jede respektvolle Haltung gegenüber dem Anspruch, den ein neuer Gedanke, ein anspruchsvoller intellektueller Zusammenhang von sich aus aufrichtet. Jemanden dort ›abholen‹, wo er sich befindet, heißt Senkung dieses Anspruchs. " [2]


An dieser Stelle dann doch noch ein letztes Vor-Wort des Herausgebers mit dem Blick auf zukünftige Zeiten:

All dieses hochqualifizierte, hochsensible und wirkkräftige Argumentieren gegen die Auswirkungen der Digitalisierung, der Globalisierung und der Nivellierung von Qualitätsmassstäben, all dies ist von dem Hautgout einer nur scheinbar erbeuteten Chimäre behaftet: dem Blick zurück in eine schon verloren geglaubte Zukunft.

All diese jungen Menschen aber, die "wir" selber aus unserer Verantwortung in eben diese Zukunft entlassen haben, sie werden es sein, die uns einst zur Rechenschaft ziehen werden, sie werden uns anklagen, wenn ihre Welt nur noch aus einem Willen beseelt sein wird, der ihren Vorstellungen vom Leben immer mehr widersprechen wird.

Nicht wenn die "Oldies", sondern erst wenn die "Youngsters" angefangen haben werden, auf den Spuren der verloren gegangenen analogen Welt nach all dem zu suchen, was sie verloren haben: Kontinuität, Vorwissen, Glaubhaftigkeit, Anfassbarkeit und die Wiederentdeckung des Zufalls, erst dann werden die jetzt vorgestellten Argumente ihre Qualität neu entfalten können.

Dieses "Generationenproblem" wird sich erst im Dialog der Kinder der digitalen Welt mit ihren Grosseltern auflösen. Und es ist unsere Verpflichtung, uns für diesen Dialog fit zu machen: egal ob wir Bücher schreiben oder Notate wie diese hier.


Einen guten Überblick über diesen und die folgenden Tage findet sich in der Sammlung von Deutschlandradio Kultur. Und natürlich im Blog von Hans von Trotha DIE MESSE genannt.

In seinem Beitrag von diesem 14. März 2013 heisst es zum Ende in einem Beitrag aus Anlass der Verleihung des Preises der Leipziger Buchmesse:

Der Preis hat Renommee. Oliver Zille, Chef, der Leipziger Buchmesse, zitiert Jean Paul: "Das Schöne am Frühling ist, dass er immer kommt, wenn man ihn braucht." Das hat schon einmal nicht geklappt in diesem Jahr, aber das macht nichts. Dann behauptet Zille gegen den Lärmpegel in der Halle, indem er sich an die Nominierten wendet: "Unsere ungeteilte Aufmerksamkeit gilt im Moment Ihnen und Ihren Büchern." [...]

So wichtig dieser Preis geworden ist, für die Messe und für die Branche, so unverständlich ist es, dass diese beiden, also Leipziger Buchmesse und deutsche Buchbranche, nun meinten, eine etwas peinlich anmutende Initiative starten zu müssen. Slogan: "Vorsicht Buch!" Zitat Presseerklärung: "Humorvoll und zum Teil überraschend warnen die Motive der Kampagne … vor der Kraft, die Büchern innewohnt." Vorsicht mit Kampagnen, kann man da nur sagen. Und: übers Ziel hinausgeschossen. Die beste Kampagne fürs Buch ist eh die Messe selbst.


Anmerkungen

[1"Die in »Ende der Hypnose« vorgetragene Kritik erstreckt sich auf Phänomene wie die freiwillige Unterwerfung unter die allgegenwärtigen Imperative der Werbung; die Selbstvermarktung; den Verlust sprachlicher Sensibilität; den vorauseilenden Gehorsam von Universitätslehrern gegenüber den Diktaten einer kommerz­orientierten Auftragsforschung; das unreflektierte Hinnehmen einer auf alles aufgepfropften Betriebswirtschaftslehre, die Begriffe wie »Geschäftsmodell« oder »Content-Industrie« als Münzen in Umlauf gebracht hat, mit denen nun jedermann meint zahlen zu müssen"

[2Nachzuhören im Gespräch mit Hanne Kulessa in der Sendung "Doppel-Kopf" von hr2-kultur vom 5. März 2013 über die URL: http://www.hr-online.de/website/radio/hr2/index.jsp?rubrik=9902&key=standard_document_47538913 in dem er sich gegen die zumeist überflüssigen eMails und gegen die Verwendung eines Mobiltelefons ausspricht...
Spannend aber ist diese nachfolgend hier nochmals herausgestellte Zitat, beschreibt es doch im Nachherein genau das, was wir einst in den 90 Jahren als Referenzbild aufgerufen hatten, als wir noch nicht wussten, was in Zukunft eine "App" sein würde... es geht um das Sinn-Bild des Adventskalenders:
"Der Bildschirm hat - wie beim Adventskalender - lauter kleine Verheissungen in Gestalt von unterlegten farbigen Textstückchen bei denen man dann doch so neugierig ist zu gucken: Was steckt denn da jetzt eigentlich dahinter. Und dann klickt man da drauf und schon ist man im Orkus weil man eigentlich gar nicht weiss, wie man diese Bewegung stoppen will. "


 An dieser Stelle wird der Text von 22540 Zeichen mit folgender VG Wort Zählmarke erfasst:
d00ced8385bd4b51b5a5a9b8aa079c8a