Diese Plakat wurde gesichtet auf dem Weg von einer DUGA [1] - Begegnung, in der es um die Nutzung der Qualitäten der Tabak-Pflanzen geht, so wie sie sei mehr als eintausend Jahren in Lateinamerika gepflegt und gelebt werden. Es geht um eine traditionelle Heilungszeremonie der Ureinwohner des kolumbianischen Amazonas unter Verwendung eine zu einer Art "Honig" ausgekochten Tabaks, in Form einer alchemistisch, rituell zubereiteten Paste, Ambil, genannt.
Die ’Duga-Zeremonie’ der Okuirede Medizin ist ein jahrtausendealtes Ritual der Uitoto, das seither regelmäßig, ja sogar täglich praktiziert wird. Es ist eine geistige und kosmologische Zeremonie in der Gruppe der Teilnehmer, bei welcher deren Konzepte und Begrifflichkeiten erweitert werden. Uitoto-Weise sind Meister des Wortes, der Metaphern und Analogien, was der westlichen Sichtweise grundsätzlich entgegenkommt, allerdings ist ihre Gesprächsführung nicht dialektisch sondern ausgleichend, ergänzend und erweiternd. Es wird nicht beurteilt. Gut und Böse sind relativ und werden nicht als unverrückbare Konstante gesehen. Die Duga wird von den Uitotos als ’Korb flechten’ betrachtet. Die einzelnen Teilnehmer, dazu zählen auch die verwendeten Pflanzen, sind Elemente des Korbes, flechten und füllen ihn durch ihre Aufmerksamkeit und Anwesenheit, unabhängig davon, ob sie sich in die Zeremonie einbringen oder nicht. Ein wesentlicher Bestandteil jeder Duga ist Ambil, eine hochkonzentrierte Tabakpaste, die von den Anwendern während des Rituals ’geleckt’ wird. Ambil wirkt sehr subtil auf das Sprachzentrum im Gehirn und ermöglicht eine vertiefte, auch polysemantische Sprachdeutung. Die während der Zeremonie erhaltenen Informationen und Gespräche ermöglichen somit den Zuhörern neue Informationen und frische Einsichten in ihre spezielle Thematik zu gewinnen und ’in den Korb ihres Wissens’ zu integrieren. Diese Erweiterung der Begrifflichkeit ist häufig der Beginn eines geänderten Umgangs mit der Problematik und der Beginn einer Heilung.