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Rückblicke auf den VORWÄRTS

Donnerstag 1. Oktober 2026, von Dr. Wolf Siegert

In eigener Sache: Der „Vorwärts“ wird 150 und erfindet sich neu
Auszug aus einem Beitrag der Redaktion vom 25. September 2026 18:23:49

Am 1. Oktober 1876 erschien der erste „Vorwärts“. Er ist damit eines der ältesten noch bestehenden Medien in Deutschland. Zum Jubiläum haben wir den „Vorwärts“ generalüberholt, denn auch ein Medium mit einer so stolzen Geschichte muss mit der Zeit gehen.

Zum 150. Geburtstag machen wir unseren „Vorwärts“ von Grund auf neu. Der neue „Vorwärts“ wird zur digitalen Nachrichtenmarke, zu einer multimedialen Plattform aus Website, App, E-Mail-Briefing, WhatsApp und Social Media Kanälen. Künftig liefern wir dir täglich aktuell Orientierung, Haltung und Argumente für eine gerechtere Gesellschaft.

Sichtbarstes Zeichen der Veränderung ist unser neues Logo, mit dem wir bewusst an die Zeit der 1920er Jahre anknüpfen – eine Zeit in der 150-jährigen Geschichte des „Vorwärts“, die uns heute noch mit Stolz erfüllt.
Unser Leitbild: Meinungsstark. Digital. Nah dran.

Der „Vorwärts“ greift an und wird in neuer Ausrichtung seinem Namen künftig wieder gerecht. Entscheidend dafür sind Aktualität, Meinungsstärke, inhaltliche Tiefe und überall dort zu sein, wo unsere Leserinnen und Leser unterwegs sind.

Meinungsstark: Der „Vorwärts“ steht aus seiner 150-jährigen journalistischen und politischen Geschichte heraus für Freiheit, soziale Gerechtigkeit und Demokratie. Er bezieht Haltung und setzt damit einen Kontrapunkt zu den wachsenden rechtskonservativen bis rechtsextremen Medienangeboten.

Digital: Der „Vorwärts“ übersetzt seinen publizistischen Auftrag in neue Formate, Kanäle und Zugänge. Die App wird zum täglichen digitalen Zugang und bündelt Artikel sowie Video- und Audioinhalte. Website, Briefing-Newsletter per Mail, WhatsApp, Social Media und Printausgabe ergänzen das Angebot mit jeweils eigener Funktion.

Nah dran. Die multimediale Produktwelt macht politische Inhalte niedrigschwellig unterschiedlichen Zielgruppen zugänglich, ohne Bezahlschranke. Die Nutzer:innen finden so Orientierung und Argumente in einem fragmentierten politischen Diskurs, fest verankert und bestens vernetzt in der sozialdemokratischen Bewegung.

150. Geburtstag: Wie der „Vorwärts“ zum Massenblatt wurde
von Niklas Venema [1] vom 1. Oktober 2026 08:27:05

Der „Vorwärts“ wurde 1876 als Parteizeitung der SPD gegründet und stand in der Tradition der politischen Presse des demokratischen Vormärz. Bis zu seinem Verbot 1933 war er Organisator von Parteiarbeit, innerparteiliches Forum und Massenblatt – und Dorn im Auge der Rechten.

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Zwei Journalisten als erste Chefredakteure

Wilhelm Liebknecht und Wilhelm Hasenclever, die ersten und gleichberechtigten Chefredakteure des „Vorwärts“, waren beide von Beruf Journalist. Das war ungewöhnlich für die sozialdemokratische Presse, deren Redakteure in der ersten Phase bis 1878 vor allem Handwerker und Fabrikarbeiter waren. Das monatliche Gehalt der beiden Chefredakteure von 195 Mark übertraf zwar ein durchschnittliches Arbeitereinkommen, lag aber weit unter dem Verdienst bürgerlicher Journalisten.

Liebknecht wie Hasenclever hatten ihre journalistische Laufbahn bei demokratischen Organen begonnen. Liebknecht schrieb bereits in den 1840er-Jahren für Titel wie die „Mannheimer Abendzeitung“. Später war er Mitarbeiter der „Allgemeinen Zeitung“ und der „Frankfurter Zeitung“, den liberalen Leitmedien der Zeit, und gehörte zur Redaktion des „Social-Demokrat“. 1868 begann sein Aufstieg zum ersten Journalisten der sozialistischen Arbeiterbewegung. Er wurde Chefredakteur des „Demokratischen Wochenblatts“, aus dem der „Volksstaat“ hervorging. Hasenclever schrieb Anfang der 1860er-Jahre für die demokratische „Westfälische Volkszeitung“. Nach seinem Eintritt in den ADAV 1864 war er Mitarbeiter der Parteiorgane „Social-Demokrat“ und „Agitator“, bevor er Chefredakteur des „Neuen Social-Demokrat“ wurde.

Der „Vorwärts“: Der lange Weg zu einer Zeitung für die Arbeiterklasse

Matthias Hannemann am 1. Oktober 2026, ab 09:05 Uhr, im "Kalenderblatt" des Deutschlandfunks

01.10.1876: Erste Ausgabe der SPD-Parteizeitung "Vorwärts" erscheint

Es ist nicht leicht, im Kaiserreich die Arbeiterschaft zu vertreten. Dennoch gründet die Sozialistische Arbeiterpartei, die spätere SPD, 1876 die Zeitung „Vorwärts“. Sie überlebt Zensur, Sozialistengesetz und Exil – und kehrt immer wieder zurück.


[1] 

... ist Juniorprofessor für Kommunikations- und Medienwandel an der Universität Leipzig