Berlinale Shorts: The Independant Camera

ZUM Dienstag Letzte Bearbeitung: 20. Februar 2014 um 14 Uhr 17 Minuten

 

Nachfolgender Text in noch in status nascendi und darf so, wie er jetzt hier zu sehen ist, weder weitergeleitet noch kopiert werden!

Anlass für die Besuch dieses Screenings war die Einladung, sich den Film

- "Solo te puedo mostrar el color" (I can only show you the color")

im Rahmen der Sammlung von Berlinale Shorts anzusehen - hier der LINK zum Datenblatt - anzusehen.

Verbunden mit einer Einladung zu einem Gespräch "with the young Peruvian Director".

Gemeinsam mit diesem Film wurden im Verlauf der Vorführung ebenfalls gezeigt:

- Darkroom

- Washingtonia

- Sky Lines

Am Ende all dieser Filmvorführungen waren auch zu allen Filmen jeweils daran massgeblich Beteiligte anwesend und bereit, Rede und Antwort zu geben.

Und dennoch, die Entscheidung, keine Frage zu stellen, weder aus dem Publikum heraus noch danach an den Regisseur von "I can only show you the color"

Um der Berichtspflicht genüge zu tun, sei daher an dieser Stelle auf das Interview der Kuratorin Maike Höhne hingewiesen, das sie am Donnerstag, den 13. Februar 2014, im Berlinale Open House zu dem Thema "Violence Begets Violence" geführt hat.

Vielmehr beschäftigt aber hat im Verlauf dieses Screenings eine Beobachtung, die sich nicht wirklich an allen Arbeiten im Detail begründen lässt und dennoch alle andern Eindrücke überlagert hat: die "andere Art" des Umgangs mit der Kamera.

Aufgewachsen in einer Welt, in der Kameras noch "grains" zur Belichtung gebracht haben und nicht "pixels" und in der Aufnahmen aus der Hand noch kaum möglich und eher die Ausnahme waren, und selber geprägt mit den Erfahrungen, die sich bei der Entdeckung der neuen Freiheiten im Reich der "Videoten" einstellten, ist der Blick auf die aktuellen Arbeiten von besonderer Neugier geprägt, von einer hohen Erwartungshaltung. Und - letztendlich - dann aber auch getäuscht, ja enttäuscht durch diese Art von Bildern, die eigentlich mit der Kunst, Bilder zu machen, nichts mehr zu tun haben.

Es ist immer wieder der Eindruck festzuhalten, dass oft - ja oft zu oft - die Kamera den Film macht und nicht die Leute am Set, hinter dem Okular, am Regie- und/oder am Schneidetisch.

Der Umstand, dass es für den Urheber, die Urheberin des Stoffes so jeweils Wichtiges zu erzählen gibt, scheint immer wieder deutlicher in den Vordergrund zu stehen als die Frage danach, wie dieser so jeweils - persönlich - wichtige Zusammenhang zwischen dem "Wie" und dem "Was" zu bestimmen ist.

Gerade im Kurzfilm wird eine persönliche Handschrift, eine stimmige Dramaturgie, eine schlüssige Konzeption erwartet und es scheint, dass bei all diesen Bemühungen immer wieder das Handwerkliche auf der Strecke zu bleiben scheint.

Unklar, wie mit diesem Eindruck umzugehen ist, wird auf die öffentliche Diskussion dieser Frage ganz bewusst verzichtet ... und nach der Rückkehr an den Schreibtisch - zufällig (einen "Zufall", gibt es das überhaupt?) - in der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift "c’t" 2014, Heft 5 ab Seite 168 ein Text gefunden, in dem es um "Tipps und Tricks für ansehnliche Videos" geht.

Und - mag es auch blasphemisch - klingen, nach der Lektüre dieses "DiY"-Textes für den Hausgebrauch könnte man meinen, dass selbst diese Empfehlungen "aus Clips ein sinnvolles Ganzes" zu machen, auch hier und da an der einen und anderen Stelle durchaus anbracht wesen wäre.

Wichtiger aber noch als die Fragestellungen, die sie vor und während der Montag erbeben, sind jene, die sich direkt auf die "Kamera-Arbeit" beziehen. Und einem sogleich dann auch schon wieder entfallen.

Weil sich immer wieder eine Seh-Erfahrung aufdrängt, die sagt, dass hier nicht so sehr die Arbeit mit der Kamera im Vordergrund gestanden habe, sondern die Arbeit, die die Kamera von sich aus verrichtet.

Parallel zu dieser Lektüre stellt sich der Link auf ein YouTube-Video ein, in dem eine Kamera zu sehen ist, wie sie aus einem Flugzeug fällt, im entriegelten Zustand den ganzen Fall auf die Erde "filmt" und dann unbeschädigt in einen Schweinetrog fällt.

Hier ist nicht nur jeder Ansatz von qualifizierte Film-Arbeit von vorn herein ausgeschlossen, sonder der "unglaublich-aber-wahr"-Effekt realisiert sich direkt und unmittelbar in der eigenen Umgebung.

[wird fortgesetzt]


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