Preview: Vorstands-Neuwahlen DJV-Berlin

VON Dr. Wolf SiegertZUM Samstag Letzte Bearbeitung: 12. August 2020 um 17 Uhr 18 Minutenzum Post-Scriptum

 

Dieser Text entstand schon vor dem Zeitpunkt der Ankündigung der Mitgliederversammlung vom 26. September 2020

Ankündigung der Mitgliederversammlung

Der erste Bezug war diese Presseerklärung des Vorstandes von DJV Berlin-JVBB vom 28. Juli 2020:

Vorstand des DJV Berlin-JVBB tritt zurück

Neuwahlen im Herbst

Der Vorstand des DJV Berlin-JVBB hat seinen kollektiven Rücktritt zum 1. September 2020 erklärt und entschieden, für den Herbst Neuwahlen anzustreben. Dem war die Veröffentlichung internen Post- und Mailverkehrs sowie von Gesprächsinhalten aus Vorstandssitzungen vorausgegangen. Dieser Vertrauensbruch wie auch bereits seit Langem bestehende Differenzen im Vorstand haben einer vertrauensvollen Zusammenarbeit die Grundlage entzogen.

Mit den Neuwahlen im Herbst soll dem Verband die Chance für einen personellen Neuanfang eröffnet werden, nachdem im vergangenen Jahr die Fusion von DJV Berlin und Journalistenverband Berlin-Brandenburg vollzogen wurde.

und diese "Medienmacher"-Kolumne von Kai-Hinrich Renner in der Berliner Zeitung vom Abend des 16. Juli 2020:

Wie das Kalbitz-Interview des RBB den DJV Berlin JVBB entzweite

Da der Vorstand also Anfang August noch im Amt war, wird es interessant sein zu verfolgen, ob er zumindest im Umfeld zu den Demonstrationen vom Samstag, den 2. August 2020 [1], öffentlich eine gemeinsame Position bezogen haben wird.

Auf jeden Fall wird er sich weiteren Meinungsäusserungen sowohl aus dem Verband als auch in der öffentlichen Meinung [2] zu stellen haben.

Hier als pars pro toto:

- ein von Stefan Fries anmoderierter Beitrag von Michael Meyer aus der Mittwochsausgabe vom 5. August 2020 in der Sendung @mediasres des Deutschlandfunks:

- ein Auszug aus dem Medienmagazin-Podcast von Daniel Buhs und Jörg Wagner vom 1. August 2020, in dem zunächst die aktuelle Lage in zwei parallelgeschalteten Interviews beleuchtet wird. Und dann, als "Bonus-Track", die Geschichte vom Auseinanderbrechens das "Altverbandes", über einen Zustand mit bis zu vier Verbänden in der Region, bis zur nunmehr angekündigten Neuwahl:

P.S.

In nunmehr offenkundig ’weiser’ Vorhersehung einer solchen Entwicklung nach dem erfolgreichen Zusammenschluss der beiden Berliner Verbände auf die Fortführung der langen eigenen Vorstandsarbeit verzichtet, ist es nunmehr möglich, die während dieser Zeit eingeübte notwendige Zurückhaltung ein Stück weit aufzugeben.

Und auf die eingegangenen Fragen nach eigenen Positionen folgendes festzuhalten:

- Unterschiedliche Positionen, ja auch Streit, innerhalb eines Vorstandes sind Teil der Verbandsarbeit und sollten ggf. auch offen ausgetragen werden können. Aber dass es ausgerechnet der AfD gelingt, mit einer Diskussion über den Umgang mit ihren Positionen den Vorstand eines Landesverbandes von JournalistInnen zu sprengen, ist nicht nur eine Blamage, es ist eine Katastrophe für die politische Reife jener, die es nicht vermocht haben, aus dieser Auseinandersetzung eine vertretungsfähige Position abzuleiten.

- Daraus folgt: Jene, die als Vorsitzender oder Stellvertreter dafür die Verantwortung tragen, haben die Legitimation verloren, nochmals erneut für eine Vorstandsposition zu kandidieren.

- Angesichts der aktuellen gesellschaftlichen Herausforderungen für - als auch der persönlichen Nöte von - vielen Mitgliedern ist der Wirkmächtigkeit eines grossen Hauptstadtverbandes eine adäquate Rollenzuschreibung zuzuweisen. Diese ist auch mit neuem, qualifizierten Personal zu vertreten.

- Die hohe historische Verankerung der Arbeit des mehr als siebzigjährigen Verbandes darf sich nicht auf das Namedropping ’berühmter’ Mitgliedernamen von Brandt bis Loebe beschränken, sondern diese Tradition ist Verpflichtung für eine repräsentative Dynamik zur Verteidigung der zunehmend infrage stehenden Kompetenz einer "vierten Gewalt".

WS.

Anmerkungen

[2Hier Marina Weisband in ihrem Dlf-@mediasres-Kommentar vom 8. Juli 2020 zum RBB Sommerinterview. Plattform für Rechtsradikale?.


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