Ab heute Online: Jens Wolters im Gespräch mit dem Allgemeinmediziner Wolfgang Knüll in der Reihe LEUTE beim SWR 1: Nahtoderfahrungen: Was aus medizinischer Sicht dahinter steckt
Was passiert mit uns, wenn das Herz aufhört zu schlagen? Sind Nahtoderfahrungen bloß Illusionen eines sterbenden Gehirns, oder öffnet sich das Tor zu einer erweiterten Realität?
Was passiert mit uns, wenn das Herz aufhört zu schlagen? Sind Nahtoderfahrungen bloß Illusionen eines sterbenden Gehirns, oder öffnet sich das Tor zu einer erweiterten Realität?
Fragen rund um Nahtoderfahrungen geht der Mediziner Wolfgang Knüll nach. Ein prägendes Erlebnis mit einem reanimierten Patienten vor über 45 Jahren ließ ihn nicht mehr los: Der ältere Herr war nach seinem Herzstillstand keineswegs dankbar, sondern mürrisch – er wollte zurück in dieses "wunderschöne Licht", forderte er.
Seit diesem Tag trägt Dr. Knüll weltweit wissenschaftliche Fakten und Fallstudien zusammen. In seinem aktuellen Werk "Über den Tod hinaus - Warum wir unsterblich sind" geht er der fundamentalen Frage nach, ob unser Bewusstsein zwingend an die Funktionen unseres Gehirns gekoppelt ist – oder ob es unabhängig davon existieren kann. Wer sich auf Knülls Lektüre einlässt, wird sein Verständnis von Bewusstsein – und auch vom Leben selbst – nachhaltig verändern.
Es geht um das Das Buch: "Über den Tod hinaus. Warum wir unsterblich sind. von Wolfgang Knüll erschien im Patmos Verlag
Zuvor, am 31. März 2026. hörten wir schon Stefanie Meinecke aus dem SWR1 Team zu diesem Thema:
Nahtoderfahrung: So fühlt sich Sterben an
"Ein außerkörperliches Bewusstein jenseits von Raum und Zeit." So beschreibt Christine aus Ulm ihre Nahtoderfahrung, die ihr Leben und das Verhältnis zum Sterben verändert hat.
Christine Brekenfeld aus Ulm ist hochschwanger, als sich 2004 ihre Plazenta ablöst. Die Blutung ist so stark, dass Christine fast stirbt. Noch heute erzählt sie, dass dieses Nahtoderlebnis sie persönlich und spirituell bereichert hat.
Alle Angst war plötzlich weg. Es wurde ganz ruhig und ganz still. Es war so, als würde die Zeit stillstehen, als gäbe es keine Vergangenheit mehr und keine Zukunft. Und es war auch ein Gefühl von ’Ist alles gut’: Etwas ganz Ruhiges, Stilles, das mich erfasste.
Nahtoderfahrung prägt Christines Leben und den Blick aufs Sterben
Seit ihrer Nahtoderfahrung geht Christine viel bewusster durch die Welt. Sie lebt und liebt intensiver und verrät, dass die Angst aus ihrem Alltag komplett verschwunden ist. Die Angst vor dem Sterben genauso wie die Angst vor dem Leben.
Da hat sich wirklich was verändert – dass ich absolutes Vertrauen ins Leben habe und keine Angst mehr. Keine Angst mehr vor den Dingen, die das Leben bringt; dass ich offen bin für alles. Vorher war ich enger. Es ist eher so, dass ich das Gefühl hab’, es hat mich auf eine völlig neue Lebensspur gebracht und jetzt lebe ich erst richtig.
SWR1 Moderator Jochen Klink greift das Gespräch mit Christine aus Ulm in SWR1 unter dem Stichwort "Neuanfang" nochmals auf:
Seit dem Nahtoderlebnis: kein Wälzen von Sorgen und Ängsten mehr
Christine wohnt und arbeitet nur einen kleinen Spaziergang entfernt vom Ulmer Münster, im malerischen Fischerviertel. Viel Historie, viel Fachwerk und ganz viel Wasser. Wasser, sagt Christine, ist eine Kraftquelle für sie – auch die Donau, gleich um die Ecke. "Alles im Fluss", lächelt sie.
Nach der Begegnung mit dem Tod: Ausbildung zur Traumatherapeutin
Christine hat sich zur Traumatherapeutin ausbilden lassen. Sie konnte damals nicht einfach so weiter machen, als wäre nichts gewesen: "persönlich nicht und beruflich auch nicht". Also raus aus der festen Stelle an einer Berliner Uni und rein in die selbstständige, therapeutische Arbeit mit Menschen.
Ich hab keine Angst davor, zu sterben. Und das macht was ganz Wunderbares: dass ich keine Angst mehr hab’ vor dem Leben. Das hab’ ich jetzt wieder beim Umzug nach Ulm gemerkt, wo alle gesagt haben: ’Oh Gott, Du kannst doch nicht Deine gut gehende Praxis in Berlin aufgeben … und nach Ulm … und Du weißt ja gar nicht, wie das läuft!’
Sag’ ich: Stimmt! Aber ich mach das jetzt und dann werd’ ich sehen...
Geändert hat sich auch Christines Einstellung – materialistisch sei sie gewesen. Die Partnerschaft, der Job, die Wohnung. Sie habe geglaubt, alles im Griff zu haben. Fast 40 Jahre lang ist Christines Lebenskonzept aufgegangen. Effizient und schon auch eindimensional, sagt sie. Bis zu diesem 12. Juli im Jahr 2004, als sich ihre Plazenta ablöste.
Ich hab mich gefühlt wie auf einer hohen Klippe: am Rand zu stehen und dieser Rand bröckelt – und zu wissen ’o.k., ich stürze jetzt vollkommen ab’. Und es gab was in mir, das sich dem widersetzt hat.
Es gelingt Christine noch, am Telefon einen Notruf abzusetzen. Rettungssanitäter rücken an, die Feuerwehr, ein Notarzt. Da habe sie immer noch geglaubt, dass sie alles kontrollieren und die Katastrophe aufhalten kann. Aber dann kommt der Moment, in dem sie merkt, dass das nicht geht.
Fühlt sich so Sterben an? Der Weg ins Jenseits?
Das war der Moment, wo mein Bewusstsein über den Körper hinausgeschossen ist. Ich war nicht mehr in meinem Körper, ich war plötzlich draußen. Ich hatte das Gefühl, ich nehme plötzlich den ganzen Raum ein. Ich bin überall.
Christine aus Ulm in SWR1 Neuanfang
Neuanfang Update: Wie geht es Christine im Jahr 2026?
Wir sprechen mit ihr – drei Jahre nach unserem ersten Gespräch 2023 – in den Tagen kurz vor Ostern. Das ist traditionell eine Zeit, in der Themen wie "Tod", "Auferstehung" und "Leben nach dem Tod" präsenter sind als sonst. SWR1 Moderator Jochen Klink will von Christine wissen, welche Rolle die Nahtod-Erfahrung mittlerweile in ihrem Leben spielt. Wie beeinflusst das Erlebte Ihre Arbeit und ihren Alltag? Und: Ist Ulm tatsächlich wieder zu ihrer Heimat geworden?
