CeBIT 05 Die Zukunft des Vergangenen

VON Dr. Wolf SiegertZUM Mittwoch Letzte Bearbeitung: 12. April 2005 um 23 Uhr 20 Minuten

 

Zum Abschluss der CeBIT hat am Morgen des 17. März Wolfgang Noelke unter dem Titel "Wie sicher ist unsere digitale Welt?" einen bemerkenswerten "Rausschmeisser" auf dem "Podium" des Deutschlandfunks platziert.

Die These: "Dokumente aus Ton, Granit oder Papier überdauerten Jahrtausende, unsere heutigen digitalen Daten werden nicht einmal 10 Jahre alt, wenn wir nicht aufpassen. Dabei hat das nur am Rande mit Viren und Würmern zu tun, sondern schlicht mit der physikalischen Vergänglichkeit aller digitalen Speichermedien."

Er verweist auf das "Vorspiel" des Jahrtausend-Wechsel-Syndroms "2-Y-K", während dessen noch viele längst ausgediente Rechner und Programme nochmals reaktiviert werden mussten - und ihre Urheber gleich mit dazu.

Und er lässt Leute vom Fach zu Wort kommen, die noch weitaus Schlimmeres für die Zukunft ankündigen:

- Dr. Stephan Klein, mit „bremen online“ der Entwickler eines der in Deutschland führenden kommunalen Verwaltungssystems
- Michael Herfert vom Fraunhofer-Institut für Sichere Informationstechnologie in Darmstadt
- Andy Müller-Maguhn vom Chaos-Computer-Club derem "Auftritt" vor dem Stand der Bundesdruckerei und
- Dr. Matthias Merx, Vizepräsident eben jener Bundesdruckerei.

Alle diese Stimmen machen neben Anderem deutlich, dass die Beweiskraft von digitalen Dokumenten in zehn Jahren bereits deshalb in Frage stehen könnte, sei es, dass ihre digitalen Signaturen dank neuer Rechenmethoden "gekackt" werden könn(t)en - sei es, dass sich die Dokumente selbst überhaupt nicht mehr "lesen" lassen, da sie nicht mehr mit der aktualisierten Software und von den neuen Rechnern identifiziert werden können.

Hinzu kommt das Ergebnis des "Selbstest"s des Autors:

Biometrische Gesichtserkennungssysteme sollen bereits so perfekt sein, dass sie selbst eineiige Zwillinge unterscheiden, was mit einem normalen zweidimensionalen Passbild nicht funktioniert, sondern mit einem dreidimensionalen digitalen Bild. Zum Selbsttest begibt sich zunächst der Autor dieses Beitrags vor die Kamera und hofft, dass ihm nach Eingabe aller biometrischen Daten ein grünes Licht Zugang gewähre. Doch vergebens war die Müh, der Zugang bleibt versperrt. Nun, schließlich geschieht dies in der Forschungshalle und forschen ist hier legitim...[...]


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