Google oder nicht Google?

VON Dr. Wolf SiegertZUM Mittwoch Letzte Bearbeitung: 9. Mai 2020 um 00 Uhr 05 Minutenzum Post-Scriptum

 

A.B.C...

Gleich vorab: dieser nachfolgende Text folgt weder den üblichen journalistischen Standards und Regeln noch ist er im formalen Sinne ein Antrag für oder eine Ablehnung von einem Angebot, das bis dato nur vom Hörensagen gekannt ist:
Das Angebot aus dem Hause Google, sich - erneut - an der Finanzierung / Rettung von journalistischen Projekten zu beteiligen.

Dieser nachfolgende Text ist vielmehr unter dem Eindruck / Einfluss der aktuellen Entwicklungen verfasst, in der das Private und das Berufliche im HomeOffice - in diesem konkreten Fall im OfficeHome - zusammenfliessen. Und damit zugleich der Notwendikeit einer neuen, anderen Trennung und Abgrenzung unterliegen.

D.

Die Arbeit an diesem Text wird zum Mittag dieses Tages aufgenommen. Es ist high noon. Und zu diesem Zeitpunkt haben bereits im Netz zwei Konferenzen - aus den vielen weiteren Angeboten ausgewählten - stattgefunden. Und in beiden Fällen gibt es zu den Anbieter dieser Veranstaltungen berufliche wie persönliche Anknüpfungspunkte, die sich über viele Jahre zurückverfolgen lassen (könnten, was hier aber nicht geschieht, um nicht zu weit abzuschweifen):

Die erste wurde von der T-Systems Multimedia Solutions GmbH ausgerichtet, lautete "Digital Denken. Virtuell Zusammenkommen." und wurde hier auch schon seit Tagen angekündigt: „Digital Denken. Virtuell Zusammenkommen.“ . Die in dem Zusammenhang mit den nachfolgenden Thema wichtigste Aussage lautete: Ja, es gäbe eirn Reihe von wichtigen, Einfluss-starken und gut funktionierenden Dienstleistungsangeboten aus den USA, die auch in Deutschland schon die dominierenden Anwendungen seien. Die es aber jetzt zu koppeln gäbe an jene Massstäbe von Sicherheit und Zuverlässigkeit, wie sie für die hiesige Region als Standard zu setzen seien.

Die Zweite Konferenz wurde von den re-publica- und ticon-Teams ausgerichtet. Darin wird klar, dass es für die nächste analoge Konferenz, die nicht vor nächstem Mai 2021 stattfinden wird, noch keine Planungen gäbe, wohl aber sehr konkrete Ansätze, wie man mit diesem Format "im digitalen Exil" weitermachen bzw. neue ansetzen könne (wozu auch an diese Stelle viel zu sagen sei, aber hintangestellt wird, um nicht den entscheidenden Punkt zu verpassen). Im Verlauf der Ansagen dieser Pressekonferenz - wie: "mit dem Thema Arbeit 4.0 sind wir jetzt plötzlich schon in der Zukunft angekommen - wurde aber klar, dass viele dieser US-amerkanischen Produkte und Anbieter mit dabei sind. Zum Beispiel das Videokonferenz-System ZOOM (das ja eigentlich in zwischen in der Hand von chinesischen Investoren ist...) und die Firma GOOGLE als Partner.

E.

Damit sind wir beim Thema: Google. Auch hier gäbe es aus der eignen Geschichte viel zu erzählen ( zumal viele der Kontakten zu den MitarbeiterInen der Firma von heute aus Zeiten stammen, wo diese Menschen schon bei Firmen wie AOL oder RTL gearbeitet hatten), die auch auf eine Reihe von Erfahrungen und Kontakten aus dem US-Markt zurückgreifen. Aber die auch hier im Verlauf der letzten Jahre in dieser Publikation Gegenstand der Darstellung waren. Wer oben in dem Suchfeld das Wort "google" eingibt, wird darüber unterrichtet, dass dieser Begriff seit 2004 in nicht weniger als aktuell 500 Beiträgen auftaucht.

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F.

Immer wieder und mit grossem Intersse begleitet wurden schon bisher die News Impact-Projekte und -Proposals der News Media Alliance, in der u.a. auch die WAN-IFRA Mitglied ist, die "World Association of Newspapers and News Publishers".
In den aktuellen Links wird verwiesen auf einen Meinungs-Artikel in der New York Times von Cavid Chavern vom 19. April 2020, der mit dieser These als Überschrift eingleitet wird:
Google and Facebook Must Pay for Local Journalism
und auf die Coronavirus Aid, Relief and Economic Security (CARES) - Angebote in den USA.

G.

Auf dieser Seite des Atlantiks gibt es das European Journalism Centre das am 21. April 2020 mit der Nachricht aufmacht:
20 under-reported stories about global health we will support this year.

To increase the scope and depth of global health reporting, our team at the European Journalism Centre is proud to award 20 projects that will use these reporting grants to advance the coverage of international health, health policy and development issues in German and French media. [...]
By the time these programmes are finished, the EJC will have funded 85 journalism projects, distributing a total sum of one million euros. We are excited to see the latest projects come to life and congratulate all grantees and their teams.

Bevor sich die Frage stellt, mit welchem Vorhaben ein eigener Antrag mit ins Rennen gehen könnte, stellt sich die Frage, wo dieses Geld herkommt. Dazu der vorangestellte Post vom 9. April 2020: European Journalism Centre and Facebook Journalism Project launch COVID-19 fund to support local news. Der Artikel macht mit diesem Satz auf...

The European Journalism Centre (EJC) and the Facebook Journalism Project (FJP) are launching a $3 million USD fund to support hundreds of community, local and regional European news organisations and journalists.

... und wird kurz danach mit diesem Absatz fortgeführt, in dem der Autor sich selbst als Testimonial zitiert und schreibt:

“All over Europe, local news organisations are facing a battle for survival,” said Adam Thomas, director at the European Journalism Centre. “Deeply affected by the commercial impact of COVID-19, journalists are providing essential coverage with minimal resources. Without urgent support, local and community media will be unable to fight misinformation and inform citizens. The European Journalism COVID-19 Support Fund is designed to protect journalists who are working closely with their communities during this crisis."

Womit sich der Kreis zum dem zuvor zitieren US-basierten Ansatz wieder schliesst, denn das FJP macht sogleich mit dieser Seite auf: JPEG

H.

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Auf der newsimpact Homepage wird als Partner als nicht facebook, sondern explizit Google genannt:

We collaborate with the news industry to build a stronger future for journalism through products, partnerships and programs. The future of journalism depends on all of us working together. More at g.co/newsinitiative and discover our training centre at g.co/newstraining.

Dort gibt es den Beitrag vom 17. April 2020 von Jason Washing, Managing Director, Global Partnerships - News, unter der Überschrift: Fee relief to support our news partners during COVID-19

Many news publishers around the world use Google Ad Manager to support their digital businesses with advertising. As the coronavirus pandemic takes a toll on our global economy, the Google News Initiative is working to identify ways to provide immediate financial support to those news organizations around the world producing original journalism.

That’s why we’ve decided to waive ad serving fees for news publishers globally on Ad Manager for five months. Over the coming days, we’ll notify our news partners that meet the requirements about the details of the program, and what they can expect to see in their account statements.

This builds on theGNI’s Journalism Emergency Relief Fund, which is delivering aid to thousands of small and local news publishers globally, and other programs to support the industry. With these efforts, we aim to help news organizations reduce some of the cost of managing their businesses and funding important journalism during this time.

I.

Da diese Online-Publikation seit jeher, also seit 2004 (sic!), ohne Werbung auskommen wollte und ausgekommen ist, war seit jeher und ist auch heute das erste dieser Angebot in unserem Fall gegenstandslos. Im Gegenteil, während zuletzt gerade wieder in den Berichten über die Pressekonferenz des VDZ deutlich herausgestellt wurde, wie dramatisch das Wegbrechen der Anzeigen auch im digitalen Publikationsumfeld sei, wird verstehen, dass sich aus dieser Einstellung und Haltung für Veröffentlichungen wie dieser sogar ein gewisser Vorteil abzuzeichnen beginnt (auch das könnte und sollte an anderer Stelle nochmals ausführlicher beschreiben und zur Diskussion gestellt werden).

Interessanter ist da schon der Hinweis auf den "Global Journalism Emergency Relief Fund for local news". Dort können bis zum 29. April 2020 Anträge eingereicht werden. Auch aus Deutschland, sobald und wenn diese terms and conditions erfüllt und die privacy policy- Bedingungen akzeptiert werden. Zu diesen Bedingungen gehört, dass der Newsromm mit mindestens zwei Vollzeit angestellten JournalistInnen besetzt ist

The Fund is targeted at newsrooms employing between 2 - 100 full-time employee (FTE) journalists.

Damit entfällt formal auch jeder weitere Anlass, sich in der eigenen Rolle als Herausgeber und Autor über einen möglichen Antrag einen Kopf zu machen - oder?

J.

LeserInnen, aber auch meine Partner & Pals wissen von der dem Herausgeber und Autor eigenen Anerkennung gegenüber der hohen technischen und ökonomischen Performance aus dem Hause Alphabet Inc. im Allgemeinen

We liked the name Alphabet because it means a collection of letters that represent language, one of humanity’s most important innovations, and is the core of how we index with Google search! We also like that it means alpha‑bet (Alpha is investment return above benchmark), which we strive for!

und eher kritischen Einstellungen gebenüber den Praktiken der Google

kritischen Haltung

Hier ein Mitschnitt von der Morgan Stanley Technology, Media and Telecom Conference in San Francisco, California vom 13. Februar 2020 mit Ruth Porat, Chief Financial Officer of Alphabet and Google, der unter diesem Link abgerufen werden kann, wenn man den Namen, die Firma, die Mail-Adresse angibt und alle Cookies, die eingespeist werden sollen, akzeptiert:

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[wird fortgesetzt].

P.S.

DLF "medias res" - Sendung vom 16. April 2020:

Google als Retter in der Not? - Hilfsfonds für lokale Medien

BR5 "Medienmagazin" vom 26. April 2020:

Nur PR? Google sponsert Datenjournalismus

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