Zu schön, um wahr zu sein

VON Dr. Wolf SiegertZUM Freitag Letzte Bearbeitung: 15. Mai 2021 um 01 Uhr 32 Minutenzum Post-Scriptum

 

Schon in dem vorangegangenen Beitrag haben wir einen Ausflug zu Fragen nach der Bedeutung der Literatur, der Musik, der Wissenschaft und der Liebe gemacht:

"Ein Nachruf auf Elke Heidenreichs Internet ..."

Heute gehen wir noch einen Schritt weiter, indem wir einem weiteren Interview nachspüren, das Katrin Heise, dieses Mal mit dem eigenwilligen Antistar, dem "Schauspieler Fabian Hinrichs" geführt hat:

Schauspieler Fabian Hinrichs

Im Verlauf dieses Gesprächs gibt Hinrichs einen Satz frei, der in seiner Qualität zumindest mit dem vergleichbar ist, was in einem anderen Programmbeitrag des Senders immer als "die geniale Stelle" ausgelobt wird, die jeweils von einer Schauspielerin oder einem Schauspieler, einer Regisseurin oder einem Regisseur benannt und beschrieben wird.

Bevor wir Sie jetzt aber diese in dem auch hier wiedergegebenen Gespräch (auf-)suchen lassen - Achtung Cliffhanger - sei zunächst noch auf eine andere Unterhaltung verwiesen. Diese führte Michael Köhler am 8. Mai 2021 mit Bernhard Pörksen, der im Schlagwortverzeichnis der Mediathek als "Neurosoph" bezeichnet wird; ein Begriff, der aber ganz offensichtlich nicht ihm gelten sollte, sondern dem verstorbenen "chilenischen Biologen und Kognitionsforscher" Humberto Maturana und seiner Schrift über die "Biologie der Erkenntnis".

Sosehr einem das gelegentlich überinszenierte Schwadronieren dieses Herrn Professors aus Tübingen auch gegen den Strich gehen mag, so sehr ist auf der anderen Seite dessen authentische und aufklärenden Darstellung des Verstorbenen in diesen sechs Minuten und siebenundzwanzig Sekunden anzuerkennen.

Erst wer diese Sätze gehört hat, wird wirklich verstehen, was Hinrichs in seinem schon angeteaserten Text gesagt hat, nachdem er schon zuvor mit seinen Worten wie "der Schein ist auch Wirklichkeit" über die Dichotomie von Wahrnehmung und Erfahrung, von Illusion und Wirklichkeit, von Erkenntnistheorie und Experiment, sprach. Und von der hohen Bedeutung der Autonomie:

Es gibt noch weitere Parallelen zwischen diesen beiden Persönlichkeiten, die "Abwehr des Ruhmes" etwa, oder die Opposition gegenüber jeglicher Diktatur, im konkreten wie im übertragenen Sinne, so auch am Theater.

Wer sich also am Abend dieses Tages die Zeit nehmen kann, der/dem sei das Nachhören beider Stimmen empfohlen. Wer nicht, möge zumindest dem zweiten weit kürzeren dieser beiden Dialog ihre/seine Aufmerksamkeit schenken und sich hiernach an dieser Stelle ’nur’ an diesem grandiosen Satz von Hinrichs erfreuen. Er lautet:

Schönheit ist [...] eine Ewigkeit in der Zeit.

P.S.

Als der Titel gefunden und der Text geschrieben worden war, galt es beim Korrekturlesen herauszufinden, ob in der Titelzeile ein Komma zu setzen ist. Dabei findet sich auf dieser DUDEN-URL der Podcast # 81 mit eben diesem Titel: "Zu schön, um wahr zu sein".


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