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Vom "Weimatar" zur KI-"Lyrik"

Samstag 17. Oktober 2026, von Dr. Wolf Siegert

Hier zunächst diese zwei Presse-Erklärungen samt jeweils einer Reaktion in den Medien:

– Pressemitteilung 230 des Presse- und Informationsamt der Bundesregierung (BPA) vom Mittwoch, den 24. September 2025

Premiere im Kanzleramt: Staatsminister Weimer präsentiert den „Weimatar“ – Deutschlands erster Minister-Avatar stellt sich der KI-Debatte

Spektakulärer KI-Auftritt im Kanzleramt: Staatsminister für Kultur und Medien Wolfram Weimer hat heute den „Weimatar“ vorgestellt – den ersten Avatar eines Regierungsmitglieds in Deutschland. Mit ihm setzt die Bundesregierung ein Zeichen, dass Künstliche Intelligenz nicht nur reguliert, sondern aktiv gestaltet wird.

Weimer erklärte: „Der Weimatar macht deutlich: KI ist keine ferne Vision, sondern Realität. Wir müssen sie politisch prägen – auf Basis unserer demokratischen Werte.“

Der Avatar richtet sich in einem ersten Video direkt an die Welt – und das in mehreren Sprachen. Auf Chinesisch spricht er Zensur bei TikTok an, auf Niederländisch kritisiert er den Antisemitismus-Boykott von Gent, auf Polnisch wirbt er für die deutsch-polnische Freundschaft, auf Französisch für die Stärkung von ARTE und Deutsche Welle im Kampf gegen Desinformation. Seine Botschaft: „Wir brauchen mehr als Plattformen – wir brauchen Partner.“

Weimer betonte: „Künstliche Intelligenz eröffnet gewaltige Chancen für Kultur, Kreativität und Kommunikation. Zugleich birgt sie Gefahren – Deepfakes, Intransparenz, Desinformation. Der Weimatar steht für eine faire KI, die Kreativität schützt und unsere demokratische Öffentlichkeit stärkt.“

Der Weimatar soll künftig zweifach genutzt werden: nach außen, etwa in sozialen Netzwerken, um schnell und mehrsprachig Stellung zu beziehen – und nach innen, im BKM, wo Avatare Schulungsvideos ohne großen Aufwand aktuell halten und verbreiten können. So wird er zugleich zu einem Werkzeug politischer Kommunikation und zu einer praktischen Arbeitserleichterung im Haus.

Technisch umgesetzt wurde das Projekt mit der europäischen Plattform Synthesia. Mit dem Weimatar erschließt Politik neue digitale Kommunikationsräume – und setzt zugleich ein starkes Signal: Deutschland mischt im globalen Rennen um eine verantwortungsvolle KI-Zukunft ganz vorne mit.

Zum Video geht es hier: https://kulturstaatsminister.de/weimatar

Zusammengefasst und kommentiert vom Spiegel:

– Presseerklärung des Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien vom Donnerstag den 15. Oktober 2026

Im Rahmen des 25. Kulturpolitischen Spitzengesprächs in Berlin haben sich Bund und Länder gestern auf das gemeinsame Eckpunktepapier „Fortschrittsagenda Kultur + KI“ verständigt. Damit schaffen sie einen gemeinsamen Rahmen für die weitere kulturpolitische Zusammenarbeit im Bereich Künstlicher Intelligenz hin zu einer Strategie „Kultur & KI“. Ziel ist es, den Kultursektor zu einem gestaltenden Akteur im KI-Zeitalter zu machen, die Chancen der KI für Kunst und Kultur aktiv zu nutzen und mögliche Risiken zu erkennen sowie gezielt zu steuern.

Die Fortschrittsagenda soll entsprechend der dynamischen Entwicklung von KI laufend weiterentwickelt werden. Dafür wollen Bund und Länder ihre Erfahrungen und ihr Wissen über den Einsatz von KI in Kunst und Kultur bündeln.

Im ersten Schritt haben Bund und Länder ein gemeinsames Zielbild für Kultur und KI beschlossen und sechs besonders relevante Handlungsfelder für die Zusammenarbeit festgelegt. Diese umfassen die Stärkung der KI-Kompetenz von Kultureinrichtungen und Kreativen, deren Befähigung zum rechtskonformen Einsatz von KI, die Schaffung von Rahmenbedingungen für Innovation und Forschung im Kulturbereich und im Film, die Erschließung von Kulturdaten als strategische KI-Infrastruktur, den Einsatz von KI in der Förderverwaltung sowie die Förderung von gesellschaftlicher Teilhabe.

Drei Leitprinzipien sollen dabei allen gemeinsamen Aktivitäten zugrunde liegen. Erstens gilt es, KI verantwortungsbewusst und transparent einzusetzen. Gleichzeitig brauchen Kunst und Kultur Schutz, verlässliche Rahmenbedingungen und einen klaren Rechtsrahmen unter Stärkung des Urheberrechts. Zweitens sollen Kreative, Institutionen und Verwaltungen befähigt werden, die Chancen von KI aktiv zu nutzen und Innovationen zu erproben. Drittens soll der Kulturbereich zur Entwicklung souveräner KI-Lösungen beitragen und die kulturelle Repräsentation sichern. . Damit schaffen Bund und Länder Orientierung und bleiben gleichzeitig flexibel im Umgang mit der sich dynamisch entwickelnden Technologie

Staatsminister für Kultur und Medien, Wolfram Weimer, betont: „Wenn KI die Diskussion um die Echtheit des Gemäldes ‚Mann mit dem Goldhelm‘ neu belebt, oder wenn jeder Einzelne heute dank KI die Möglichkeit hat, seiner kreativen Idee künstlerischen Ausdruck zu verleihen, dann zeigt sich, welches Potential KI für den Kultursektor hat – auch wenn uns die Herausforderungen und Risiken gleichzeitig deutlich bewusst sind. Genau deshalb müssen Bund und Länder Kunst und Kultur jetzt gemeinsam in eine gestaltende Rolle bringen. Zeiten exponentieller technologischer Veränderung erfordern einen gemeinsamen Kompass und den Mut, trotz großer Unsicherheit kreativ zu handeln. Wir laden den Kultursektor ein, dies mit uns gemeinsam zu tun.“

Der Präsident der Kulturministerkonferenz, Sven Teuber, Minister für Kommunen, Bauen, Wohnen und Kultur des Landes Rheinland-Pfalz, erklärt: „Hinter jeder Debatte über Künstliche Intelligenz stehen Menschen. Die Musikerin, die sich fragt, ob ihre Stimme morgen noch ihr gehört. Der Übersetzer, dem die Aufträge wegbrechen. Das kleine Theater, das neugierig ist, aber weder Zeit noch Geld für Experimente hat. Diese Sorgen und diese Neugier nehmen wir gleichermaßen ernst. KI soll Kreativität erweitern, nicht enteignen. Wer kreativ arbeitet, muss davon auch im KI-Zeitalter leben können. Dafür setzen sich die Länder ein, mit einem starken Urheberrecht und mit dem Anspruch, dass nicht nur die großen Häuser profitieren, sondern auch die Bibliothek im ländlichen Raum und die Kulturinitiative vor Ort. Die Fortschrittsagenda gestalten wir deshalb nicht über die Köpfe der Kulturschaffenden hinweg, sondern mit ihnen."

Bis 2027 sollen die sechs Handlungsfelder mit konkreten Maßnahmen, Zielen und überprüfbaren Ergebnissen unterlegt und die ausgearbeitete „Fortschrittsagenda Kultur + KI“ verabschiedet werden. Dafür wird erhoben, welche Projekte und Initiativen in Deutschland bereits erfolgreich sind. Diese Beispiele sollen sichtbar gemacht werden und so möglichst vielen Kultureinrichtungen und Kreativen zugutekommen. Ein zentrales Element ist auch eine breite Befragung von Kulturverbänden, Institutionen, der Wissenschaft und auch von Technologiefirmen. Sie alle sind eingeladen, sich auf Basis des Eckpunktepapiers mit Anmerkungen, Vorschlägen und eigenen Perspektiven einzubringen.

Das Eckpunktepapier „Fortschrittsagenda Kultur + KI“ kann unter folgendem Link abgerufen werden: kulturstaatsminister.de/25-kulturpolitisches-spitzengespraech

Eckpunktepapier „Fortschrittsagenda Kultur + KI“

Zusammengefasst und kommentiert von Olaf Zimmermann im Gespräch mit Charlotte Oelschlegel am 15. Oktober 2026, ab 23:34 Uhr, in der Sendung "Fazit" im Deutschlandfunk Kultur: „Fortschrittsagenda Kultur und KI“: Haben Bund und Länder einen Plan?

"Fortschrittsagenda Kultur und KI": Haben Bund und Länder einen Plan?

Frage, (wie) kann man jetzt den "Weimatar" zum Thema "KI" befragen? Um dort Sätze zu hören wie [1]:

„Künstliche Intelligenz darf nicht zu einer globalen Monokultur führen. Unser Treffen hat gezeigt, wie groß die Bereitschaft ist, die kulturelle und technologische Zusammenarbeit der deutschsprachigen Länder weiter zu vertiefen.“

„Wir treten ein für die Freiheit der Kunst und die kulturelle Vielfalt und stärken die originäre Schaffenskraft von Kreativen. Wir wollen dafür gemeinsam daran arbeiten, unsere Sprache und unser Kulturerbe auch im digitalen Zeitalter sichtbar zu halten und die Chancen neuer Technologien – gerade auch der Künstlichen Intelligenz – für den Kulturbereich aktiv zu nutzen.“


[1] Aus der Pressemitteilung vom Dienstag, den 10. März 2026: Mehr Zusammenarbeit im Kulturbereich und bei Künstlicher Intelligenz.