Die, die 2026 regieren ...
... und die, die nach 1989 nicht das Ruder ergriffen haben:
Die Macht lag auf der Straße
Feature vom HR 2025, zu hören im DLF am 4. Oktober 2026
Um zu verstehen, was in der DDR 1989 eigentlich passiert war, begann die US-amerikanische Psychologin Molly Andres kurz nach der „Wende“ damit, wichtige Figuren der ostdeutschen Oppositionsbewegung zu interviewen. So fasziniert war sie von ihren Gesprächen und Gesprächspartnern, dass sie diese Gespräche über die nächsten 30 Jahre fortsetzte. Unser Feature basiert auf den Tonbandaufnahmen dieser Interviews. Aus über 70 Stunden Material entsteht eine vielstimmige Biographie der DDR-Opposition, die auch versucht zu erklären, warum „der Osten“ noch immer anders tickt als der Rest des Landes.
Die DDR-Bürgerrechtsbewegung und ihr Blick auf die Wiedervereinigung
Von Norbert Lang [1] und Julia Illmer [2] mit Aufnahmen von Molly Andrews
Regie: Norbert Lang und Julia Illmer
Redaktion: Niklas VogelSie kämpften mutig gegen die SED-Diktatur, für demokratische Prinzipien und mehr Freiheiten. Doch Einigkeit darüber, was politisch nach dem Fall der Mauer passieren sollte, herrschte in der DDR-Bürgerrechtsbewegung nicht.
Jubel, Freudentränen und Feuerwerke am Brandenburger Tor – der Mauerfall und die Wiedervereinigung gelten vielen als glückliche Momente der deutschen Geschichte. In der Oppositionsbewegung der DDR dominierte jedoch Skepsis bis Ablehnung. Ihr mutiger Widerstand in den Kirchen und an Runden Tischen sowie ihr Engagement bei den großen Massendemonstrationen waren für das Ende der SED-Diktatur entscheidend gewesen. Doch wie sollte es mit dem Land weitergehen? Schon bald nach dem Mauerfall zersplitterten die Gruppen und viele verschwanden enttäuscht von der politischen Bühne. Heute sind sie trotz ihrer historischen Bedeutung in der Öffentlichkeit nur wenigen bekannt. Oppositionelle von damals blicken auf die Zerreißprobe von damals, auf die Politik heute und das deutsch-deutsche Verhältnis.