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VON Dr. Wolf SiegertZUM Freitag Letzte Bearbeitung: 26. Juli 2004 um 17 Uhr 06 Minuten

 

Diese Fahrt zum Filmfest 2004 in München führt dem Zugereisten vor, dass man eigentlich doch am liebsten „unter sich“ bleiben will.

Heute, am 2. Juli jedenfalls blieb mir meine Bitte in den Dialog mit den Einheimischen aufgenommen zu werden, verwehrt, da ich zunächst nicht mit allen protokollarisch notwendigen Voraussetzungen ausgestattet war.

Selbst der Hinweis, aus diesem Anlass eigens aus Berlin angereist zu sein, fiel in dieses anscheinend immerwährende Reiz-Reaktions-Schema, das offensichtlich immer noch zwischen den Bayern und den Preussen intakt geblieben zu sein scheint.

Anlass für diese Bemerkung war die oben abgebildete Einlasskarte zum Empfang des Film- und Fernsehfonds Bayern. Diese Karte war ebenso wie meine Akkreditierung im Pressezentrum hinterlegt, ich hatte mich aber unmittelbar nach meiner Ankunft im München auf den Weg zum Veranstaltungsort gemacht.

Dass man mich nicht ohne Vorzeigen der Karte einlassen wollte, mag ja noch angehen, zumal meine Name nicht auf der Gästeliste stand.
Zu meinem Erstaunen wurde mir aber auch dann noch der Zugang gewährt, als ich einige der Gastgeber beim Namen benannte, meinen Presseausweis vorlegte und darum bat, mich samt Mikro und Aufzeichnungsgerät zumindest für die Zeit des gemeinsamen Gesprächs einlassen zu wollen.

Als auch dieses Ansinnen abschlägig beschieden ward, begann ich die Büros dieser VIPs anrufen zu wollen, um auf diesem Wege nach einer Lösung zu suchen, bzw. mein Nichterscheinen entschuldigen zu wollen. Allein, mein kleines noch recht neues silbernes Tausendsassa zur multimedialen Allroundkommunikation erlaubte es mir leider nicht das Einfachste zu tun, was ein solches mobiles Telefon ermöglichen sollte: zu telefonieren. Zwar konnte ich die Rufnummern wählen und bekam auch eine Antwort, aber meine Stimme wurde nicht übermittelt. - Das ist ein unangenehmer Zustand, wenn Sie eine Kommunikation, die sie selbst ausgelöst haben, nicht in Gang halten können, während auf der Gegenseite laut und vernehmlich nach dem Verursacher das Anrufs gefahndet wird.

Was mich - so schon gut sensibilisiert - dann wirklich in helle Aufregung versetzte war allerdings der Umstand, dass keine der anwesenden „Empfangsdamen“ es für nötig erachtete, mir zur Hilfe zu kommen. Es kam ihnen offensichtlich mehr als gelegen, dass ich vermittels meines defekten Handys nicht weiterkam, andernfalls wären sie ja Gefahr gelaufen, dass die ihnen zugewiesene Kompetenz für ihre rigide Haltung von höherer Stelle möglicherweise ausser Kraft gesetzt worden wäre... und so wird denn auch mein vorgetragener Wunsch, mit einem ihrer Telefone ein Ortsgespräch führen zu dürfen, energisch abgewiesen und auf Nachfrage erklärt, ich könne mich ja nach einer öffentlichen Telefonzelle umsehen: von der natürlich keine der beiden Damen sagen konnte, wo es denn ein solche zu finden gäbe.

Ich breche diese Schilderung hier ab. Bis ich schließlich die für den Eintritt notwendigen Insignien in der Hand hatte (s.o.), war die Veranstaltung schon zwei Stunden im Gange. Und um an den Ort des Geschehens zurückzueilen, hätte es erneut eines längeren Weges entlang der Isar bedurft. Selbst den hätte ich nochmals auf mich genommen, wenn nicht der Himmel gerade, wie unten am Wasser auch, seine Schleusen voll aufgemacht hätte und es nur so auf die Erde herabprasselte. Von einem Taxi war weit und breit nichts zu sehen und einen Fahrdienst - etwa von BMW - suchte man auch vergebens.

Also, meine sehr verehrte Dame, geehrte Herren von der Praterinsel: anstatt unserer Begegnung wird nun mein „non-show“ selbst zum Gegenstand dieser Bericht-Erstattung. Doch seien Sie’s versichert: es wird gewiss nicht meine letzte Reise nach Bayern gewesen sein - trotz alledem.

WS.


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