FRA, MUC, ... zu sich selbst?

VON Dr. Wolf SiegertZUM Dienstag Letzte Bearbeitung: 16. Januar 2014 um 01 Uhr 30 Minuten

 

In Frankfurt am Main beginnt heute der

Deutsche Medienkongress

In München beginnt heute die

CeBIT Preview [1]

und im berliner Büro beginnt das Nachdenken darüber, warum es wirklich not-wendig sei, all diese Veranstaltungen immer wieder aufsuchen zu "müssen", ja, zu all diesen Veranstaltungen eingeladen zu werden.

Hinzu kommt, dass es heute nicht mehr reicht, im Besitz eines gültigen Presseausweises zu sein, um das Privileg zu haben, die Entscheidung treffen zu können, an welcher Veranstaltung man teilnehmen sollte und an welcher nicht.

Die Anmeldung zur Teilnahme an der CeBIT Preview beispielsweise wird nicht einmal mehr bearbeitet, und selbst auf weitere Nachfragen wird kein Zugang gewährt.

Dabei ist es eher unwahrscheinlich, dass dafür die inhaltliche Auseinandersetzung die Ursache sein könnte, die Wahrscheinlichkeit, dass überhaupt gelesen wird, was in Texten wie jenen vom letzten Samstag geschrieben wurde, ist eher gering.

Und selbst der bereits im letzten Jahr 2013 gestellte Antrag auf die Erteilung einer Akkreditierung zur Teilnahme am GSMA Mobile World Congress ist immer noch nicht durch, trotz Vorlagen eines nationalen und eines internationalen Presseausweises und mehreren umfangreichen Begründungsschreiben.

Der Umstand, nicht zu den Abschreibern zu gehören, nicht zur twitter-Elite und nicht Mitglied einer grossen Zeitung, eines grossen Senders zu sein, wird auch durch das Bemühen um hohe Qualität und Authentizität in der Online-Berichterstattung nicht aufgewogen.

Sowieso: "online" - zu was taugt denn das schon?

Die Tatsache, das heute Jede(r) Autor sein kann - und vielleicht es sogar auch sein mag - stellt an die Verantwortlichen Gateway-Keeper neue Herausforderungen.

Selbst zu dem Bloggertreffen in München im Vorfeld der DLD wird man nicht eingeladen, sondern muss sich über ein XING-Account einschreiben nach dem Motto: first come, first served.

Die Zeiten, als digitale "Edelfeder" noch zum DLD eingeladen zu werden, sind auch vorbei. Reichweite des Outlets geht vor Exzellenz. Die in diesem Zusammenhang ergangene Einladung einer "weltweit agierende[n] Personalberatung": ein Lichtblick.

In ihrer aktuellen Untersuchung ist als eines der ersten Ergebnisse des "Executive Panels" auf S. 11 zu lesen:

"Das Einsetzen ihrer persönlichen Stärken und Begabungen motiviert die befragten Führungskräfte für ihren weiteren Berufsweg am stärksten (62
%).
"

... und auf S. 28 heisst es:

Deutschen Führungskräften ist der Wissens
und Erfahrungstransfer von älteren
auf jüngere Manager sehr wichtig. Mehr
als Dreiviertel der Befragten halten den
Einsatz Älterer als Mentoren für jüngere
Führungskräfte für „geeignet“ oder „sehr
geeignet“. Bei jüngeren Führungskräften
ist die Zustimmung hier mit 81% sogar
noch höher.
Ebenfalls viele Befürworter (rund 78
%)
findet die Maßnahme, älteren Managern
erfahrungsspezifische Sonderprojekte
zu übertragen und ihr Wissen so für das
Unternehmen nutzbringend einzusetzen.

Am Ende des Tages kommen dann tröstende Worte, von einem, der an diesem Tag seinen fünfundsiebzigsten Geburtstag feiert, von Jean Christophe Amman, aus Anlass des Erscheinens seines Buches: "Kunst? Ja, Kunst" Die Sehnsucht der Bilder. [2]

In seinem Interview [3] in der Sendung FAZIT im Deutschlandradio Kultur sagt er am späten Abend des 14. Januar 2014 u.a.:

"Die Neugier hält mich jung."
"... die Aufgabe des Künstlers ist, eine Erforschung des Selbst, aus einem Bewusstsein und Denken von Gegenwart [...] Er ist mitten in einer Gemeinschaft, und alle schauen auf ihn und bitten ihn, seinen Weg zu gehen, weil diejenigen, die ihn ins Auge fassen, das selbst nicht tun können."
"Es gab eine Zeit, da gab es eine allgemeine Richtung. Heute ist die allgemeine Richtung 360°"
"Nicht alles, was ein Betrachter in Augenschein nimmt, interessiert ihn [...] das ist in der Musik, in der Literatur genauso - das, was ihn anspricht, soll aus der Tiefe kommen. Das Selbst ist unerschöpflich. Es gibt Menschen, die das Selbst sogar negieren, das sind Opfer von digitalen Welten."
"Wenn ich Akademieprofessor wäre, würde ich mit den Studenten immer wieder drei Monate in ein Kloster gehen und mit denen meditieren. Ein Zuviel an Information verhindert die Selbsterkenntnis. Das ist ganz einfach. Das ist logisch. - Und diese Studenten werden mit so vielen Dingen konfrontiert, dass sie sich selbst aus dem Blickwinkel verlieren."

Anmerkungen

[1Hier ein LINK zum Beitrag von Roland Münzel vom Bayerischen Rundfunk vom 15. Januar 2014.

[2Vergleiche dazu auch den Deutschlandfunk-Beitrag von Rudolf Schmitz vom 14. Januar 2014

[3Sorry, der Name der Moderatorin mit ihren sanften, unprätentiösen, klaren Fragen ist mir nicht bekannt. WS.


 An dieser Stelle wird der Text von 4756 Zeichen mit folgender VG Wort Zählmarke erfasst:
e359ca8632384251b3d97350f256f636