Mit Google auf # sicher?

VON Dr. Wolf SiegertZUM Dienstag Letzte Bearbeitung: 15. Dezember 2020 um 15 Uhr 01 Minutenzum Post-Scriptum

 

PNG Dieses ist die Einladung vom Tagesspiegel-Direktor Matthias Schweiger zur zweiten Ausgabe der Online-Veranstaltungsreihe „Digital auf Nummer sicher!“

[...] das Schlagwort „Digitale Souveränität“ ist zur Projektionsfläche für unterschiedlichste Wünsche und Ängste geworden und spiegelt sich in verschiedenen Themen und Projekten wieder: vom 5G-Ausbau, über Fragen der Cloud-Infrastruktur bis hin zu Vorgaben für Social-Media-Anbieter. Mit der Digitalisierung aller Bereiche der Gesellschaft verändert sich der Souveränitätsbegriff. Für die Bürger_innen bedeutet Digitale Souveränität die Fähigkeit zum selbstbestimmten Handeln und Entscheiden im digitalen Raum. Dabei ist der Grat zwischen unabhängiger Entscheidung und staatlichen Protektionismus schmal. Wie also sieht Digitale Souveränität in der Praxis für Nutzer_innen, für den Staat und deutsche Unternehmen aus und welche Rolle nehmen sie zueinander und untereinander ein?

Wir laden Sie herzlich ein, gemeinsam mit unseren Expert_innen bei der zweiten Ausgabe unserer Online-Veranstaltungsreihe „Digital auf Nummer sicher!“ über dieses wichtige Thema zu diskutieren.

Die Beteiligten sind:
Nadine Schön MdB, CDU/CSU-Bundestagsfraktion
Dr. Markus Richter, Staatssekretär im Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat und Beauftragter der Bundesregierung für Informationstechnik
Dr. Wieland Holfelder, Vice President Engineering und Leiter des Google Safety Engineering Center in München, Google Deutschland

Und Sie? Hier geht es zur Anmeldung zu der gemeinsam mit dem Google Safety Engineering Center veranstalteten Gespräch.

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Heute ab 12.30 bis 13.30 Uhr (Einwahl ab 12.15 Uhr, live Q&A ab 13.15 Uhr)

Eine anonyme beobachtende Teilnahme war zunächst ohne Anmeldung ist nicht möglich. Aber nach einer nochmaligen Anfrage per Mail war dann doch [1].

Und, höre da: Alles nur Gutmenschen, die sich für die Souveränität des Einzelnen und der Firmen aussprechen.

Stichworte sind: Open Source (was etwas anderes sei als Offene Standards) | europäische Vorgaben mit der "Berliner Erklärung" | Möglichkeiten der Datenmigration | microsoft-freie Arbeitsplätze | keine einseitigen Login-Effekte | Wieder-Erlangen der Souveränität und Gründung eines DS-Zentrums zusammen mit den Bundesländern | Messanger-Dienste der Bundeswehr | Digitalkompetenz nicht nur in den Schulen, sondern auch "am Nachmittag" | die Privacy-Richtlinie der EU soll einen Daten-Nutungs-Cockpit möglich machen | Google habe bereits seit 2009 sein data-dashboard eingerichtet, aber, um das zu lernen, bedarf es eines Trainings der BürgerInnen | Planung und Gründung einer "Digital-Akademie" noch im Verlauf des Jahres 2021 | neues Registermodernisierungs-Gesetz | auch Google-Chrome soll einen Passwort-Manager bekommen "dieses Konzept auf die Behörden auszuarbeiten, das wäre toll" | ... |.

Auf die Frage nach den Werten gibt es von den Beteiligten folgende Antworten, von Herrn Richter und Frau Schön, aber nicht von Herrn Holfelder:

Stattdesen antwortet er auf die Frage nach dem EU-Vertrauensraum

Und verweist später nochmals darauf, dass es die Möglichkeit bei Google gäbe, das "incognito-Fenster" zu nutzen, um sich damit vollständig der Personalisierung zu entziehen [2].

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Hier gibt es einen Rückblick auf die Auftaktveranstaltung mit
Arne Schönbohm (BSI), Tabea Rößner MdB (Bündnis90/Die Grünen), Stephan Micklitz (Google Germany GmbH) und Dr.-Ing. Alexander Wolf (TÜV SÜD AG).

Hier gibt es einen Link auf den NDR-ZAPP-Beitrag von Daniel Bouhs [3] vom 26. Oktober 2020 : Google: Millionen für deutsche Verlage in dem auch

der ehemalige "Spiegel"- und nun "Tagesspiegel"-Chefredakteur Mathias Müller von Blumencron

zitiert wird mit Sätzen wie diesen:

Google ist schon der Konzern, der sich am meisten auf die Verlage zubewegt hat [...] Es bedeutet aber vor allen Dingen für uns, dass wir definitiv Vorteile haben und besser dastehen als vorher. [...] Ein Netz ohne eine Suchmaschine - wie soll das funktionieren? Also müssen wir uns irgendwie mit diesen Geschäftspartnern arrangieren

Hier also dieser NDR-Beitrag. der vor-zeigt, wie ein solches "Arrangement" aussieht. Und der am Schluss mit diesem "Disclaimer" endet:

ZAPP-Autor Daniel Bouhs hat 2016 eine Diskussionsrunde ("Wie viel Meinung verträgt guter Journalismus?") moderiert, die neben Journalistenverbänden auch Google veranstaltet hat. Sein Honorar hat er gespendet.

Wer in dem Suchfeld dieser Publikation die Begriffe "+google +2006 +bouhs" einträgt, findet den Verweis auf einen Bericht über ebendiese Veranstaltung vom 14. Juni 2016: "Google Talk Berlin", samt einem Interview mit Ingrid Brodnig.

Am Freitag, den 11. Dezember 2020, berichtet in der Sendung "Wirtschaft aktuell" im infoRadio des rbb Johannes Frewel über: Googles Lobbystrategie gegen EU-Reformen:

Neue EU-Regeln sollen die Marktmacht von Internetriesen wie Microsoft, Apple oder Google begrenzen und mehr Wettbewerb fördern. Die Großkonzerne wehren sich mit Lobbyarbeit in Brüssel. Googles geheime Strategiepläne wurden jetzt geleakt.

P.S.

Hier der Rückblick auf den letzten der zahlreichen eigenen Beiträge und Stellungnahmen zum Thema der Digitalen Souveränität vom 9. November 2020: Ab heute: "Digitale Souveränität und Resilienz". WS.

Hier der Link auf den heise-online-Beitrag vom 3/12/2020 von Eva-Maria Weiß:
Google News Showcase zeigt jetzt ausgewählten Paid Content gratis an

Und hier als Alternativ- / Komplementär-Angebot das erste Gespräch von Stefan Schmugge mit Linus Neumann im DELL Technologie Podcast "Road to 2030": https://soundcloud.com/user-933345759/linus-neumann-folge-11-road-to-2030

Sie sprechen über aktuelle Herausforderungen in der IT-Sicherheit sowie Trends und Szenarien für die Zukunft. Worauf müssen sich Unternehmen – insbesondere auch kleine und mittlere Unternehmen – einstellen und wie sollten sie ihre Cybersecurity fit für die Zukunft machen.

Anmerkungen

[1Danke! WS.

[2Hier ein Einblick auf / in die eingereichten Fragen und Kommentare:

Anonym
13:22
Ich würde mich viel mehr als DATENSOUVERÄN fühlen, wenn es in der Datenschutz-Zustimmung einer Internetseite
EINE Schaltfläche
zum generellen Ablehnen von Personalisierung gibt. Warenkörbe dürften dennoch funktionieren oder nicht? (edited)
Anonym
12:47
Mit welchen Kompetenzen (allgemeine Basiskompegenzen und spezifische IKT-Kompetenzen) müssen Menschen ausgestattet werden, damit sie digital souverän agieren können?
M
M. Neiling, Berlin
12:54
Die Bürger sollten als Souverän selbst entscheiden können, mit welchen Unternehmen sie ihre Daten teilen wollen.
Eine Teilhabe der Bürger ohne Nutzung dieser Dienste (Betriebssyst. und Anwendungen) ist z.Z. leider weitgehend ausgeschlossen.
Anonym
12:49
Inwiefern sehen Sie die menschliche Autonomie durch algorithmische Entscheidungssysteme beschnitten?
Anonym
13:04
Open-Source Angebote sind nur zu begrüßen, allerdings ist das nicht nur eine Herausforderung für proprietäre Anbieter, sondern auch der IT-Dienstleister des Bundes/Landes und der Kommunen. Müsste man nicht hier auch anfangen?
M
M. Neiling, Berlin
13:04
Wie könnte das informationelle Selbstbestimmungsrecht in der digital globalisierten Welt besser gewährleistet werden? Gibt es Bestrebungen, die Kontrolle der persönlichen Daten durch die großen Digitalkonzerne einzuschränken?
C
Carsten Schiefner
13:05
Das Thema "(Internet-) Standards" war ja zumindest beim IGF 2019 und 2020 durchaus Thema, gerade auch für Parlamentarier.
Wie möchte, sollte bzw. müsste sich die Legislative hier engagieren - stärker bzw. überhaupt erstmals -, um ...
C
Carsten Schiefner
13:05
... Gerätesicherheit viel stärker verpflichtend zu machen? Auch und gerade bei IoT-Geräten, da z.Zt. viele dieser Geräte aus der Verpackung direkt zur Elektroschrottverwertung gegeben werden müssten.
M
M. Neiling, Berlin
13:22
Bei der Registermodernisierung ist im Gesetz die Steuer-ID als übergreifende ID geplant, obwohl sich wissenschaftliche Gutachten und der Bundes-Datenschutzbeauftragte sich dazu sehr kritisch äußerten und es Alternativen gäbe. Warum so?
Anonym
13:26
Leider werden aber die Bedarfe der Kommunen nicht berücksichtigt, noch haben sie den Zugang zu den "EfA-Lösungen". So wie es heute aussieht wird entwickelt und am Ende steht eine Lösung, die VIELLEICHT passt, anstatt dass sie BESTIMMT passt (edited)
M
Matthias Stier
13:09
Bei welchen Institutionen sollte die Aufgabe "Digitale Bildung" angesiedelt werden?
Im Deutschen Technikmuseum in Berlin wird zum Beispiel momentan ein digilab für Kita- und Grundschulkinder eingerichtet.
Anonym
13:09
CRM - Customer Relation Management - ist ein Ausdruck der Abhänigkeit. Welche Ansätze sieht das Panel CMR - Customer Managed Relationship zu etablieren und die individuelle Hoheit über persönliche Informationen/Nutzung zurück zu gewinnen.
Anonym
13:23
"Einer für Alle" ... ist das nicht die Anti-These zu individueller Souveränität? Kann damit nicht jedes Glied in der Kette den gesamten Prozess lahmlegen? (edited)
Anonym
13:25
Die Zweckentfremdung der Daten kann trotzdem nicht ausgeschlossen werden hinsichtlich des Datencockpits. Wie wollen Sie das gewährleisten bzw. die Kontrollmöglichkeiten erhöhen? (edited)
Anonym
13:25
Gibt es bzgl. der zentralen Nutzung der Steuer-ID als Grundlage für das Registermodernisierungsgesetz schwere verfassungsrechtliche und Datenschutz-Bedenken?
F
Florian R
13:25
Wenn die digitale Souveränität der Bürger hier so hoch gestellt wird - wieso steht dann Deutschland und Europa auf der anderen Seite der Barrikaden der Crypto Wars, und versucht sichere Kommunikation unmöglich zu machen

[3Der Hintergrund dieses Themas wird von ihm nochmals in einem Radio-Beitrag im Medienmagazin des Bayerischen Rundfunks, B5 aktuell, vom 29. November 2020 unter dem Titel: Woher bekommen Verlage Geld für Digitalisierung? Google News Initiative und Bundespresseförderungausgeleuchtet.


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