BP: KI-Gegentrends

VON Dr. Wolf SiegertZUM Dienstag Letzte Bearbeitung: 14. März 2026 um 16h29minzum Post-Scriptum

 

Kommt das Ende von Social Media?
VON: Linus Lüring
BR24 Medien | 30.1.2026 | Ausstrahlung am 1.2.2026

Weniger private Posts, sinkende Interaktion, wachsende Unzufriedenheit - immer mehr Hinweise deuten darauf hin, dass soziale Medien an Bedeutung verlieren. Statt Austausch dominieren endlose Feeds, KI-generierte Inhalte und ein Medienkonsum, der eher an Durchscrollen als an Kommunikation erinnert. Die Frage: Hat Social Media den Höhepunkt überschritten? Dabei war der Anspruch einst ein anderer. Als Mark Zuckerberg Facebook aufbaute, sprach er davon, Menschen eine Stimme zu geben, sie zu vernetzen und Gemeinschaft zu ermöglichen. Heute wirkt dieses Versprechen weit entfernt von der Realität vieler Nutzerinnen und Nutzer. In BR24 Medien ordnet Linus Lüring diese Entwicklung gemeinsam mit der Medienwissenschaftlerin Alexandra Borchardt (Universität Oxford und TU München) und Christian Simon vom Media Lab Bayern ein. Sie sprechen über rückläufige Nutzung, "Binge-Media" statt Social Media, den Einfluss von KI - und darüber, ob Alternativen wie das Fediverse eine Antwort auf die aktuellen Probleme sein können. Shownotes: - Das Whitepaper von Media Lab Bayern und SWR "Kann das Fediverse eine Alternative zu den Social-Media-Monopolisten sein?": https://www.swr.de/unternehmen/innovation/whitepaper-fediverse-100.html - Analyse zu den Veränderungen in sozialen Medien von Alexandra Borchardt bei Medieninsider "Binge Media statt Social Media": https://medieninsider.com/kolumne-alexandra-borchardt-binge-media-social-media/26687/ (Bezahlinhalt) - Podcast "Hype Institut" von Christian Simon beim Media Lab Bayern: https://www.media-lab.de/de/podcasts/hype-institut/

Aus dieser Sendung werden wir zwei Zitate von Alexandra Borchardt herauslesen, in denen klar wird, worum es in Zukunft mehr denn je gehen könnte:

Über den KI-Gegentrend zur Authentizität
"Wir werden uns wieder mehr dem Menschlichen, dem Analogen zuwenden"

Dazu als Ergänzung dieser Eintrag vom "Institut für Digitale Resilienz" VOCER

Menschen statt Maschinen

Wie journalistische Produkte in ein paar Jahren aussehen werden, lässt sich nicht absehen. Zu groß sind die Veränderungen der Mediennutzung, die durch KI-Technologien bevorstehen. Klar ist aber: Journalismus braucht Erneuerung dringend wie noch nie.

Dabei reicht es nicht, mit der Adaption von KI-Technologien in den Medienprodukten auf die technologische Herausforderung zu antworten. Wir müssen ebenso hart daran arbeiten, dass Journalist:innen in der Gesellschaft für den Journalismus stehen – und nicht Maschinen.

P.S.

Dass diese in diesem Beitrag sich abzeichnende Entwicklung im weiteren Verlauf weiter an Fahrt aufnehmen wird, lässt sich auch an vielen anderen Beobachtungen festmachen - und ist zugleich nochmals deutlich abzugrenzen zu jenen Versuchen, aus nostalgischen Rückblicken und Schlimmerem das Wiederaufleben einer inzwischen vergangenen Zeit heraufzurufen und politisch wie ökonomisch nutzen zu wollen.

Dazu als pars pro toto diese beiden Zitate:

 Auf der Seite 47 des am 12. Januar 2025 auf dem 16. Bundesparteitag in Riesa einstimmig verabschiedeten AfD-Wahlprogramms lautet der erste Absatz zum Thema:
"Analoges Leben"

In einer zunehmend digitalisierten Welt müssen die Abwehrrechte der Bürger gegenüber dem Staat gestärkt werden. Die möglichst direkte und weitgehende Kontrolle und Verfügungsgewalt über die persönlichen Informationen, Eigentum und Vermögen sind essenziell für die grundgesetzlich fixierten Abwehrrechte des Bürgers gegenüber dem Staat und für das Gefühl, selbstbestimmt leben und sich frei ausdrücken zu können. Darum setzt sich die AfD für die Anerkennung des Rechts der Bürger auf ein analoges Leben außerhalb der digitalisierten Verwaltungs- und Alltagsabläufe als allgemeines Bürgerrecht ein und für den uneingeschränkten Erhalt des Bargeldes als gesetzliches Zahlungsmittel.

 In der wöchentlich aufgesuchten Physiotherapie-Praxis findet sich im Wartebereich u.a. diese Zeitschrift, von der hier dieses Cover fotografiert wurde:

Die Zeitschrift RETRO

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