IRIS®: Eine blühende Unternehmung

VON Dr. Wolf SiegertZUM Donnerstag Letzte Bearbeitung: 3. Juni 2013 um 12 Uhr 13 Minuten

 

- Aus dem Garten ins Büro: denn dort wird die Zukunft gemeistert [1]

— Analyse des Arbeitsmarktes für Ältere

- Aus: Bundesagentur für Arbeit, Statistik, Stand 3.5.2013

— Neue berufliche Chance mit 60 - Arbeitsagentur unterstützt ältere Arbeitnehmer bei der Suche nach Arbeitsstelle

- Aus: Agentur für Arbeit Donauwörth, 01.04.2011

- Auszüge aus der Rede des Bundespräsidenten Joachim Gauck auf dem 10. Deutschen Seniorentag, Hamburg, 4. Mai 2012

[...] Wir wissen doch, wie glücklich es macht, wenn wir unsere Fähigkeiten einsetzen und etwas erreichen können. Ich bin überzeugt, dass wir gestalten können und müssen, damit es uns gut geht. Und ich glaube fest daran, dass wir Menschen lern- und begeisterungsfähig sind bis ins hohe Alter – da weiß ich auch die Wissenschaft an meiner Seite, Stichwort „Plastizität des Gehirns“. Hannah Arendt hat einmal gesagt, „Verstehen beginnt mit der Geburt und endet mit dem Tod.“ Das ist die Haltung, mit der wir durchs Leben gehen sollten!
Ich wünsche mir eine Gesellschaft, die von uns Älteren erwartet, veränderungsbereit zu sein, die uns die Möglichkeit zum lebenslangen Lernen gibt, und damit die Grundlage, lebenslang tätig zu bleiben. „Tätig zu sein ist des Menschen erste Bestimmung“, so heißt es schon in Goethes „Wilhelm Meister“.

[...] Ich wünsche mir, dass jene, die es wollen, länger im Beruf bleiben können – unter besseren Bedingungen täten das heute schon viele gern. Ich wünsche mir, dass wir individuelle Übergänge ermöglichen: zwischen den Lebensphasen und zwischen unterschiedlichen Arten des Tätigseins. Ich wünsche mir, dass wir Älteren eine Chance geben, sich weiter zu entwickeln, ihnen Achtung und Wertschätzung entgegenbringen und ihren Bedürfnissen pragmatisch entgegenkommen.

- Auszüge aus der Rede der Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel auf dem 10. Deutschen Seniorentag, Hamburg, 4. Mai 2012

[...] Ich könnte etwas scherzhaft sagen: So hat Helmut Kohl damals den Frauenanteil in seiner Regierung erhöht, indem er einfach aus einem Ministerium drei Ministerien mit einer Frauenbesetzung machte und darauf gehofft hat, dass die Frauen sich schon gut vertragen werden – was wir auch getan haben. Das aber nur am Rande.

[...] Sie sind leistungsfähig und fit für Ihr Alter. Sie gestalten Ihr Leben aktiv und sorgen dafür, dass das auch so bleibt. Und Sie sorgen nicht nur für sich, sondern auch für andere mit. Dafür sage ich Ihnen von meiner Seite ein ganz herzliches Dankeschön.

[...] Ich muss sagen: Wenn ich auf meine nunmehr auch schon 20-jährige politische Tätigkeit blicke, dann ist vielleicht der größte Verlust, den sich unsere Gesellschaft an vielen Stellen zugemutet hat, dass sie Ältere zu schnell aus dem öffentlichen Leben – das ist nicht nur das Arbeitsleben, sondern das sind auch andere Bereiche des öffentlichen Lebens – herausgehalten hat. Es gab eine Zeit, in der die Schnelligkeit der Jugend an oberster Stelle der gebrauchten Eigenschaften in der Gesellschaft stand. Der knappe Schwung der Routine, den man erst im Alter bekommt, die Lebenserfahrung, der Überblick – all das ist lange Jahre nicht geachtet worden.

[...] Aber, meine Damen und Herren, ich werde mich auch nicht damit abgeben – und die Bundesregierung als Ganzes nicht –, dass Unternehmen nach Fachkräften suchen und über 55-Jährigen zum Teil keine Beschäftigungsperspektive mehr geben. Das ist nicht in Ordnung, und das muss sich ändern.

[...] Unsere Gesellschaft wird sich darauf einstellen müssen. Ansonsten ist es keine menschliche Gesellschaft, meine Damen und Herren. Auch das ist Soziale Marktwirtschaft im 21. Jahrhundert. Auch darum müssen wir ringen.

[...] Was wollen wir? Was sind unsere Ziele?
Erstens. Jeder Einzelne soll entsprechend seiner Lebenssituation und seines Alters mehr Chancen haben, seine Fähigkeiten zu entwickeln. Das heißt also, was ich eben gesagt habe: Politik muss mehr vom Menschen, vom Einzelnen her denken.
Zweitens. Die Wachstumsdynamik, die Innovationskraft und der Wohlstand unseres Landes sollen erhalten bleiben. Wir wollen ja den nächsten Generationen genau solche Lebenschancen ermöglichen, wie wir sie in der Vergangenheit hatten und heute haben.
Drittens. Der Zusammenhalt der Generationen in unserem Land soll bewahrt und gestärkt werden – der Zusammenhalt von Jüngeren und Älteren, von Gesunden und Kranken, von Einheimischen und Zugewanderten, von Regionen, Städten und Dörfern.
Die Ziele hängen miteinander zusammen – das sieht man.

[...] Das oberste Prinzip muss sein: Die Menschen müssen ihren Lebensentwurf leben können – dafür muss Sorge getragen werden.

- Auszug aus den NACHRICHTEN des Deutschlandfunks vom Montag, 03. Juni 2013 12:00 Uhr:

Ältere Arbeitslose haben kaum eine Chance auf einen Job

Trotz des Fachkräftemangels haben Arbeitslose über 50 kaum eine Chance auf dem deutschen Arbeitsmarkt. Das berichtet die "Hannoversche Allgemeine Zeitung" unter Berufung auf eine Auswertung des Programms ’Perspektive 50 plus’ des Bundesarbeitsministeriums. Danach waren lediglich 16 Prozent der über 50-Jährigen länger als ein halbes Jahr beschäftigt. Der Rest sei vorher wieder ausgeschieden. Die Grünen-Politikerin Pothmer erklärte, die Diskrepanz zwischen Sonntagsreden und tatsächlicher Einstellungspraxis der Arbeitgeberseite sei erheblich. - 60 Prozent der Teilnehmer des Programms hatten eine abgeschlossene Berufsausbildung, einen Meisterbrief oder ein Hochschuldiplom.

Anmerkungen

[1Nein, weder gestern noch heute nach Leipzig gefahren, weder aus Anlass der Feiern zum 200. Geburtstag des Komponisten Wagner - noch zur Feierdes 150. Jahrestages der Gründung der Deutschen Sozialdemokratie.


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