Parcours rallye Allemagne 2013

VON Dr. Wolf SiegertZUM Montag Letzte Bearbeitung: 9. Juni 2013 um 17 Uhr 55 Minuten

 

Das für heute angekündigte Thema mit einem Bericht zu diesem Ereignis: Parcours rallye Allemagne muss zurückgestellt werden - und wird damit zu einem "Tarn-Titel" für das, was am vergangenen Wochenende geschah - und am Sonntag, den 9. Juni 2013, hoffentlich seine Fortsetzung finden wird.

Hanns [1] Zischler war am Sonntag, den 26. Mai 2013, ab 13:30 in der Reihe ZWISCHENTÖNE im Gespräch mit Sabine Küchler im Deutschlandfunk zu hören.

Der Zufall wollte es, dass eine halbe Stunde vor dem Ende des Gesprächs
 [2] das Küchenradio eingeschaltet wurde und so die mithörende Teilnahme ermöglichte.

Diese halbe Stunde hat ausgereicht, um endlich den kongenialen Mitdenker und Sprecher für ein Vorhaben zu finden, das zu Beginn des Jahres in der Intendanz des rbb als Gesprächsangebot eingereicht wurde.*)

Da trotz mehrmaligem Nachfragen bis dato keine Rückmeldung vorliegt, kam der Impuls, nun nicht noch länger abzuwarten, sondern sich an den Sender zu wenden, der diesem Mann ein so sensibles wie informatives Sprachrohr hat sein können.

Mehr noch: Mit den Mitteln des Internets wurden "einfach" zwei Bilder gesucht, die eine Gegenüberstellung der in dieser Sendung portraitierten und in dem avisierten Projekt zu portraitierenden Person ermöglichen.

Dazu angeregt: Durch einen Text, der seinem Fotoband "Lichtbilder" entnommen ist [3]:

"Es gehört für mich zu den beunruhigenden Paradoxien dieser Aufnahmen, daß die Erinnerungen an den Ort und die besonderen Bedingungen ihrer Entstehung wie ausgelöscht sind. Die Erinnerungen kehren auch dann nicht wieder, wenn ich die Bilder betrachte. Sie haben mich verlassen, sind in den Bildern versickert." [4]

Er wolle, so schliesst er diesen Text ab, "diesen Befund nicht verallgemeinern" - und doch trifft er damit den Kern bei zumindest einem seiner Betrachter.

Dieser - der Autor dieser Zeilen - hat sich daher erlaubt, diese beiden nachfolgenden Fotos gegenüberzustellen: Vielleicht gelingt es eine Beziehung zwischen eben diesen beiden hier abgebildeten Personen - und nur indirekt zu von ihnen vertretenen Rollen - herzustellen.

Wilhem Siegert: Major "Flügge"
_ [5]
Hanns Zischler als Klaus Barbie
_ [6]

*)
Sonntag, den 27.01.2013 20:54
[...] Ich sitze im Zug auf dem Weg durch das verschneite Saaletal und habe endlich die Ruhe, Ihnen in wenigen Zeilen aufzuschreiben, was ich [...] bereits kurz skizziert hatte:

Die Absicht, den bislang noch unveröffentlichten "Blog" meines Grossvaters Wilhelm Siegert einhundert Jahre nach dessen Entstehung in den Jahren 2014 bis 2018 in einer fortlaufenden Sendereihe in Zusammenarbeit mit Ihrem Hause zu Gehör zu bringen.

In den Zeiten, als wir noch mit Schnürsenkeln im SFB herumgewerkelt haben, ist vor vielen Jahren eine erste Sendung unter dem Titel "Fragen an einen Flieger" entstanden. Über einen Mann, dessen Name gleich neben dem von Richthofen im Berliner Strassenverzeichnis zu finden ist [7], da er nicht mehr und nicht weniger als die Luftwaffe erfunden und im ersten Weltkrieg in Funktion gesetzt hat.

Einhundert Jahre später. Jetzt eröffnet sich die Chance, diese authentische Geschichte(n) des Generalinspekteurs der Militärfliegerei wieder erzählen zu können: jenseits von falscher Heldenverehrung - und angesichts der Verlockungen, den Krieg der Zukunft schon heute per Joystick auslösen zu können.

Dass ich zunächst Sie auf dieses Thema anspreche, hat mit dem besonderen Format und der Langfristigkeit dieses Vorhabens zu tun.

Wie Sie wissen, habe ich mich schon sehr früh und immer wieder mit den Möglichkeiten und Folgen der Digitalisierung für neue Rundfunkformate beschäftigt: Von der ersten interaktiven ARD-TV-Sendung "Eins ist Trumpf" aus dem IFA-Sommergarten im Jahr 1989 bis hin zur ersten rbb-"On-Air"-Radio-Show aus einem Lufthansa-Flug im Jahr 2006 [8].

Seit 2004 schreibe ich über diese Erfahrungen in meiner Onlinepublikation " DaybyDay ISSN 1860-2967"; je länger ich daran arbeite, desto deutlicher stelle ich fest, dass mein Grossvater zu seiner Zeit und mit seinen Mitteln etwas ganz Ähnliches und ebenso Authentisches getan hat wie ich heute. [9]

Ich fände es spannend herauszufinden, ob es möglich wäre, ein solches Format von vor einhundert Jahren in diese Jetzt-Zeit einer mehr und mehr digitalisierten Welt zu überführen. Nicht nur um des historisch spannenden Gehalts willen, sondern auch um damit auszugestalten, was uns in dieser "neuen" Zeit vor allem fehlt: Kontinuität. Und: Die Erfüllung des Wunsches nach einem guten Ende, zu dem auch eine Niederlage gehören kann. [...]

Anmerkungen

[1eigentllich: Christoph Johann

[2Nicht schlimm, da das ganze Gespräch nach dem entsprechenden Umschnitt auch nochmals wird online nachgehört werden können

[3In diesem Zusammenhang auch der Hinweis auf die am 24. Mai eröffnete und bis zum 30. Juni offene Ausstellung "Nach der Natur (camera obscura)" in den Räumen der Alfred Erhardt Stiftung. Sowie das für Sonntag, den 9. Juni 2013, um 14 Uhr angekündigte Gespräch mit Prof. Dr. Peter Greimer von der Freien Universität Berlin zur Idee der Geburt der Fotografie.

[4Dieser Text aus dem Band: Lichtbilder von Hans Zischler, Berlin ALPHEUS 2008, 24 Seiten, ISBN: 978-3-9811214-6-9, kann über diesen Link auch online eingesehen werden.

[5Das Bildzitat wurde der Seite De Duitse luchtmacht tijdens de Eerste Wereldoorlog von Rob Kammelar entnommen. Die Postkarte liegt dem Autor im Original vor.

[6Hanns Zischler im Film: "Die Hetzjagt" von 2008. © BR / Terz Filmproduktion GmbH: Quelle des Zitats http://www.monstersandcritics.de/tv/.

[7Siehe dazu das Foto in der Anmerkung Nr. 8 in meinem Beitrag vom 26. Januar 2009: "History, Memories & Serendipity".

[8Hier nachzuhören auf: "Radio Eins bringt’s"

[9Erste Überlegungen dazu sind bereits in einem Eintrag aus dem Jahr 2006 formuliert worden: "Blogs, die die Welt verändern?".
Und hier ein Beispiel, welche konkreten Formen der Umsetzung dieses Projekt in 2011 bereits gefunden hat: "History, Memories & Serendipity".


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