Mann sucht seine Telekom E-Mails

VON Dr. Wolf SiegertZUM Dienstag Letzte Bearbeitung: 5. Mai 2021 um 18 Uhr 22 Minutenzum Post-Scriptum

 

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Aufgrund eines DNS-Fehlers eines US-amerikanischen Hosts in Verbindung mit einem nicht aktualisierten Sicherheitszertifikats ...

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... wurde es am Tag zuvor notwendig, kurzfristig eine Ersatz-E-Mail zu nutzen, die schon seit langem bei der Deutschen Telekom angemeldet war.

II.

Dieses hier ist der Zugriffspunkt im Kundencenter der Deutschen Telekom:
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Angeklickt wird nicht der DE-Mail-Zugang - ein Dienst, der inzwischen offiziell von oberster Stelle abgekündigt wurde [1] - sondern der Zugang zum E-Mail-Center ... JPEG
... mit dem Ergebnis, dass dort aber nur die Einrichtung einer neuen Mail-Adresse angeboten wird:
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Wird eine der bereits reservierten und genutzten Adressen angegeben ...
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... wird diese - logischerweise - als schon vergeben identifiziert: sie gibt es also!

III.

Nutzer mit einer schon bestehenden Adresse werden auf die t-online--Seite geschickt, die inzwischen verkauft wurde und nun einem privatwirtschaftlich geführten Werbeunternehmen gehört:
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Mit der bekannten Mail-Adresse und dem dazugehörigen Passwort ist angeblich ein Zugang möglich:
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Aber anstatt jetzt auf seine Mails zugreifen zu können, fragt die nun so aufgerufene Seite erneut nach einer Wunschadresse:
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Der Versuch, über die Hotline eine Auskunft zu erhalten oder gar eine Lösung mitgeteilt zu bekommen, scheitert komplett.

IV.

Nachdem das Problem nicht in angemessener Zeit bearbeitet werden konnte, wurde ein Rückruf an die Geschäftsnummer vereinbart... der aber an diesem Tag nicht mehr erfolgte.

Was tun?

Alternativ wird der Versuch unternommen, den Mail-Zugang über Microsoft Outlook einzurichten, aber auch dieser Versuch misslang.

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Also wurde stattdessen eine Mail-Adresse aus einem AOL-Account eingebunden, das schon seit der Einführung von AOL in Deutschland Bestand hat - und das in Null-Komma-Nichts vom System erkannt und eingebunden wurde.

Nachdem damit zunächst einmal eine operative Lösung gefunden war, die Entscheidung, die Suche nach der Mutter aller t-online-Adressen - die Rufnummer mit Vorwahl und der Mitbenutzerkennung 0001 - und der beiden Aliase fortzusetzen.

V.

Beim letzten Versuch des vorangegangenen Tages fand sich eine Mitarbeiterin aus Rostock, die zumindest bereit war, sich dieses Problems anzunehmen und intern bei dem "abuse"-Team nachzufragen, ob dort möglicherweise eine Sperrung verzeichnet wurde. Aber die nutzerseitig gewährte Bitte, etwas länger zu warten, wurde letztendlich mit einem Abbruch der Schaltung ’belohnt’ ...

VI.

Heute wurden die Bemühungen weiter fortgesetzt. Ein Mitarbeiter aus der Kurpfalz ist wirklich sehr bemüht um Aufklärung, stellt dann aber fest, dass die IRIS® Media kein Privatkunde sei (sondern GKV, wie das früher mal hiess) und dass er daher diesen Fall an KollegInnen abzugeben habe. Das geschieht, indem er nochmals anruft, um das Gespräch dann weiterleiten zu können. Mit dem Ergebnis, dass nach langer Wartezeit auch diese Leitung wieder zusammenbricht...

VII.

Nachdem es also in nunmehr 24 Stunden nicht gelungen ist, auch nur ansatzweise irgendeine Hilfestellung aus dem T-Haus zu erhalten, werden wir den hauseigenen "digital-home-service" in Gang setzen (sic!). Wir gehen nochmals alle Daten, Meldungen und auch dieses Dokument durch und versuchen ein weiteres Mal, mit einem dritten t-online-Alias einen direkten Zugang via Outlook zu installieren.

In diesem Fall wird versuchsweise der Eingangs-Port 993 durch den Port 143 ersetzt und der Ausgangsport 465 durch den Port 25. die Verschlüsselungsmöglichkeiten werden sämtlich deaktiviert und vieles andere mehr...

Im Verlauf dieser Versuchsreiche taucht diese Meldung auf:

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Also gehen wir diesen Hinweisen auf den Grund und laden das Zertifikat nach:

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Nachdem dieser Vorgang sauber abgeschlossen werden konnte... klappte es auch mit der Outlook-Einbindung:

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VIII.

Hier die Ausgangs-Testsendung:
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Ein Eingang kann auf der nunmehr eingestellten Adresse "wolf.siegert@t-online.de" NICHT festgestellt werden. Aber ein Re-Mailer von der Adresse "lupusdigit@t-online.de" zeigt, dass die Adressen noch aktiv sind:
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IX.

Nachdem es in all den Gesprächen mit all den MitarbeiterInnen an den Hotlines bislang niemandem eingefallen ist, ein Ticket (das ist ein eindeutig zu identifizierender Eintrag, in dem der Fall und die unternommenen Schritte fixiert werden) anzulegen, erklären wir an dieser Stelle diesen Bericht als ein solches.

Und werden ihn an "To Whom It May Concern" weiterleiten...

P.S.

Im Nachgang an diesen Eintrag wurden am Folgetag weitere Versuche unternommen. Allerdings wurden alle vormals gültigen Rufnummern für den t-online-Support abgeschaltet. Stattdessen, so die Empfehlung, sei die 0800 330 1000 anzurufen.

Aber - und hier schweigt des Sängers Höflichkeit - der Kollege, mit dem dann ein Gesprächsversuch unternomen wurde, war schlicht überfordert.

Also wird als letztes Mittel der Telekom-Cloud-Support angerufen. Dort - dem Zufall sei es gedankt - mit einem Kollegen gesprochen, der uns (einst schon zu "teles"-Zeiten) bei der Einrichtung der Dienste hatte helfen können.

Wir senden also nochmals eine Reihe von Test-Mails aus und prüfen nach, ob diese als "zugestellt" registriert wurden, was der Fall ist: JPEG
Jetzt geht es ’nur’ noch darum, diese ’irgendwo im Nirwana’ zu finden...
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Anmerkungen

[1Dazu erstmals Tim Höttges im Februar 2021 im Gespräch mit Tilo Jung in der Folge 498 von Jung & Naiv, aus der dann der SPEGEL in der Netzwelt vom 26. Februar 2021 wie folgt zitiert:

De-Mail sei »überkompliziert« und ein »toter Gaul«, sagte Höttges. Es habe trotz Investitionen in dreistelliger Millionenhöhe »nie jemanden gegeben, der dieses Produkt genutzt hat«, deshalb habe man den Dienst »eingestellt«.
Hier das ganze Interview:


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