Der Tod der Zigarette(n - Marke)

VON Dr. Wolf SiegertZUM Dienstag Letzte Bearbeitung: 31. Oktober 2020 um 18 Uhr 09 Minuten

 

... von Ossi Urchs, auf den gestern verwiesen wurde, lässt immer noch eine Menge Fragen offen, die wir schon vor Jahren auf dem Tisch liegen hatten.

Sein Engagement für Zukunftsfragen wurde unterstützt von der Stiftung Reemtsma. Und wir hatten mehrfach Diskussionen - wenn auch keinen Streit - darüber, ob eine solche finanzielle Unterstützung angenommen werden solle und könne, oder nicht.

Die eigene Entscheidung, für niemanden zu arbeiten, der sich mit Waffen oder Drogen sein Einkommen verschafft, war für Ossi zwar durchaus bedenkenswert, aber letztendlich in der Konsequenz, wie sie in den Gesprächen angemahnt wurde, doch zu radikal.

Nein, auch er wäre nicht bereit, für diesen Verein Werbung zu machen - und musste doch eingestehen, dass dieser Verein bereit und bemüht war, mit ihm und seinem Wirken Werbung zu machen.

Nein, wir werden diese offen gebliebene Diskussion auch jenseits seiner Person immer wieder neu aufleben lassen, und es wird immer wieder neue Facetten und Gründe geben, sie fortzuführen.

Aktueller Anlass ist eine Zigaretten-Werbung, die am Flughafen in Frankfurt auf gleich mehreren Panelen zu sehen war, in der Nähe der Camel-Lounge, in die sich die Raucher zurückziehen können [1], und der erstauliche Hinweis auf die Tatsache, dass selbst bei weitgehender Abwesenheit des Markennamens der Zigarette die Firma dennoch bereit ist, das Geld für eine solche Plakatierung auszugeben.

Und sei es nur, solchen Verpackungen in Zukunft zuvorzukommen?