Jetzt macht Macron dort weiter, wo die ehemalige Deutsche Kanzlerin Merkel aufgehört hatte: mit Putin zu reden. Über fünf Stunden lang [1], nachdem es zuvor die beiden Aussenminister aus den USA und Moskau in Genf nicht länger als eine Stunde miteinander ausgehalten hatten, ein Fortschritt.
Beide Seiten hatten vor dem Treffen vereinbart, sich Zeit zu nehmen. Putin und Macron redeten miteinander unter vier Augen. Mehr als fünf Stunden - [...] Der Ton zwischen beiden war freundschaftlich, Putins Wortwahl am Ende aber deutlich.
Macron am langen Tisch, Scholz vor Kaminfeuer: Die politische Inszenierung
Auch Arno Frank ist in seiner SPIEGEL-Glosse vom 9. Februar 2022 (14:14 Uhr) auf das Thema eingegangen unter der Überschrift. "Macron an Putins Tisch. Die endlosen, beinahe sibirischen Weiten der politischen Unvereinbarkeit": Er schreibt:
Es ist der reine Tisch, auf dem »alle Optionen liegen«. Immerhin ohne Tischtuch, das zerschnitten werden könnte. [...] Der Tisch in der Politik, er taugt also wieder als Tableau für Träume wie für Tacheles.
und geht danach auch auf die Ein-Treffen von Putin in der VR-China und von Scholz in Washington DC ein.
Was aber in diesem Zusammenhang in keinerlei Kommentar zur Sprache kommt, ist der Umstand, dass in den USA der US-Präsident vom Boykott der Nord Stream 2-Pipeline spricht, nicht aber der Deutsche Bundeskanzler, der sich nach wie vor "alle Optionen offen" hält.