Buhl: "Buhhhh..."

VON Dr. Wolf SiegertZUM Freitag Letzte Bearbeitung: 17. Februar 2020 um 23 Uhr 14 Minuten

 

I.

Anstatt einer Beschwerde...
... der Hinweis, dass am 28. November 2019 der WISO Konto Online Plus 365 - Vertrag gekündigt wurde, nachdem über mehrere Monate keine telefonische Supportleistung mehr erbracht wurde.

Obwohl diese Kündigung fristgerecht eingegangn war, wurde am 8. Januar 2020 dennoch für die für das Jahr 2020 in Aussicht gestellten Dienste der Nachfolgebetrag abgecuht.

II.

Am Montag, den 13. Januar 2020, wurde das Thema nochmals aufgerollt, nachdem es zu weiteren Pannen - auch bei der Telefonvermittlung - kam.

Schlussendlich wurde die Rechtmässigkeit der Kündigung bestätigt und eine Rückabwicklung angeboten.

Stattdessen aber vereinbart, dass die Kündigung nunmehr für das Ende des Jahres 2020 eingestellt wird.

III.

Denn, noch viel schwerwiegender als diese Art von Systemfehlern - die in der Tat schon nicht vorkommen sollten - ist die Tatsache, dass die Abhängigkeit gerade von Business-Kunden, die eher dem VSME-Segment zuzurechnen sind, so massiv ist, dass die seit September letzten Jahre aufgetretenen "Engpässe" dazu geführt haben, dass mit dem Zusammenbruch des Zahlungsverkehrs auch der Zusammenbruch ihrer jeweiligen Kreditwürdigkeit drohte.

Wer, bitte, tritt bei solchen Fehlern, die durch die Banken und deren Dienstleister verursacht und Monate nicht behoben werden, wann und in welchem Umfang in die Haftung ein?

IV.

Auch nach dem Einspielen aller Updates stellt sich heraus, dass die Anwendung des Postbank-Systems Seal-One nicht in die Software eingebunden werden kann. Stattdessen wird die händische Übertragung der auf dem entsprechenden Endgerät aufscheinenden Zeichenfolge verlangt.

Da aber das von uns eingesetzte Gerät zwar einen schön stabilen Metall-Mantel hat, die Anzeige aber so schwach leuchtet, dass die Zahlen und Ziffern nicht mehr abgelesen werden können, suchen wir nach einer anderen Lösung.

V.

Im technischen Kundencenter von Buhl wird erklärt, dass es möglich sei, diese Dienst auch weiterhin zu nutzen, in dem man statt der Hardware die seal-one-App zum Einsatz bringen würde.

Auf der hier als Link ausgewiesenen Webseite ist von zwei Alternativen die Rede, die einen lautet "module", die andere "stand alone". Für beide Möglichkeiten werden zwei kurze YouTube-Beiträge eingeblendet:

Die beiden hier eingeblendeten Tutorials haben keinen Ton und geben keine hinreichend klare Auskunft, was die potenziellen NutzerInnen denn nun zu tun hätten.

VI.

Nach der Installation der SEAL ONE App aus dem Google Play Portal wird zunächst verlangt, die Bluetooth-Funktion zu aktivieren. Danach wird gefragt, mit welchem der Endgeräte man die APP verbinden möchte: mit dem 8333 PRO oder dem 7300 PRO. Verfügt man über ein anderes Gerät aus einer anderen Serie, wird man an den Shop weitergeleitet.

VII.

Wir brechen hier ab und schicken diesen Bericht an die drei hier benannten Beteiligten zu: die Postbank, Seal One und der Firma Buhl. Nach Eingang der Nachrichten berichten wir über die weiteren Schritte.

Die Postbank antwortet (Di. 9:34) mit dem Hinweis: "Den Link können wir nicht öffnen." und bittet darum:

Leider reichen die Informationen, die ich habe, noch nicht aus. Bitte schildern Sie Ihr Anliegen daher ganz ausführlich und konkret. Was genau möchten Sie? Oder was ist passiert?

Die Firma Buhl antwortet so:

Sehr geehrter Herr Dr. Wolf Siegert,
vielen Dank für Ihre Anfrage.
Gerne sind wir Ihnen behilflich. Aus Sicherheitsgründen ist es uns nicht möglich auf externe Quellen zuzugreifen. Daher stellen Sie bitte Ihre Anfrage als Antwort auf diesem E-Mail. Selbstverständlich ist es auch möglich Anhänge hinzuzufügen.
Für weitere Fragen, Anregungen und Hinweise stehen wir Ihnen selbstverständlich gerne zur Verfügung. [...]

VIII.

Nach langem Hin und Her stand fast, dass es notwendig sein wird, auf jeden Fall ein neues SEAL ONE - Endgerät online einzukaufen. Bei der Bestellung wird ein Preis von Euro 29,90 aufgerufen. Und die Nutzung eines "Aktionscodes" angeboten. Dieser aber wird, so ist von der Vertriebshotline zu erfahren, nur von der Postbank selber bereitgestellt.

Bei einem Aufruf bei der Geschäftskundenhotline wird es mehrmals notwendig, Wartezeiten zu akzeptieren. Am Ende aber wird eine Mailzusendung mit einem PDF-Dokument angekündigt - und zugestellt [1]. In diesem befindet sich im Anhang eine Datei mit einem solchen Code, ganz unten rechts, im Kleingedruckten.

Bei der zusätzlichen Eingabe dieses Codes wird auf der entsprechenden SEAL ONE Webpage nur noch der Preis für die Versandkosten aufgerufen. Für die Bereitstellung des Dongles selber entstehen keine weiteren Kosten [2].

IX.

17. Februar 2020: Jetzt, nach dem Eintreffen des neuen Endgerätes, berichten wird nochmals über die erneuten Nutzungsversuche mit der Buhl-Software [3].

Um den Vorgang an diesem Tage mit einem positiven Ergebnis abschliessen zu können, bedurfte es zweier weiterer Anrufe bei der technischen Hotline. Und selbst danach konnten die inzwischen aufgelaufenen Datenlücken nicht mehr vollständig geschlossen werden:

Es sei an dieser Stelle nach diesem eh’ schon viel zu langen Text darauf verzichtet, weitere technische Details zu nennen. Der entscheidenden Punkt war, dass es in den vorangegangenen Anfragen von Vertreiberseite versäumt worden war, nachzufragen, ob es sich bei dem Konto bei der Postbank um ein Privat- oder ein Geschäftskonto handeln würde.

Als an diesem Tag im Gespräch nochmals darauf hingewiesen wurde, dass es sich bei dem in Frage stehenden Konto um ein Geschätskonto handelt, stellte sich heraus, dass es für die HBCI-Eintragung nicht nur der Postbank ID und des Passwortes bedurfte, sondern auch einer "Postbank-Profil-ID". Erst wenn diese zusätzlich zur Postbank ID in das entsprechende Feld eingetragen wird, wird das Kono als solches Online erkannt.

Und so konnte schliesslich der Datenbestand aktualisiert werden.

X.

Was dennoch bleibt, ist purer Frust: Da die Klärung dieses Sachverhaltes insgesamt sehr viel länger gedauert hat als 90 Tage (sic!!!), können nicht mehr alle inzwischen angefallenen Überweisungsdaten vom Postbankserver abgerufen werden.

Sie müssen sich stattdessen - so die Auskunft der Hotline auf Anfrage - für die nicht mehr online übermittelten Daten von der Postbank eine entsprechende CSV-Datei erstellen und einspielen lassen.

Jetzt auch das noch.... ???

Anmerkungen

[1

Sehr geehrte Kundin, sehr geehrter Kunde,

vielen Dank für Ihren Anruf. Sicherheit steht bei uns an erster Stelle. Deshalb haben wir die Zwei-Faktor-Authentifizierung eingeführt.

Was bedeutet das für Sie?
Um sich in Ihrem Postbank Banking & Brokerage anzumelden, benötigen Sie seit dem 09.09.2019 ein gültiges Sicherheitsverfahren. Die bequemste Lösung hierfür ist das Postbank BestSign Verfahren. Dabei können Sie zwischen der BestSign App für Ihr Smartphone oder einem BestSign Gerät für Ihren PC/Laptop wählen.

Weitere Informationen erhalten Sie unter folgendem Link: www.postbank.de/bestsign. Oder sehen Sie sich dazu unsere Videos an: https://www.postbank.de/themenwelten/artikel_video_postbank-bestsign-app.html und https://www.postbank.de/themenwelten/artikel_video_bestsign-geraete-schnell-erklaert.html.

Entscheiden Sie sich für das BestSign Gerät, unterstützen wir Sie gerne mit einem Gutscheincode. Diesen finden Sie im beigefügten Flyer.

Wir hoffen, Sie mit unserem neuen Banking überzeugen zu können.

Mit freundlichen Grüßen

Ihr Postbank Business Center

[2

[3Bis zu diesem Zeitpunkt waren diesem Text diese Zeilen vorangestellt worden:

Dieser nachfolgende Text ist über diesen Tag hinaus immer noch im Entwurfsstadium und noch nicht zum Zitieren oder Verlinken freigegeben. WS.


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