Auszüge aus den Pressestimmen von heute aus Taipeh und aus Kopenhagen:
Nun nach Südkorea. Die Zeitung LIANHE BAO aus Taiwan äußert sich besorgt über das von den USA verkürzten Militärmanöver: „Für US-Präsident Trump gilt offenbar auch sicherheitspolitisch das Prinzip ‚America First‘. Dies zeigt deutlich seine Entscheidung über die Verkürzung des gerade erst begonnenen jährlichen gemeinsamen Militärmanövers mit Südkorea. Das Weiße Haus will einfach weniger Geld für die Bündnispartner ausgeben und erwartet, dass diese mehr für ihre eigene Sicherheit aufbringen. Dieses Modell einer ‚verhandelbaren Sicherheitspolitik‘ sollte Taiwan mit besonderer Wachsamkeit betrachten. Trump versteht Sicherheitszusagen nicht als dauerhafte Verpflichtung. Taiwan darf daher nicht den Fehler machen und annehmen, dass die USA im Ernstfall – beispielsweise bei einer chinesischen Annexion – auf jeden Fall militärisch eingreifen werden. Taiwans einzig wirklich verlässlicher Rückhalt kann daher nur in den eigenen Fähigkeiten bestehen“, stellt LIANHE BAO aus Taipeh klar.
Die dänische Zeitung POLITIKEN analysiert in diesem Zusammenhang generell die Politik von US-Präsident Trump: „Er benimmt sich wie ein Elefant im Porzellanladen. Bei der Straße von Hormus führt er einen Krieg, den er nicht zu Ende bringen kann. In Lateinamerika hat er sich herausgenommen, einen Präsidenten zu entführen. Er droht mit einer Übernahme Grönlands. In Südkorea reduziert Trump aus Rücksicht auf die Diktatur in Nordkorea die militärische Zusammenarbeit. Bei der Ukraine weiß er nicht, auf welcher Seite er stehen will. Er hat zugelassen, dass Israel in Gaza zehntausende Palästinenser tötet. Man hätte sich nie vorstellen können, dass die USA so jemanden ins Weiße Haus lassen. Trump verstrickt sich in seinen Äußerungen und Dekreten und hat sich mit untauglichen Speichelleckern umgeben, während die USA in dem von ihm verursachten Morast versinken.“