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Der depublizierte Motzstrassen-Sonntagsfoto-Text
Sonntag 21. September 2025, von
DIESES FOTO :::>
:::> DAS HIER HICHT ERSCHEINT ...
... wurde nicht diesen Sonntag, sondern am Tag zuvor aufgenommen.
Es zeigt einen mittelalten Mercedes [1], der in voller Kenntnis der besonderen Umstände auf einem eindeutig gekennzeichneten Behindertenparkplatz abgestellt worden war.
Da bei der Anfahrt an diesen Ort eben dieser Platz besetzt war, gab es keine Alternative, als in dem eigenen Wagen und dem darin mitgeführten Rollstuhl zu warten, die Polizei zu benachrichtigen, weiterhin zu warten, die Polizei nochmals anzurufen, weiter zu warten ...
... bis die Eigentümer auftauchen, ihr Bedauern über ihr Fehlverhalten bekunden, in den Wagen einsteigen und den Platz freimachen.
Dass sie am Schabbat Auto fahren ist nicht das Problem, aber dass sie als Stammgäste eines benachbarten Lokals nicht einmal eine Mobiltelefonnummer hinter der Windschutzscheibe ihres Wagens angebracht haben: durchaus.
Die beiden Menschen, die sich so verhalten haben, sind in Stadt und Land für ihre Verdienste um die sichtbare Anerkennung des Leidens der jüdischen Menschen bekannt. Dass sie sich dadurch gewisse Privilegien zuschreiben, mag daher nachvollziehbar sein. Und dass auch sie sich in ihrem fortgeschrittenen Alter eines ihrem Ziel nahegelegenen Parkplatzes bemächtigen, mag nachvollziehbar sein. Aber sich dann nicht einmal in so weit zu outen, dass man sie mittels einer Telefonnummer anrufen und bitten kann, den Behindertenparkplatz zugunsten der betroffenen Person zu räumen, das geht nicht in Ordnung.
Prominenz: Ja. Privilegien: meinetwegen. Aber nicht, wenn sie zu publizitäts’würdigem’ Fehlverhalten (ver-)führen.
WS.
[1] der gerade einen neuen TÜV bekommen hat