"for refusal": the end of transmediale

VON Dr. Wolf SiegertZUM Samstag Letzte Bearbeitung: 30. Januar 2022 um 22 Uhr 47 Minuten

 

Ein- und Rückblicke auf das Symposium fällt schwer. Denn schon der Titel macht klar. alles ist möglich, nichts ist sicher, doch DER Beitrag, in dem in depth auf diese beiden Begriffe, auf das Trennende und auch das Überlappende eingegangen wäre, der wurde im Verlauf dieser beiden Tage nicht gefunden. Daher wird im weiteren Verlauf hier zumeist nur auf die Programmpunkte hingewiesen. Und als pars pro toto allein jener Moment herausgestellt, als im Schlusspanel die ProtagonistInnen gebeten wurden, sich selbst vorzustellen.

This is Not Anarchy, This is Chaos

Welche Möglichkeiten kann Verweigerung eröffnen? Welche Einschränkungen bringt sie mit sich? Welche Rolle könnte Verweigerung bei der Verhandlung neuer Kalkulationswerte und Berechnungslogiken spielen, wenn Krisen in allen Wirtschafts- und Umweltbereichen für Widersprüche und Lücken sorgen? Als zweitägige Binge-Watching-Veranstaltung mit Künstler:innen, Theoretiker:innen und Aktivist:innen, die sich in ihren Arbeiten der Verführung und den Verlockungen technologischer Versprechungen und Logik widersetzen, geht This is Not Anarchy, This is Chaos in Gesprächsrunden, Vorträgen und Filmen den Reibungen nach, die zwischen verschiedenen Praktiken der Verweigerung entstehen.

Das Symposium findet ausschließlich als Livestream statt. Es ist keine Registrierung nötig.

Q&A und partizipative Diskussionsmöglichkeiten mit den Speakern sind während des Symposiums in unserer Telegramgruppe möglich. Dazu musst du zunächst unserem Telegram Channel und dann der separaten Gruppe beitreten.

TAG 1
Überzeugungen und deren Abstrahierung mittels Computerberechnungen sind zu einem zentralen Schauplatz von Reibung und Verhandlung geworden. Welche Rolle spielt Verweigerung bei der Rückforderung und Neuverhandlung technologischer Beschränkungen und Grenzen, sei es in banalen Meinungsverschiedenheiten oder in komplexen politischen Verhandlungen? TAG 1 richtet den Fokus darauf, wie Sehnsüchte und Fantasie, die sich in Form von Daten und Computeralgorithmen manifestieren, zu algorithmisch generierten Schäden führen und kollektives Denken fragmentieren.

Adam Bobbette, Antonia Hernández, Bassam El Baroni, Bassem Saad, Che Applewhaite, Distributed Cognition Cooperative (Anna Engelhardt, Sasha Shestakova), Donal Lally, Imani Jaqueline Brown, MELT (Ren Loren Britton & Isabel Paehr), Nishant Shah, Paolo Gerbaudo, Robert Gerard Pietrusko, Phanuel Antwi, Sabine Gruffat, Xenia Chiaramonte, Zach Blas

Die Marshall McLuhan Lecture 2022 wird von Phanuel Antwi gehalten und am Freitag um 18:00 live gestreamt.

TAG 2
In welcher Weise verlangt Verweigerung nach einer Neugestaltung von Beziehungen, und welche Rolle spielt der Kompromiss? TAG 2 ist der Frage gewidmet, wie ökonomische Werte dazu genutzt werden, Kompromisse, Knappheit und Schulden zu generieren. Mit einer Untersuchung des toxischen Beiwerks, das entsteht, wenn Werte nur noch finanziell bemessen werden, versucht das Symposium, diese Beschränkungen wirtschaftlicher Optimierung anhand von Taktiken der Spekulation und Verweigerung zu umgehen.

Ahmed Isamaldin, AM Kanngieser, Bahar Noorizadeh, Cindy Kaiying Lin, Dele Adeyemo, Elaine Gan, Elsa Brès, Gary Zhexi Zhang, Jack Halberstam, Magda Tyżlik-Carver, Mary Maggic, Maya Indira Ganesh, Max Haiven, Olúfẹ́mi O. Táíwò, Patricia Domínguez and Nicole L’Huillier, Samir Bhowmik, Timothée Parrique

Neben der Ausstellung abandon all hope ye who enter here in der Akademie der Künste bildet das Symposium das abschließende Programm der einjährigen Auseinandersetzung mit dem transmediale 2021–22 Festivalthema for refusal.
Related Events

WORKSHOP
Research Workshop 2022: Rendering Research
27.01.2022 15:00–17:00

Day 1 - Opening Moderation
28.01.2022 13:10–13:30

SCREENING
I AM THE WORLD
28.01.2022 13:00–13:10

LECTURE
Dark Optimism: Conspiratorial Styles of Reasoning for the Biosphere
28.01.2022 13:30–14:00

SCREENING
Moving or Being Moved
28.01.2022 14:00–14:10

PANEL
Fantasy and Damage
28.01.2022 14:10–15:30

LECTURE, PERFORMANCE
Beginnings and Ends of Colonialism: Undoing Imperial Temporalities
28.01.2022 15:30–16:00

PANEL
Terms and Conditions
28.01.2022 16:00–17:20

SCREENING
Archiving the Unstable
28.01.2022 17:50–18:00

LECTURE
The Infrapolitics of Leveraging
28.01.2022 17:20–17:50

LECTURE
Marshall McLuhan Lecture 2022
28.01.2022 18:00–19:00

Day 2 - Opening Moderation
29.01.2022 13:00–13:20

LECTURE
Climate, Reparations, and Planning
29.01.2022 13:20–14:00

SCREENING
La Leche Holográfica (Holographic Milk)
29.01.2022 14:00–14:15

PANEL
IOU: Capital, debts, and promise
29.01.2022 14:15–15:45

LECTURE
From Pixel to Point: A Story of Data Annotation Labour
29.01.2022 15:45–16:15

LECTURE
Farming Otherwise in The Last Wetlands of California
29.01.2022 16:15–16:45

SCREENING
notes for les sanglières (deuxième partie)
29.01.2022 16:45–17:00

PANEL
Calculation Otherwise
29.01.2022 17:00–18:20

TALK
Undoing collapse
29.01.2022 18:20–19:10

Wie aber geschieht es mit der Umsetzung dieses Satzes:

Das Symposium findet ausschließlich als Livestream statt. Es ist keine Registrierung nötig.

Konkret: gewünscht ist eine Beobachtung des Panels:

From Pixel to Point: A Story of Data Annotation Labour, Cindy Kaiying Lin [1]

Wie aber ist nun der Zugang zu dieser Veranstaltung möglich? Im Gegensatz zum Namen derr Autoren führt der Titel nicht ans Ziel, aber ... irgendwann findest sich der Zugang zu einem YouTube-Kanal.
Und wir erfahren, wie Karten in Indonesien hergestellt werden, wie Details ganz bewusst ’übersehen’ werden und wie durch die Techniker neue Fehlerquellen in Erscheinung treten können. Und welche Folgen das konkret hat.

SCREENING
notes for les sanglières (deuxième partie)
29.01.2022 16:45–17:00

LECTURE
Farming Otherwise in The Last Wetlands of California
29.01.2022 16:15–16:45

PANEL
Calculation Otherwise [2]

Wie zu Beginn schon angeteasert, ist dies der einzige Auszug aus der gesamten Veranstaltung, in der tatsächlich für einen Moment die Personen im Mittelpunkt standen, die wiir sonst zumeist ’zur Sache’ haben sprechen hören, aber nicht - oder nur selten - über die Verortung der eigenen Vita und Identität im Rahmen der von ihnen erörterten Sachverhalte.

Die Vorstellungsrunde beginnt nach der Anmoderation von Maya auf der Bühne im Haus der Kulturen der Welt mit Magda und Samir, online gefolgt von Mary und Timothée:

Anmerkungen

[1

A global workforce of data annotators train and develop artificial intelligence to make maps of nature. Initially done by hand, the mapping of satellite images is now partially automated. This process involves the repetitive strain of clicking, tracing, and sifting data by annotators, disciplined through training curriculum and organizational hierarchies to see and discriminate from the infinity of possible shapes, textures, and colors. This talk by Cindy Kaiying Lin explores the classification practices of data annotators in the Global South, foregrounding the aches and pains of computer use and the mechanization of scientific analysis recently deemed routine and mundane.

[2

Nearly all aspects of everyday life are regulated and mediated through counting, measurement, and statistical analysis, establishing relations of power and knowledge. Although calculation has enabled advances and innovation across the domains of science, health, politics, and work for centuries, algorithmic bias and fixed categories can obfuscate action and automate surveillance, determining who or what is valued within data sets, databases, and computational infrastructures. From the disqualification of athletes because of the indeterminacy of their gender to the capitalist logic of carbon offsets, our methods of calculation must be re-evaluated.

How can data collection and the classification of information be reconsidered via different techniques of knowing? Calculation Otherwise will ask how forms and acts of refusal might open up possibilities for calculation to be reimagined, exploring values beyond number and measure to facilitate new, more careful scales

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