Zukunftsdialog der ARD, Tag 3

VON Dr. Wolf SiegertZUM Mittwoch Letzte Bearbeitung: 30. Juni 2021 um 11 Uhr 14 Minutenzum Post-Scriptum

 

Es geht los

Am späten Montagnachmittag, dem 31. Mai 2021, wurde erstmals die Seite https://www.ard-zukunftsdialog.de/ geöffnet.

Das Regelwerk

Bevor man selber einen Beitrag einstellen will, ist es notwendig, sich zu registrieren und eine Reihe von Dialogregeln [1]

zu akzeptieren. Da diese Seite - wie zu hören ist - nur für vier Wochen online geschaltet sein wird, werden wir uns die Mühe machen, auch die Rahmenbedingungen für dieses Engagement in den Anmerkungen mit zu dokumentieren.

Dabei spielen folgende Hinweise ein Rolle:

Schreibe stets klar und eindeutig was Du meinst. Je kürzer und prägnanter

Da die eigenen Beiträge zum Teil umfangreicher sein werden, werden ihnen auf dieser Plattform jeweils eigene Seiten zugewiesen und dann davon jeweils nur der Link eingestellt.

... versuche nicht Diskussionen durch massenhafte oder überlange Beiträge zu dominieren.

Ja, gut und schön: Aber wenn man etwas zu sagen hat, das einem wichtig ist, dann sollte dies hier auch möglich sein.

Sie registrieren sich mit ihrem Klarnamen und ihrer dienstlichen E-Mailadresse,

Der letzte - wenn auch spektakuläre - Beitrag für eine ARD-Rundfunkanstalt liegt fünfzehn Jahre zurück: Mit einer erstmalig realisierten Liveschalte auf dem Flug LH 456 von Frankfurt/Main nach Los Angeles: Radio Eins bringt’s. Daher wird die Anmeldung im eigenen Namen und der beruflich gebundenen Mailadresse erfolgen.

Fehler und Missverständnisse sind menschlich und können auch der Moderation unterlaufen. Bitte habe dafür Verständnis und zögere nicht, uns in diesen Fällen anzusprechen.

Sehr gut. Aber letztendlich sollen mit diesen eigenen Beiträgen nicht die ModeratorInnen, sondern die - jetzt und in Zukunft - Verantwortlichen in den Rundfunkanstalten erreicht werden.

Die Live-Diskussionen

Es gibt offensichtlich sogenannte "ARD-Themenpat:innen", mit denen laut Ankündigung direkte Gespräche ab 20 Uhr möglich sind.
Am 9. Juni, am 16. Juni und am 23. Juni2021.

Eine persönliche Teilnahme wird nur an dem letzten dieser drei Termine möglich sein. Da alle Teilnehmend nur per "Du" angesprochen werden, müssen sich die AnsprechpartnerInnen darauf gefasst machen, dass auch sie im Verlauf dieser Gespräche alle per "Du" angesprochen werden - oder?

Die Anmeldung

Nachdem alles ausführlich studiert und darüber sinniert wurde, ist klar, dass Beiträge dieser Art einmal mehr kaum eine Chance haben, nicht nur ’gehört’, sondern auch bedacht zu werden.

Dennoch kommt es nun zum Schwur und zur Online-Ameldung.

Die Antwort lautet:

LupusDigit,

vielen Dank für die Registrierung auf ARD-Zukunftsdialog. Sie können sich jetzt mit einem Klick auf den folgenden Link anmelden oder diesen alternativ in Ihren Browser kopieren:

Und plötzlich ist die Ansprache in der dritten Person singular: verstehe das, wer will...

Der erste Beitrag

Ist überschrieben mit "Zum Ende des ersten Tages..." und lautet:

... möchte ich zunächst nur dokumentieren, was mich an der Vorbereitung dieses Dialoges bisher beschäftigt hat.
Und zwar Online auf meiner Plattform "DaybyDay ISSN 1860-2967":
https://www.daybyday.press/article7465.html

Die Funktion: "Benachrichtigung via E-Mail, wenn die Idee kommentiert wird" wird aktiviert.

Es folgt im Gegenzug die Mitteilung:

Vielen Dank für Deine Idee. Dein Beitrag ist außerhalb unserer Moderationszeiten eingegangen (Mo-Fr: 8.30-21 Uhr, Sa+So: bis 9-20 Uhr). Wir werden diesen am Folgetag veröffentlichen.

Endlich Transparenz

Beim weiteren Durchzusuchen der am 31. Mai 2021 freigeschalteten Seite finden sich in dem Abschnitt Aktuellesauch all jene Informationen, die weder die ARD- noch die WDR-Pressestelle bereit oder in der Lage war, zuvor bereitzustellen. Insbesondere:

 Die ARD auf der re:publica: Panel zum Zukunftsdialog [2]

 ARD-Zukunftsdialog. Der Podcast. >

Mediathek und funk - wo die Reise hingeht

Eindrücke und Ergebnisse aus der virtuellen Auftaktkonferenz [3]

An der virtuellen Auftaktkonferenz am 8. Mai 2021 nahmen rund 140 Bürger:innen teil. In dem virtuellen Workshop diskutierten sie über ihre Zukunftserwartungen an den Senderverbund. Mit dabei auch: ARD-Vorsitzender Tom Buhrow und 34 weitere Vertreter:innen aus den Landesrundfunkanstalten und Gemeinschaftseinrichtungen der ARD. Die nach Ansicht der Bürger:innen wichtigsten Themen sind Grundlage für diese Dialogplattform.

P.S.

Ein Nachfolgebeitrag zu diesem Thema wurde am 28. Juni 2021 veröffentlicht:
ARD inside... sich den Wolf holen :-).

Anmerkungen

[1

Auf diesem Beteiligungsportal kannst Du Vorschläge und Ideen einbringen. Eine Vorauswahl der Beiträge durch die Moderation findet nicht statt. An Werktagen werden Ideen, die nach 22 Uhr eingereicht werden, erst am Folgetag veröffentlicht. An Wochenenden und Feiertagen werden Ideen, die nach 20 Uhr eingereicht werden, erst am Folgetag veröffentlicht.

Um einen konstruktiven und fruchtbaren Austausch für alle Teilnehmer:innen sicherzustellen, gelten die nachfolgenden Dialogregeln. Bei Verstößen gegen die Regeln kann die Moderation die Veröffentlichung einzelner Beiträge zurücknehmen oder bei wiederholter Verletzung der Dialogregeln einzelne Nutzer:innen sperren.

1. Sachlichkeit, Wahrhaftigkeit und Respekt

Formuliere Deine Beiträge sachlich, wahrhaftig und respektvoll. Vertraue auf die Kraft Deiner Argumente und behaupte nichts Unwahres. Respektiere die Meinung der anderen Teilnehmer:innen, auch wenn Du in der Sache unterschiedlicher Auffassung bist.

Beleidigungen, Bedrohungen, Schimpfwörter, rassistische, sexistische oder pornographische sowie andere strafrechtlich relevante Äußerungen sind nicht erlaubt. Beiträge und Kommentare, die solche Äußerungen beinhalten werden nicht freigeschaltet. Hass und Hetze sind Straftaten. Wir behalten uns grundsätzlich vor, Anzeige zu erstatten, wenn ein Straftatbestand erfüllt ist.

Kommentare, die automatisch/maschinell generiert wurden (insb. Bots), können entfernt bzw. deren Absender:innen blockiert werden.

2. Klare und eindeutige Sprache

Schreibe stets klar und eindeutig was Du meinst. Je kürzer und prägnanter Du Deine Beiträge fasst, umso mehr Menschen werden sie lesen. Um Missverständnisse zu vermeiden, verzichte auf doppeldeutige Aussagen, Ironie, Sarkasmus oder anderen Formen „versteckten“ Humors.

3. Themenbezug

Online-Dialoge sind kein Selbstzweck, sondern sollen eine zielorientierte Diskussion zur Sache ermöglichen. Verzichte daher bitte auf themenfremde Beiträge.

4. Keine Vielschreiberei

Führe keine Monologe. Lasse andere Teilnehmende zu Wort kommen und versuche nicht Diskussionen durch massenhafte oder überlange Beiträge zu dominieren. Stelle keine gleichen oder ähnlichen Vorschläge oder Fragen mehrfach ein.

5. Registrierung

Wenn Du Dich erstmalig anmeldest, wähle bitte keinen anstößigen oder missverständlichen Nutzernamen und täusche nicht vor eine andere Person zu sein. Mehrfache Registrierungen einer einzelnen Person sind nicht zulässig und können zur Sperrung aller zu diesem Zweck angelegten Accounts führen. Angelegte Accounts mit einer nicht (mehr) erreichbaren E-Mail-Adresse können durch die Moderation gesperrt werden.

6. Teilnahme von Mitarbeiter:innen der ARD

Mitarbeiter:innen der ARD können sich in ihrer Rolle als Beitragszahler:innen des öffentlich rechtlichen Rundfunks am Online-Dialog beteiligen unter der Bedingung, dass sie sich als Mitarbeiter:innen erkennbar machen. Dabei werden sie gebeten folgendes zu beachten:

Sie registrieren sich mit ihrem Klarnamen und ihrer dienstlichen E-Mailadresse,
Sie verwenden in ihren Ideen und Kommentaren einleitend folgenden Passus, um sich als ARD-Mitarbeiter:in für die anderen Dialog-Teilnehmer:innen zu erkennen zu geben: „Ich arbeite bei [Name LRA]“. Werden die beiden Bedingungen nicht vollständig erfüllt, werden die Beiträge dieser Personen nicht auf der Plattform veröffentlicht.

7. Persönliche Daten

Veröffentliche keine personenbezogenen Daten – weder von Dir selbst noch von anderen. Gehe in Deinem eigenen Interesse achtsam mit Angaben wie E-Mail-Adresse, Postanschrift oder weiteren Kontaktdaten um.

8. Quellen, Links und Werbung

Wenn Du (auch nur sinngemäß) zitierst, gib soweit möglich eine Quelle an, damit andere Ihre Aussage im Original nachvollziehen können. Das Setzen von Links auf andere Internetseiten kann hilfreich sein, allerdings gelten auch für verlinkte Seiten unsere Dialogregeln (insbesondere Regel 1). Werbung für kommerzielle Produkte, Dienstleistungen und private Internetseiten ohne erkennbaren Bezug zum Thema ist nicht zulässig. Wahl- und Parteienwerbung sowie Aufrufe zu Demonstrationen, Kampagnen und Petitionen sind ebenfalls nicht gestattet.

9. Lizenz und Urheberrecht

Alle von den Teilnehmenden eingestellten Inhalte stehen unter der CC by-Lizenz. Das heißt, alle Beiträge dürfen unter Nennung des (Nutzer-)Namens des Autors, sowie der URL der jeweiligen Seite auf dieser Plattform unentgeltlich weiter verwendet werden. Inhalte, zu deren Verwendung die Teilnehmenden im Rahmen dieses Online-Dialogs nicht berechtigt sind, dürfen nicht eingespeist werden. Die Teilnehmenden müssen selber prüfen, ob diese Berechtigung vorliegt.

10. Gültigkeit der Regeln

Die vorstehenden Regeln gelten im Regelfall für den gesamten Online-Dialog. Die Moderation behält sich allerdings vor, in begründeten Ausnahmesituationen die vorstehenden Regeln abzuändern oder zu ergänzen. Solche Änderungen der Dialogregeln werden jedoch auf dieser Plattform bekannt gegeben und begründet. Die Dialogregeln gelten stets für alle Teilnehmer:innen in gleicher Weise.

11. Kritik an den Dialogregeln

Wende Dich bei Anregungen und Kommentare zu dem Verfahren, den Dialogregeln und der Moderation an die Moderation: Moderation-ard-zukunftsdialog@zebralog.de

So moderieren wir

Bei der Moderation von Online-Dialogen werden eine Reihe von Grundsätzen befolgt. Diese findest Du nachfolgend zusammengefasst.

1. Selbstverständnis der Moderation

Die Moderation ist neutral! Sie ist allein der Herstellung und Sicherung eines konstruktiven Dialogs verpflichtet und vertritt keine eigene inhaltliche Position bezüglich des Themas des Online-Dialogs.

2. Information der Teilnehmenden

Soweit möglich informiert die Moderation die betreffenden Teilnehmenden, falls ein Beitrag nicht veröffentlicht bzw. nachträglich ausgeblendet wird. Die Entscheidung wird begründet und der Verfasserin oder dem Verfasser die Möglichkeit zur Überarbeitung des Beitrags gegeben. Der Sperrung von Teilnehmenden geht eine Verwarnung mit Begründung voraus.

3. Änderungen von Inhalten

Wenn die Moderation einen Beitrag ändert, wird dies kenntlich gemacht. Wenn möglich, bittet die Moderation die Teilnehmenden darum, den Beitrag selbsttätig zu ändern und anschließend erneut einzustellen.

4. Zuordnung von Beiträgen und Verschlagwortung

Wenn Beiträge im Online-Dialog einer Kategorie zugeordnet oder verschlagwortet werden, kann die Moderation diese in Einzelfällen abändern, z.B. wenn Beiträge offensichtlich fehlerhaft zugeordnet wurden oder ein Schlagwort Rechtschreibfehler enthält.

5. Moderator:innen sind Menschen

Fehler und Missverständnisse sind menschlich und können auch der Moderation unterlaufen. Bitte habe dafür Verständnis und zögere nicht, uns in diesen Fällen anzusprechen.

Ihre Hauptansprechpartnerinnen der Moderation sind:

Valérie Bennett und Anne Gottwald

Moderation-ard-zukunftsdialog@zebralog.de

Die hier dargestellten Dialogregeln stehen unter CC by-Lizenz; Urheber ist die Zebralog GmbH.

[2

Im Jahrzehnt der digitalen Transformation geht es für die ARD um zentrale Zukunftsfragen. Im Mittelpunkt der Diskussion "ARD Zukunftsdialog - auf dem Weg zu 80 Mio. Programmchef*innen" mit Vanessa Wormer, Leiterin des Innovationslabors "SWR X Lab" im SWR und Tom Buhrow, ARD-Vorsitzender, steht die Frage, was Nutzer*innen von einem öffentlich-rechtlichen Rundfunk in Zukunft erwarten. Die beiden zeichnen Zukunftsbilder für eine ARD, die ihr Angebot auf den Nutzen für die Menschen im Land ausrichtet. Tom Buhrow gibt Einblicke, welche Prozesse die ARD derzeit anstößt, um diese Zukunftsbilder Realität werden zu lassen. Vanesssa Wormer teilt Insights aus der Arbeit im Innovationslabor und erzählt, wie sie und ihre Kolleg*innen vorgehen, um die Lebenswelt der Nutzer*innen zu verstehen und möglichst viel über die Bedürfnisse der Menschen zu erfahren. Für die Zukunft der ARD spielt auch der ARD-Zukunftsdialog als breit angelegter Beteiligungsprozess eine Rolle. Tom Buhrow gibt einen Überblick, wie sich jeder an der Gestaltung der ARD beteiligen kann.

[3

Am 8. Mai 2021 nahmen knapp 140 per Losverfahren ausgewählte Bürger:innen an der virtuellen Auftaktkonferenz des ARD-Zukunftsdialogs teil. In einer Videokonferenz, die als ergebnisoffener Zukunfts-Dialog angelegt war, diskutierten sie miteinander und mit 35 ARD-Vertreter:innen. In einer dreistufigen Abfolge aus Plenum, Kleingruppendiskussionen und Votings diskutierten und bewerteten die Bürger:innen zunächst ihre aktuellen Wahrnehmungen der ARD. In der zweiten Runde ging es um ihre Wünsche und Erwartungen für die Zukunft und in der Abschlussrunde um die ganz konkreten Themen, die die ARD ihrer Meinung nach in der in Zukunft anpacken sollte.

Dabei kristallisierten sich folgende Themenkomplexe heraus: Wissen und Bildung, Meinungsvielfalt, Diversität, Angebote für Jugendliche und junge Erwachsene, Digitales, regionale und internationale Berichterstattung, Journalismus mit positivem Fokus, Programmangebote sowie Qualität und Kommunikation.

Diese nach Ansicht der Bürger:innen wichtigsten Themenkomplexe sind die Grundlage für die Dialogplattform ard-zukunftsdialog.de und spiegeln sich in den sechs Themenräumen „Generation Zukunft“, „Menschen und Meinungen“, „Wissen und Hintergründe“, „Region und Lebensgefühl“, „Programmideen“, „Mediathek und Audiothek“ wider. Der siebte Themenraum „Das beschäftigt mich außerdem…“ soll allen am Online-Dialog Teilnehmenden die Möglichkeit geben, Themen anzusprechen, die ihnen wichtig, ihrer Meinung nach in den anderen Themenräumen aber nicht berücksichtigt werden.


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