Preview: Diese 21 Jahre sind genug

VON Dr. Wolf SiegertZUM Mittwoch Letzte Bearbeitung: 16. August 2025 um 16h10minzum Post-Scriptum

 

Das Ende von "DaybyDay ISSN 1860-2967": Nein.
Aber in seiner chronologischen Zeitenabfolge: Ja.
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Liebe Leserinnen, liebe Leser.

Ganz gleich, ob Sie einem Beitrag wie diesem seit nunmehr 21 Jahren gefolgt sind, oder erst in diesem letzten Jahr Ihr Interesse an dieser Publikation gefunden haben: Heute die Nachricht, dass dies der letzte Beitrag ist, der sich an einer chronologischen Anordnung an Tagesereignissen orientiert, die bisher den Ausschlag für die Kommentierungen des Tages gegeben haben.

Am 28. Juli des Jahres 2025 wurde nach langen Überlegungen und vielen Gesprächen die Entscheidung getroffen, mit Ende dieses Jahres zwar (noch) nicht diese Publikation einzustellen, wohl aber davon Abstand zu nehmen, die Beiträge jeweils an dem Thema auszurichten, das als das jeweils persönlich dominierende des Tages empfunden wurde.

Ja, empfunden. Denn die Entscheidung für die jeweilige Bedeutung des Themas war immer auch subjektiv, auch wenn sich die sich daran anschließende Darstellung immer an den journalistischen Verpflichtungen der wahrheitsgetreuen Darstellung orientiert hat.

Dafür steht als pars pro toto ein Beitrag, in dem untersucht wurde, wie oft in all den Jahren das Wörtchen "ich" Eingang in den Texten gefunden hat. Grob gesagt ist es dazu in all dieser Zeit nicht viel öfter als einmal pro Jahr gekommen [1].

Andererseits ist in den Texten durchaus hin und wieder immer wieder mal auch erkennbar gewesen, welcher Art die persönliche Motivation war, um sich diesem Thema zuzuwenden und es einem größeren Publikum nahezubringen.

Auch wenn jetzt gesagt werden kann, dass trotz Verzicht auf SEO und andere Maßnahmen dieser Art ein täglicher Zugriff im vier- bis fünfstelligen Bereich erreicht wurde, wurde in all diesen Jahren nie nach einer besonderen Optimierung der Anzahl des Publikums geschielt.

Dabei mag es durchaus sein, dass das Bemühen um Authentizität mit dazu beigetragen hat, dass sich über die Jahre hinweg eine solch hohe Zahl an Leserinnen und Lesern eingefunden hat. Und da Sie alle heute gibt, wird ab Ende dieses Jahres diese Plattform auch nicht abgeschaltet werden. Aber es wird eine neue Schwerpunktsetzung geben, die sich nicht mehr am Chronologischen, sondern am Thematischen orientieren wird.

Diese thematischen Herausforderungen sind im wesentlichen durch drei noch anstehende Publikationsprojekte determiniert.

Bei der aufmerksamen Lektüre der letzten Jahre ist wohl schon deutlich geworden, dass es immer schon darum ging, ein Buchprojekt auf die Beine zu stellen, in dem es um die Frage nach den Herausforderungen geht, die uns nach der Digitalisierung beschäftigen werden.

Hinzu kommen zwei Textkonvolute aus einem eher familiären Zusammenhang. Das sind zum einen die Aufzeichnungen des Grossvaters aus der Zeit des Ersten Weltkrieges und zum anderen die Aufzeichnungen der Mutter und Organistin über die Bewältigung der Aufgaben, die sich bei der Erfüllung ihres Berufes und ihres Lebens gestellt haben.

Und es wird darum gehen, IKT-technisch die eigenen Seiten und Produktionen so aufzubereiten und zu sichern, dass sie auch noch über den eigenen Lebenszyklus hinaus Bestand haben könn(t)en. Das sind die auf der Seite https://iris.berlin/ zusammengefassten Arbeitsergebnisse einerseits und die zur Person https://siegert.berlin/ andererseits. Zu guter Letzt geht es um die Sammlung der "Deukus“, die immer noch auf einem ehemaligen twitter-Account carpecarmen beheimatet sind und dringend auf eine eigene selbstverwaltete und selbstverantwortete Plattform umzuziehen sind.

All diesen Aufgaben eine ausreichende Acht zu schenken, ist mindestens ebenso bedeutsam wie die abschließende Verfertigen des eigenen Buchprojektes. Aber all das kann nur erledigt werden, wenn dafür ausreichend Zeit zur Verfügung steht, Zeit, die bislang zur Verfertigung dieser alltäglichen Einträge investiert wurde.

Wir werden daher einerseits, diesen gesamten Zeitraum von diesen insgesamt gut 21 Jahren so dokumentieren, wie sie zu diesem Zeitpunkt online eingesehen und genutzt werden können.
Darüber hinaus wird dieses Konvolut in diesen Richtungen überarbeitet werden:

 Verbesserte Zugriffs- und Nutzungsmöglichkeiten: Von einer Erweiterung der thematischen Klusterung bis hin zur Verwendung von „intuitiven Algorithmen" – so werden wir „AI“ in der entgegengesetzten Richtung lesen und einsetzen

 Erweiterung der technischen Schnittstellen zur Bereitstellung des gesamten Konvolutes als ‚Gesamtwerk‘. Dieses geschieht bereits jetzt auf den Servern von Archive.org und anderen Einrichtungen. Aber immer - nach 25 Jahren (sic!) - noch nicht in den Lesesälen der Deutschen Nationalbibliothek

 Koppelung dieser Aufzeichnungen mit dem oben bereits erwähnten Kriegstagebuch des Grossvaters Wilhelm Siegert unter dem Arbeitstitel "Krieg und Frieden 2.0".

Derzeit noch nachgeordnet sind jene Anregungen und Anfragen, das Material für weitere Dokumentationen und Publikationen einerseits, aber auch für Wissenschaft und Forschung andererseits zur Verfügung zu stellen. Dennoch beeinflussen diese bereits gegenwärtig die laufenden Bemühungen, die schon jetzt von einer Reihe von engagierten und fachkundigen FreundInnen unterstützt werden. Ihnen - auch wenn an dieser Stelle aus Datenschutzgründen eine persönliche Ansprache unterbleibt - ein ebenso herzliches wie nachdrückliches "Danke!".

WS.

P.S.

Vielen Dank für die zahlreichen Reaktionen auf diesen Beitrag. Wie schon bisher wird es nicht möglich sein, diese alle an dieser Stelle zu zitieren. Aber allein auf den Titel gibt es schon alsbald viele Rückmeldungen wie diese hier:
 "Die Dreifaltigkeit der dreimal siebenjährlichen Textwunder"
 Das Kartenspiel "17 und 4"
 Der Verweis auf das Buch von Gerhard Holtz-Baumert: "Sieben und dreimal sieben Geschichten" (Kinderbuchverlag Berlin 1980).

Anmerkungen

[1Hier das Ergebnis einer Abfrage über die gesamte Zeit vom 15.12.2023 bis zum 18.03.2025:


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