Thomas Mann Fellowship 2022

VON Dr. Wolf SiegertZUM Samstag Letzte Bearbeitung: 2. März 2021 um 11 Uhr 14 Minutenzum Post-Scriptum

 

Im Anschluss an die Publikation Prelude: Thomas Mann Fellowship 2022 vom 19. Februar 2021, hier das Draft der auszufüllenden Bewerbungsunterlage, die bis zum Monatsende vielfach diskutiert und vielen Veränderung unterzogen wurde.

Anrede* : Herr
Vorname/First name* : Wolf
Nachname/Last Name* : Siegert
Akad. Titel/Acad. title : Dr.phil. / Ph.D.
Berufsbezeichnung* : Publizist / Changineer
Geburtsdatum* : 19-09-1949 / 09-19-49
Nationalität* : deutsch / German

Straße Hausnummer* : Leistikowstr. 3
PLZ* : 14050
Ort*: Berlin
Telefon* : +49 30 46200660
E-Mail* : wolf.siegert@iris-media.com

Website : DaybyDay ISSN 1860-2967

Wiederbewerbung* : Ja
Letzte Bewerbung im Jahr : 2020

Biografische Angaben :

Biografie (Fließtext, maximal 1.000 Zeichen)* :
Auszug aus: siegert.berlin/

-  aufgewachsen in Bremen und sich erfolgreich ausprobiert in der Welt des Theaters und des Fernsehens
-  wissenschaftlich qualifiziert als Germanist, Historiker, Kunsthistoriker und Philosoph
-  engagiert für Herausforderungen wie die Einführung des Privatfernsehens und der digitalen Broadcast & IT-Netze in den Ländern und im Auftrag der EU.
-  Firmengründungen, Entwicklung und Patentierung eigener Start-up-Projekte (IRIS® “Navi" bereits in den 80er Jahren / Erste IP-basierte Radio-Show zwischen MUC<->LAX 2006)
-  aktiv beteiligt an der Weiterentwicklung von internationalen Leitmessen wie IFA (Berlin), CeBIT (Hannover, Istanbul, Sydney), NAB-Show (Las Vegas, New York)
-  Entwicklung von Kulturprojekten wie die transmediale, die erste grosse Berliner Laserlicht-Inszenierung HighLightO und das Denkzeichen für den Hitler-Attentäter Georg Elser
-  Umsetzung all dieser Erfahrungen in Publikationen, Vorträgen, AV- und Theater-Projekten
- Gastprofessur in Taipeh, Vorlesungen in Stanford, St. Pölten, Kiel, Potsdam, München, Berlin (Humboldt, HMKW, bbw)
-  Berufung zum Research Director, Competence Center for Culture Development & Digital Art an der University of Digital Sciences Berlin UDS

Biografische Angaben

Biography (continuous text/1,000 character maximum)*

- grew up in Bremen and successfully tried himself out in the world of theater and television,
- scientifically qualified as a Germanist, historian, art historian and philosopher
- committed to challenges such as the introduction of private television and digital broadcast & IT networks in the countries - and on behalf of the EU.
- Company founding, development and patenting of own start-up projects (IRIS® "Navi" already in the 80s / first IP-based radio show between MUC<->LAX 2006)
- actively involved in the further development of leading international trade fairs such as IFA ( Berlin), CeBIT (Hanover, Istanbul, Sydney), NAB Show (Las Vegas, New York)
- development and support of cultural projects such as the transmediale, the first all Berlin illuminating laser light staging HighLightO and the memorial for the Hitler assassin Georg Elser
- implementation of all these experiences in publications, lectures, audio-visual and theater projects
- visiting professor in Taipei, lectures at Stanford, St. Pölten, Kiel, Potsdam, Munich, Berlin (Humboldt, HMKW, bbw)
- Appointment as Research Director, Competence Center for Culture Development & Digital Art at the University of Digital Sciences Berlin UDS

Veröffentlichungen (Deutsch und Englisch; Auswahl; Tabellarisch) * ;
Auszug aus:
> http://siegert.berlin/spip.php?rubrique2#publikationen

- In statu nascendi:

> Transformation. Der Tod und die Wiederauferstehung des Analogen., Berlin 2022

- Online only:

> DaybyDay ISSN # 1860-2967, Berlin 2004 -> 2021

> CARPECARMEN, Berlin 2013 -> 2021

- Online / Print:

> Lectures for Digital Residents. Zum Geleit des Handbuchs Medienökonomie
In: Krone, Jan; Pellegrini, Tassilo (Hrsg.) Handbuch Medienökonomie
Springer VS, Wiesbaden 2018/2021, S. 1-6, Online ISBN 978-3-658-09632-8

> Leibniz, Labs & Leapfrogging. Prolegomena einer Pädagogik in postdigitalen Zeiten
In: M. Friedrichsen, W. Wersig (Hrsg.) Digitale Kompetenz
Herausforderungen für Wissenschaft, Wirtschaft, Gesellschaft und Politik

Springer Gabler, Wiesbaden 2019/2020 S. 249-256
Print: ISBN 978-3-658-22108-9 | eBook: ISBN 978-3-658-22109-6

> Digitale Souveränität?
In: Friedrichsen, Mike; Bisa, Peter-J. (Hrsg.) Digitale Souveränität. Vertrauen in der Netzwerkgesellschaft, Springer VS, Wiesbaden 2016/2018 S. 359-369
Print: 978-3-658-07348-0 | e-Book: ISBN 978-3-658-07349-7

> Fotografie-Kalender. Photographic Diary. Agenda Photographique.
Schwarz-Weiss-Bilder, ausgewählt aus der exklusiven Sammlung und herausgegeben von akg-images Berlin (London & Paris). Redaktion: Kathrin Goepel, Realisation: Kai Holland. Mit einem Vorwort von Wolf Siegert.
Berlin (limitierte, nummerierte Auflage) 2004 -> 2014
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- Print only (Medien):

> Das Licht geht aus im Licht-Spiel-Haus
in: Kloock, Daniela (Hrsg.) Zukunft Kino. The End of the Reel World.
Schüren, Marburg, 2007, S. 259-273

> Grenzerfahrungen
in: Andreas Lober (Hrsg.): Virtuelle Welten werden real. Second Life, World of Warcraft & Co: Faszination, Gefahren, Business
dpunkt [Telepolis / Heise], Heidelberg, 2007, S. 87-104

> "Glotzt nicht so romantisch" oder: Der Mythos der Medien als Methodologie des Studienerfolges.
in: Uhlig,Jens; Herwig,Rita, Borodowski,Michael (Hrsg.): Mein Wissen - unser Wissen? Das Individuum zwischen Kooperation und Konkurrenz in der Informationsgesellschaft. LIT, Berlin, 2007, S. 46-65

> Multi Media Mobil. Mobile Dienste in digitalen Rundfunk- und Telekommunikationsnetzen. Analysen & Perspektiven
Multi Media Mobile. Mobile Services in Digital Broadcasting and Telecommunications Networks. Analyses & Perspectives.
Berlin, VISTAS, 2002; Co-Autor: Jean-Claude Bisenius
Schriftenreihe der mabb, medienanstalt berlin-brandenburg, Band/Vol.15

> Interaktiv statt inaktiv? - oder: Die Herausführung des Fernsehkonsumenten aus seiner selbsterduldeten Unmündigkeit?
In: U. Glowalla, E. Schoop (Hrsg.): Perspektiven multimedialer Kommunikation Leipzig, 1996.
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- Print only (Theater)

> Bertolt Brecht. Praxis und Theorie des epischen Theaters.
3 Vorträge in deutscher und chinesischer Sprache im Rahmen des "Tamkang Chair 1983": Brecht, China und das epische Theater; Brecht und Sezuan; Brecht und Deutschland - zweigeteilt.
Taipei: Tamkang University 1984
(Tamkang Lecture Series 52)

> Brecht, China und das epische Theater.
in: Deutsche Studien, 18, Tamsui (1984), 38-43 (Mandarin)

> Brecht und Sezuan. Der "Gute Mensch" als west-östliche Herausforderung.
in: Deutsche Studien, 18 Tamsui (1984), 44-55 (Mandarin)

> Theater in der Schule
Braunschweig: Westermann 1984
(Schulleiter Handbuch Band 29)

> Brechts "Tage der Commune".
Herausgegeben von Wolf Siegert.
Frankfurt a.M.: Suhrkamp 1983
(suhrkamp taschenbuch materialien Band 2031)

> Die Furcht vor der Kommune-
Frankfurt a.M./Bern/Nancy/New York: Peter Lang 1983
(Europäische Hochschulschriften Reihe 1, Band 590)

> Die Tage der Kommune - ein Exildrama.
in: W. Siegert (Hrsg.): Brechts Tage der Commune.
Frankfurt a.M.: Suhrkamp (stm 2031) 1983, 312-334

> "Die Tage der Commune" in Japan.
Ein Gespräch (mit Tatsuji Iwabuchi).
in: notate, 4 (1982), 9-11.

> "Die heilige Johanna vom Fleischmarkt" - aber von Brecht.
(Ein Gespräch mit Tatsuji Iwabuchi und Koreya Senda)
in: notate, 6 (1982), 14-15

> How We Digested Bertolt Brecht.
in: A. Tatlow, T.-W. Wong (Editor): [Brecht and East Asian Theatre
Hong Kong University Press, H.K. 1982, 175-185

> Neue Spiele - Neues Glück?
Betrachtungen über traditionelles Schulspiel und neue Lernspiele an der Schule.
in: päd.extra, 3 (1982), 38-40.

> Welcome to Mahagony!
Brecht in Ost-Asien. Theorie und Praxis.
In: notate, 5 (1981), 6-7 ( = notate-Studie Vol. 5).

Preise und Stipendien (Originalbezeichnung; Auswahl; Tabellarisch) :

> nach 2000:
- Deutscher Journalisten Verband (DJV) Berlin: Ehrennadel für langjähriges Engagement, Vorstand von 2008 - 2020
- Digital Cinema Society (DCS) LA: Lifetime Membership Award

> vor 2000:
- PT TELEKOMUNIKASI INDONESIA: Ehrung für die Entwicklung und Umsetzung einer nationalen Digitalisierungsstrategie
- AVANT LION LE MELHOR: Ehrenmedaille der Stadt Lion

> vor 1990:
- Alliierte von Berlin-West: Berliner Luftbrücken-Stipendium
- Centre de Formation et de Perfectionnement des Journalistes, CFPJ Paris: Journalisten-Stipendium
- Bremer Stiftung zur Förderung der Wissenschaften und der Universität: Dissertations-Stipendium
- Tamkang Chair an der Universität Taipeh: Gastprofessur "Brecht und die neuere deutsche Dramatik"

Projekt

Bezieht sich Ihr Projekt auf eines der Schwerpunktthemen 2022?* : "ja"
Welches: : " Imagining Equality in Diversity"

Kurze Beschreibung des Vorhabens (max. 1.000 Zeichen)* :

Auf den Spuren von Thomas und Frido Mann durch Amerika – auf der Suche nach dem Wesen der Demokratie. Nicht nur in den großen Städten der Ost- und Westküste, sondern auch an jenen Orten mitten im Land, wo die Werte dieser Gesellschaftsform erst wiedergefunden werden müssen, in sicherlich nicht einfachen Diskussionen. Als Easyrider auf dem Motorrad unterwegs, nahbar für Begegnungen, begleitet von der Kamera, was zu vielfältiger medialer Auswertung führen wird, vom Reise-Blog bis zur Video- und TV-Dokumentation.

Dieses Vorhaben hat nun in 2022 die Chance einer realen Umsetzung. Mehr noch: Ganz im Sinne des Konzeptes eines constructive journalism ist es mehr denn je - nach vier Jahren Trump und zwei Jahren Corona-Pandemie - geboten, Menschen, Orte, Institutionen aufzusuchen und zu dokumentieren, wo das Leitmotiv von "Imagining Equality in Diversity" eine beispielhafte Umsetzung erfährt.

Short outline of your intentions (1,000 character maximum)* :

On the trail of Thomas and Frido Mann through America - searching for the essence of democracy. Not only in the big cities on the east and west coast, but also in those places in the middle of the country where the values ​​of this form of society have to be found again, in certainly not easy discussions. As an Easyrider on the motorcycle, approachable for encounters, accompanied by the camera, which will lead to diverse media evaluation, from travel blogs to documentation.

This project now has the chance of a real implementation in 2022. Even more: Maintaining the concept of "constructive journalism", it is more important than ever - after 4 years of Trump and 2 years of Covid 19- to visit and document people, places, institutions where the leitmotif of "Imagining Equality in Diversity" has become real in exemplary implementation experiences.

Vorhaben und Schwerpunkte während des Fellowships (maximal 9.700 Zeichen)* :

In dem Leitmotiv "Imagining Equality in Diversity" kulminieren jene in den Jahren zuvor herausgestellten Themen: Die Digitalisierung im Spiegel der Frage "Was kommt danach" und die Herausforderungen der Demokratie im Spannungsfeld von Trump und Twitter unter dem Titel: "Revisiting Democracy" ( Siehe auch: Prelude) .

Sie werden jetzt in Bezug gesetzt mit der französischen Revolution, von der in der Ausschreibung die Rede ist, aber auch mit den gescheiterten Revolutionen in Europa.

Um seine Dissertation über Brechts letztes Exildrama über die Pariser Kommune 1870/71 zu schreiben, hat der Antragteller zunächst mehrere Jahre im Brecht-Archiv in der Ostberliner Chausseestrasse verbracht - noch Jahre vor der friedlichen Revolution in Deutschland - und danach weitere fünf Jahre in Paris.

In seinen oben zitierten Büchern und Aufsätzen war das Thema der Emigration aus Deutschland bis in die USA immer präsent, aber auch die Rückkehr nach Europa: Bei Brecht über die Schweiz, wo er sein letzte Exilwerk fertigstellte, mit dem er zunächst beabsichtigte, seine Theaterarbeit in der DDR zu beginnen: "Die Tag der Commune".

Dieses Thema der "schönsten Revolution der Weltgeschichte" ist nicht nur in diesem Jahr, 150 Jahre danach, erneut von Bedeutung, sondern war es auch schon während der zur Zeit der Promotion von den Goethe-Instituten unterstützten Reisen nach Japan und China. In Taiwan wurden die Texte des Autors ins Mandarin übersetzt und dann über Hongkong als ’Bückware" in die Volksrepublik eingeschleust [1].

Mit all diesen Erfahrungen im Gepäck passt es daher nun besonders gut, wenn das Thema von "dem Verlust der utopischen Träume des 20. Jahrhunderts" nochmals im US-amerikanischen Kontext verhandelt wird. Sowohl mit Bezug auf die Zeit des Exils, als auch mit Bezug auf die Geschichten und die Geschichte der Auswanderung insgesamt. Gespiegelt in der Wirkungsgeschichte von Menschen, die seit mehr als 200 Jahren in der "Neuen Welt" umzusetzen versuchten, was ihnen zu realisieren in Europa verwehrt geblieben war (Beispiel: "Kindergarten").

Die eigenen Beziehungen in dieses Land reichen ein gutes halbes Jahrhundert zurück. Sie begannen mit der Autoren- und Regie-Arbeit eines ’Morality Play’s im Appel Farm Arts and Music Center in New Jersey, wurden fortgesetzt als Chauffeur für Alamo unendlich viele Meilen durch das Land fahrend und von den Fahrgästen im Fond deren Lebensgeschichten erfahrend. Und resultieren schliesslich in einer Einladung in der Christ Church in Philadelphia, in den USA zu bleiben und die Inszenierung der 200-Jahre-USA-Feier mit vorzubereiten.

Die Entscheidung und der Wille, jetzt noch einmal in die USA zurückzukehren, beruht also einerseits auf der langjährigen Beschäftigung mit dem Thema des Exils, sie spiegelt aber auch eine Reihen von Fragen wider, die sich erst jetzt immer deutlicher in den Vordergrund drängen. Diese drei seien hier als pars pro toto benannt:
> "Was wäre gewesen, wenn ich in den USA geboren worden wäre, weil zuvor meine Mutter Käte van Tricht noch mit ’ihrem’ US-Offizier aus Deutschland hätte flüchten können?"
> "Wer war meine Urgrossmutter Meta Philippina Uhrlaub, die 1857 in New York geboren wurde?"
> Wie wäre mein Leben verlaufen, wenn meine schwarze Freundin und ich in den USA geheiratet hätten?"

Die in diesem Jahr gestellte Frage nach "Equality in Diversity" hatte sich in den USA also sehr konkret gestellt. Aber sie galt - wenn auch aus ganz unterschiedlichen Anlässen und historischen Bezügen - auch hier in Deutschland. Denn hier führten Staatsexamina und Promotion an der "roten Kaderschmiede" Universität Bremen einerseits, und der mehrjährige Forschungsaufenthalt im Brecht-Archiv in der DDR andererseits zu Ausgrenzung und Berufsverbot - und dazu, sich in Japan oder in Frankreich nach neuen Fluchtpunkten umzusehen.

Oder dann doch die USA? Anlass für diese Frage gab zunächst die intensive Zusammenarbeit mit vielen Mitgliedern der NFLCP, der National Federation of Local Cable Programmers. Eine Einrichtung, die sich an vielen Orten in den USA darum bemühte, mit den neuen Mitteln des elektronischen Fernsehens umzusetzen, was in den Mainstreammedien an Diversität nicht gezeigt wurde. Die Alliance for Community Media (ACM) steht in der Tradition dieser Entwicklung und ist einer der Produktions- und Distributionspartner für das hier vorgetragene Anliegen.

Der zweite wichtige Partner ist die Digital Cinema Society (DCS) in LA: die Zusammenarbeit reicht bis auf deren Gründung zurück. Diese schliesst sich an eine Reihe von Projekten an, die der Frage nachgingen: Wie können es die US-Majors bewerkstelligen, auch bei dem Transformationsprozess der Filmdistribution von der 35mm-Rolle zum dafür entwickelten DCP (Digital Cinema Package)-Format weiter die Nase vorne zu haben? Als Sparrings-Partner aus Deutschland waren die Herausforderungen für den Antragsteller nicht nur technischer Natur, sondern es galt auch Brücken zu bauen zwischen den Studios, die im harten Konkurrenzkampf stehen. Und es ging darum, in Las Vegas eigene grosse Events und Shows zu veranstalten, um zu zeigen, dass auch Entwicklungspartner wie die Fraunhofer-Gesellschaften hier ein deutliches Wörtchen mitreden können...

Dieser Kampf um Einfluss und Macht in den sich neu etablierenden digitalen Strukturen hat lange Zeit dazu geführt, dass Themen der kulturellen und sozialen Diversität nur selten in den Mittelpunkt des allgemeinen gesellschaftlichen Interesses geraten sind. Und diese Auswirkungen sind immer noch zu spüren, aufzuspüren und anzusprechen: Auch in Deutschland. Umso erfreulicher, wenn am 8. März 2021 unter dem Motto: „Digitalisierung ist weiblich!“ Bundespräsident Steinmeier und seine Frau Elke Büdenbender zu einer Diskussion über Digitalisierung und Gleichstellung einladen.

Und so schliesst sich der Kreis, und eröffnet zugleich eine Reihe von neuen Möglichkeiten und Anlässen, sich diesem Thema zu nähern: aus gesellschaftlicher Verantwortung, aber auch im Rückblick auf die eigene Lebensgeschichte.

Die Grundidee, die Quellen und Protagonisten solche Transformations-Prozesses im Verlauf eines Road-Trips aufzuspüren, hat sich also noch gefestigt. Und selbstverständlich stehen wir damit in einer langen Tradition von den Road-Movies bis hin zu Robert M. Pirsig’s Buch "Zen and the Art of Motorcycle Maintenance".

Geändert hat sich aber die Haltung gegenüber Planung, Durchführung und Auswertung: Weniger ’Preussentum’, dafür mehr ’Serendipity’! Mehr zuhören wollen, als selber etwas erreichen müssen. Statt einer Partnerschaft mit BMW eine Kooperation mit dem in Kalifornien ansässigen Hersteller von elektrischen Motorrädern der Marke ZERO (Emission).

All das ist möglich, da im Falle einer zustimmenden Entscheidung im Verlauf des zweiten Halbjahrs 2021 die bereits bestehenden Verbindungen zu den hier genannten Partnern nochmals intensiviert und parallel dazu weitere Vorschläge aufgegriffen werden könnten.

Vor allem aber wäre rechtzeitig vor Jahresende geklärt, ob das ganze Vorhaben nun wirklich und wahrhaftig real vor Ort im Lande durchgeführt werden kann - oder virtuell in Zusammenarbeit mit den FreundInnen vom Verein Virtual Reality Berlin-Brandenburg (VRBB), dessen Gründungs- und Fördermitglied der Antragsteller ist.

Wenn vor Ort, würde der Zeitplan für 2022 so aussehen: Q1: TMH Drehbuch, Produktions- und Reiseplan, Q2: Road-Trip mit Autor (ZERO), Kamera (HARLEY) Ton & Logistik (Pick-up) , Q3: LA (TMH?) Produktion des Film und erste Vorführungen.

Die gesamte Zeit in den USA wird auf dieser Online Plattform Tag für Tag auf DaybyDay ISSN 1860-2967 dokumentiert: daybyday.press/ ist nicht ’irgendein Blog’, sondern eine der ersten von der Deutschen Nationalbibliothek seit 2005 akkreditierte Online-Publikationen. Darüber hinaus wird der Ablauf einer Woche jeweils in einem Podcast zusammengefasst und ebenfalls über einen eigenen Server ausgespielt werden. Weitere institutionelle Ausspielwege und Plattformen sind schon im Gespräch, in Deutschland wie in den USA.

Intentions and focus during the fellowship (limited to 9,700 characters)* :

The themes highlighted in previous years culminate in the leitmotif "Imagining Equality in Diversity": Digitization is reflected in the question "What comes after digitization" and the challenges of democracy represented in the ​​conflict between Trump and twitter under the title: "Revisiting Democracy". See also: Prelude.

You will be related to the French Revolution, which is mentioned in the announcement, but also to the failed revolutions in Europe.

To write his dissertation on Brecht’s last drama in exile about the Paris Commune in 1870/71, the applicant first spent several years in the Brecht archive on Chausseestrasse, years before the peaceful revolution in Germany, and then in Paris for another five years.

In his books and articles cited above, the topic of emigration from Germany to the USA was always present, but then also the return to Europe. Brecht returned to Switzerland first, where he finished his last work in exile, with which he initially thought he could begin his theater work in the GDR: "The Day of the Commune".

This topic of the most " beautiful revolution in world history" is not only important again this year, 150 years later, it was also important during the trips to Japan and China supported by the Goethe Institutes at the time of the doctorate. In Taiwan, the author’s texts were translated into Mandarin and then smuggled into the People’s Republic via Hong Kong as "Bueckware" [ 1 ] .

With all these experiences in the bag, it fits particularly well if the subject of "the loss of the utopian dreams of the 20th century" is now also renegotiated again in the US context. Both with reference to the time of exile and with reference to the stories and history of emigration as a whole. This is reflected in the history of the impact of people who have tried for more than 200 years in the "New World" to implement what they were unable to do in Europe (example: "Kindergarten").

Our relationships in this country goes back to a good half a century. Wolf began writing and directing a ’ Morality Play ’ at the Appel Farm Arts and Music Center in New Jersey, then drove endless miles across the country as a chauffeur for Alamo Cars and heard the life stories of the passengers in the rear . And finally, an invitation at the Christ Church in Philadelphia to stay in the USA and help prepare the staging of the 200th anniversary of the US.

The decision and the will to return to the USA now is based on the one hand on the longstanding preoccupation with the subject of exile, but it also reflects a series of questions that are only now becoming more and more prominent. The three are named here as pars pro toto:
> "What would have happened if I had been born in the USA because my mother Käte van Tricht could have escaped from Germany with ’her’ US officer?"
> "Who was my great-grandmother Meta Philippina Uhrlaub, who was born in New York in 1857?"
> How would my life have been if my black friend and I had married in the US? "

The question asked this year about "Equality in Diversity" was and still is of high importance in the US. But it was also valid here in Germany - although for very different reasons and historical references. Because here the state exams and doctorate at the "Rote Kaderschmiede" University of Bremen on the one hand, and the research stay of several years in the Brecht archive in the GDR on the other hand led to exclusion and professional bans - and fostered to looking for new places of refuge in Japan or France.

Or, maybe, the USA after all? The reason for this question was initially triggered by an intensive collaboration with many members of the NFLCP, the National Federation of Local Cable Programmers. An institution that endeavored in many places in the US to implement and show with the new means and methods of electronic television signs of diversity that were not shown in the mainstream media. The Alliance for Community Media (ACM) is seen in the tradition of this development and is one of the production and distribution partners for the issue that has now been presented here.

The second important partner is the Digital Cinema Society (DCS) in LA: the collaboration goes back to its foundation in 2003. As a follow-up of a series of projects that looked at how the US majors can successfully manage the transformation process of film distribution from the 35mm reel to the DCP (Digital Cinema Package) format developed for this purpose. As a sparring partner from Germany, the challenges were not only of a technical nature, but also had to build bridges between the studios that are in tough competition. And it was about organizing own big events in Vegas to show that development partners like the Fraunhofers’ also have a clear say here ...

This struggle for influence and power in the newly established digital structures has long meant that topics of cultural and social diversity have rarely become the focus of general social interest. And these effects can still be felt, tracked down and have to be addressed. Also in Germany. It ist therefore gratifying when, on March 8, 2021, under the motto: “Digitization is female!”, Federal President Steinmeier and his wife Elke Büdenbender invite to a public dialogue about digitization and equality.

And so the circle closes, and at the same time opens up a number of new possibilities and opportunities to approach this topic: out of social responsibility but also looking back at the own life story.

The basic idea of ​​tracking down the sources and protagonists of such transformation processes during such a rod trip has thus become even more solid. And, of course, we are in a long tradition from road movies up to Robert M. Pirsig’s book "Zen and the Art of Motorcycle Maintenance".

But the attitude towards planning, implementation and evaluation has changed: Less ’Prussianism’, more ’Serendipity’! Wanting to listen more than having to achieve something yourself. Instead of a partnership with BMW, enter into a cooperation with the California-based manufacturer of electric motorcycles of ZERO (Emission).

All of this is possible because, if there is a positive decision in during the second half of 2021, the existing connections to the partners named here could be intensified again and further suggestions could be taken up in parallel.

Above all, however, it would be clarified in good time before the end of the year whether the whole project can really and truly be carried out on site in the state - or virtually in cooperation with the friends of the Virtual Reality Berlin-Brandenburg (VRBB) association, where the Applicant is one of the founding and now a supporting member.

If on site, the ideal schedule for 2022 would look like this: Q1: TMH script, production and travel plan, Q2: road trip with author (ZERO), camera (HARLEY), sound & logistics (pick-up), Q3: LA (TMH?) production of the film and first screenings.

The entire time in the USA is documented on this online platform day by day and summarized in a podcast every week. Further institutional channels and platforms are currently being discussed, in Germany as in the USA.


Bestehende Kontakte zu US-amerikanischen Partnern (maximal 1.000 Zeichen)*
:

Die bereits in den vorangegangenen Bewerbungen benannten professionellen Kontakte, können um zwei weitere Ebenen erweitert werden: die vielen persönlichen Kontakte, sich über die Jahre entwickelt haben und die vielfältigen Beziehungen, die sich aus den Netzwerken der bereits benannten Partnerorganisationen ACM und DCS, aber auch durch das VATMH selber und die Goethe-Institute ergeben.

Existing contacts with US-American partners (limited to 1,000 characters)*

The professional contacts already named in the previous applications will be expanded by two further levels: the many personal contacts that have developed over the years and the diverse relationships that emerge from the networks of those already named partner organizations ACM and DCS, but also through the VATMH and the Goethe Institutes.

Konkrete Vorschläge zu Veranstaltungen mit US-amerikanischen Partnern (maximal 1.000 Zeichen):* :

Die hier avisierte Reise durch die USA ist bereits selbst eine "Veranstaltung", wenn vielleicht auch nicht in dem Sinne, wie zu Zeiten vor der Coroana-Pandemie. Ihr Verlauf, als auch die Begegnungen mit den Menschen vor Ort, beides wird fortlaufend online dokumentiert und weltweit digital zugänglich sein.

Der Antragsteller wird bereits an der ACM-Award Jury teilnehmen und das Vorhaben im Sommer 2021 auf dem nationalen Kongress als auch im Februar 2022 auf dem Western Chapter vorstellen. Die bereits jetzt angelaufenen Gespräche mit professionellen Distributionskanälen aus der Radio- und TV-Welt als auch mit Online-Plattformen können dann im Rahmen der CES im Januar und der NAB-Show im April 2022 fixiert werden.

Suggestions for events with US-American partners (limited to 1,000 characters):*

The trip through the USA announced here is already an "event" in itself, if perhaps not in the sense that it was in the times before the Covid 19 pandemic. Your course, as well as the encounters with the people on site, both are continuously documented online and digitally accessible worldwide.

The applicant will take part in the ACM Award jury and present the project at the national congress in summer 2021 and to the Western Chapter in February 2022. The discussions that have already started with professional distribution channels from the radio and TV world as well as with online platforms will then be fixed at the CES in January and the NAB show in April 2022.

Ihre zeitliche Verfügbarkeit für das Fellowship in Los Angeles im Jahr 2022 (mindestens drei und maximal zehn Monate) :

Insgesamt : 3 [+3] Monate*
Von* : 2022-1 Bis* : 2022-3
[Von* : 2022-7 Bis* : 2022-9]

Von wem kommen Ihre Empfehlungsschreiben?* : NN
In der Anlage erhalten Sie das Bündel der in den Vorjahren bereits ausgestellten Empfehlungsschreiben (Czaplinski, Friedrichsen, Mathers, Moon, Platthaus, Walden) [2]. Sollten aus formalen Gründen weitere Schreiben ausgestellt werden müssen, stehen dafür weitere Persönlichkeiten zur Verfügung, die für die Themen der transatlantischen, der interkulturellen und psychologischen Kompetenz gutsagen.

P.S.

Die Texte Prelude: Thomas Mann Fellowship 2022 als auch dieser hier sind öffentlich gemachte Vorstudien, Fingerübungen für einen Vorgang, der sonst eigentlich immer eher ’im stillen Kämmerlein’ durchgeführt wurde. So vorzugehen ist vielleicht genauso unkonventionell wie dieser Vorschlag selber... und doch verleiht dieses Vorgehen eine ganz eigene Form der Authentizität und, ja, sagen wir es ruhig, der Souveränität.

Das ist besonders interessant und verdient eine besondere Aufmerksamkeit, weil über die vielen Jahren, in denen tagtäglich auf dieser Plattform neue Einträge generiert wurden, solche Texte, die auch die eigene Person mit zum Gegenstand haben, eher die Ausnahmen waren.

In diesem Falle haben aber diese Einträge schon im Vorfeld der eigentlichen Bewerbung viel Aufmerksamkeit, Lob, aber auch kritische Anmerkungen und Hinweise zur Folge gehabt, die bis zum Zeitpunkt der Abgabe am Ende des Monats nach und nach Berücksichtigung finden werden.

Selbst die Anmerkung [1] führt zu diesem Hinweis auf einen Artikel der FAZ-Korrespondentin Friederike Böge aus Peking vom 2. März 2021, sozusagen "in eigener Sache": System der Einschüchterung : So sabotiert China Recherchen ausländischer Journalisten.

Dafür sei Ihnen/ Euch allen, die sich in diesem Zusammenhang angesprochen fühlen, auch an dieser Stelle nochmals herzlich gedankt. Denn es hat sich herausgestellt, dass es bei diesem Vorhaben eben nicht nur um einen Ego-Trip - im direkten wie im übertragenen Sinne dieses Wortes - geht, sondern um ein Anliegen, das der Antragsteller ganz offensichtlich mit vielen Mitmenschen teilt.

Besonders herauszuheben in diesem Zusammenhang ist der Dialog mit einer seit vielen Jahren befreundeten Europäerin US-amerikanischen Ursprungs darüber, wie ich sie denn anders beschreiben könne als mit dem POC-Begriff, als WOC, als "Women of Colour"?

Wir müssen beide lachen und sprechen stattdessen über das in diesem Text aufgerufene "Was-wäre-wenn"-Thema: Und sie schickt nach dem langen Telefonat einen Artikel von Joshua Rothman aus dem NEW YORKER vom 14. Dezember 2020 zu, der unter der Übeschrift What If You Could Do It All Over? The uncanny allure of our unlived lives. Imagining our alternate selves can be fuel for fantasy or fodder for regret. wahrlich viel zu sagen hat. Und dabei auch das Persönlichste an diesem Thema nicht auslässt:

A few days before graduation, when I went to pay my tuition bill, a girl on the elevator struck up a conversation, then got off at her floor; on my ride down, she stepped on for a second time, and our conversation continued. We started dating, then went to graduate school in English together. We got married, I became a journalist, and we had a son. I now have a life, a world, a story. I’m me, not him—whoever he might have turned out to be.

Und der Gedanke steigt auf, dass diese Publikation doch eine gute Adresse wäre, dort darüber zu berichten, wenn es darum geht, den Spuren der in New York geborenen Urgrossmutter nachzugehen.


Der Antrag wurde in der oben dargestellten Fassung am Sonntagabend gegen 22:35 Uhr hochgeladen, nachdem zuvor noch einige der Texte wegen Überlänge mehrfach gekürzt wurden (... auch die Bestätigungsmail traf ’postwendend’ ein :-).

Anmerkungen

[1... und wie bitter ist es, dass eine Online-Publikation wie diese ab dem 22.02.2021 in der VR-China bei den staatlichen Stellen hätte angemeldet sein müssen ...

[2Anbei die Empfehlungsschreiben aus den Jahren 2019 und 2020:

M.MOON: Letter of Reference
J. MATHERS: Letter of Recommendation
A. PLATTHAUS: Empfehlungsschreiben
S. WALDEN: Letter of Reference
R. CZAPLINSKI Recommendation

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