Kunde im Reich der Telekom-Königs-Töchter

VON Dr. Wolf SiegertZUM Freitag Letzte Bearbeitung: 24. August 2004 um 14 Uhr 21 Minuten

 

Die Ankündigungen der Deutschen Telekom an ihre Kunden zwingen diesen, sich kundig zu machen: und zu kündigen?!

- Anlass dieser Bestandsaufnahme war ein bei "T-Mobile" am 21. Oktober 2002 eingerichtetes "t-email"-Konto. Im Rahmen einer technischen Umstellung wurden alle darin vorgehaltenen Daten zu Beginn des Jahres 2004 seitens des Betreibers gelöscht, ebenso wie die darin eingerichteten Benutzernahmen und Kennworte. Auf die aktuelle Anfrage, ob eine Bestandssicherung der persönlichen Daten vorgenommen worden sei, war die Antwort: "Nein".

- Der „TD-1-ProTel-Vertrag“ soll noch in diesem Jahr umgestellt werden. Egal, ob man dieses will oder nicht. Denn: Er sei für den Betreiber "T-Mobile" angeblich trotz mindestens dreistelliger Umsätze pro Monat nicht mehr lukrativ genug. In Zukunft würden nur noch Verträge angeboten, in denen ein Mindestumsatz pro Monat fest vereinbart sei und der nicht mehr kurzfristig gekündigt werden könne.

- Der „Breitbandanbindungs-Vertrag“ soll zum Ende des Monats Oktober umgestellt werden, automatisch. Er ist für den Betreiber "T-Com" nicht mehr lukrativ genug, da der derzeitig gültige Vertrag keine Datenmengenbegrenzung hat.

- Der „Online-Nutzungs-Vertrag“ soll wird umgestellt werden. Zwangläufig. Er ist dem Betreiber "T-Online" nicht mehr attraktiv genug. Wird den neuen AGB’s widersprochen, wird der Vertrag zum Ende des Monats September einseitig beendet.
 [1]

Was also soll der Kunde tun. Wie viel kostet es ihn, seine gesamte Infrastruktur auf einen alternativen Anbieter zu „switchen“? Gibt es „jemanden“, der einem kleinen Unternehmen wie dem unseren eine Alternative „aus einer Hand“ anbietet, inklusive einer reibungslosen Abwicklung der gesamten Umstellungen - und das bei Beibehaltung aller Rufnummern? Und was ist, wenn dieses Nachfolgeunternehmen seinerseits seine Vertragspolitik zu ändern gedenkt?

1. Kommentar: Kunde werden ist nicht schwer, Kunde sein dagegen sehr.

WS.

- PS.: Auch von der vierten Tochter aus dem Telekom-Reich erhielten wir dieser Tage erneut negative Kunde, indem bei der "T-Systems" der Broadcast-Dienst versagte: die Bilder vom Fussballspiel Deutschland-Österreich konnten zeitweise in Berlin nicht übertragen und damit auch nicht ausgestrahlt und empfangen werden. Und das war leider nicht das erste Mal, dass so etwas passierte. Und ausgerechnet auch dieses Mal wieder bei einem Fussballspiel...
Aber hier hat man offensichtlich aus den Fehlern gelernt und es zumindest geschafft, auf dem am Folgeabend störungsfrei übertragenen Regionalprogramm des Senders "rbb" mit einem Bericht über diese Panne auf Sendung zu gehen: und sich dafür bei den Zuschauern zu entschuldigen.

2. Kommentar: was soll man davon halten, wenn jetzt nicht nur die Telekom ihr Reich zukünftig sogar auf ein 5-Säulen-Modell stützen will und der Deutsche Fussbalbund (G. Netzer: "der größte Sportverband auf der ganzen Welt") sich nun entschieden hat, auch die Trainer-Frage mit einem 3-Säulen-Modell zu beantworten?!

Anmerkungen

[1Fragen und Antworten (FAQ) 5.
Ich bin mit der Änderung nicht einverstanden und möchte den neuen AGB widersprechen. An wen kann ich meinen Widerspruch richten?
Gemäß unseren AGB haben Sie die Möglichkeit, dieser Änderung zu widersprechen. Ihren Widerspruch können Sie an folgende Adresse bzw. Faxnummer senden:
T-Online International AG
Kundenservice
Vertragsinformation
64306 Darmstadt
Fax: 01805 66 33 66
Bitte beachten Sie, dass wir bei Ihrem Widerspruch Ihren T-Online Vertrag zum 30.09.2004 kündigen, da wir Ihren Vertrag nicht auf Grundlage der alten Konditionen weiterführen können.


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