* (80+): W.I.M.

VON Dr. Wolf SiegertZUM Donnerstag Letzte Bearbeitung: 14. August 2025 um 00h37minzum Post-Scriptum

 

Dieser Beitrag aus Anlass des 80. Geburtstages von Wilhelm Ernst Wenders ist einer von nunmehr gut und gerne fünfzig Beitägen auf dieser Plattform - so auch diesem vom 14. August 2015 - und nimmt Bezug auf den Bericht von der Eröffnung der Ausstellung Wenders In Motion: W.I.M. Die Kunst des Sehens in der Bundeskunsthalle Bonn ab dem 1. August 2025 - und wurde auch bereits an diesem Tag verfasst.

Hier als pars pro toto zwei Berichte, die am Tag der Ausstellungseröffnung erschienen waren:

 Ein Auszug aus der Deutschlandfunk-Sendung "Kultur heute" vom 1. August 2025, moderiert von Henning Hübert: Susanne Luerweg: „W.I.M. – Die Kunst des Sehens“: Große Ausstellung zu Wim Wenders 80. Geburtstag in der Bonner Bundeskunsthalle

 Ein Beitrag von Andrea Budke für die ZDF-heute-Nachrichten vom 1. August 2025

Und dennoch: So sehr einen dieser Tag freut - und all die Würdigungen, die aus diesem Anlass noch erscheinen - so seltsam kommt einem dieser Blick auf einen ’musealen’ Wenders vor.

So selten und eher flüchtig die Begegnungen mit ihm [1] auch gewesen sein mögen - zu gross war die Scheu gerade wegen einer deutlich empfundenen Nähe - sie waren in der Folge immer Anlass für etwas Neues, mental wie technisch.

Schauen wir doch nur auf diesen im ZDF-zitierten Filmausschnitt von dem im Schuss fallenden, aber nicht erschossenen Kameramann …

... zu dem auch die Google-Bildersuche keinen Zugang hat:

Oder auf eines der grandiosen Portraits, in denen die Verwendung der 3D-Technologie wahrlich Sinn gemacht - und gestiftet - hat: 2011: Pina [2], 2015: Every Thing Will be Fine  [3], 2016: The Beautyful Days Of Aranjues, 2023: Anselm ’93 [4], und in 2026 (?) der Zumthor Film [5], so der Arbeitstitel.

Oder auf den Vortrag im Rahmen der interdisziplinären Vorlesungsreihe an der LMU München in den Jahren 2002-2005: ICONIC TURN Das neue Bild der Welt
FELIX BURDA MEMORIAL LECTURES

 Auf der Suche nach Bildern, "Every Picture Tells a Story" - von ORTEN als AUTOREN - und von unserem digitalen Zeitalter

In dieser Zeit hatte Wim Wenders gleich diese zwei Musikfilme bis in die Kinos gebracht: 1999: Buena Vista Social Club mit Ry Cooder und Ibrahim Ferrer und 2003: The Soul of a Man u.a. mit Lou Reed und Marc Ribot (und Shemekia Copeland, Alvin Youngblood Hart, Garland Jeffreys, Chris Thomas King).

Im Rahmen einer Radiosendung vom 18. Oktober 2024 [6] ging es auch darum, daran zu erinnern, wie bereits zu Beginn der 90er Jahre im Rahmen der Arbeit an Until the End of the World...

Wim about the inventions of ’his’ Dr. Faber

...Wim erstmals mit digitaler Technik in Berührung kam...

Wim about the Future of Digital...

...in einem neuen digitalen High-Definition-Schneideraum von NHK, der gerade erst fertiggestellt und den Technikern in seiner Funktionsweise selbst noch gar nicht bekannt war:

Wim using the first NHK HD digital edit-suite with John Norton

2008 gab es die Möglichkeit, Wim Wenders selbst zu befragen:

Und - aus Anlass des heutigen Tages als virtuelles Geburtstagsgeschenk - die Zusammenstellung einiger Sätze zu den Themen "Liebe“ und "Sehen" des Herzchirurgen Reinhard Friedl aus der Sendung "Im Gespräch" vom 4. August 2025 mit Ulrike Timm:

Auszug aus: Kardiologe und Schiffsarzt Reinhard Friedl - Seefahrt als Herzensangelegenheit

P.S.

Zur Vervollständigung hier nochmals der eigene Bericht vom 1. August 2025:
 W.I.M. Wenders In (e-)Motion

Und der "Fazit"-Beitrag im Deutschlandfunk Kultur in der Nacht zu diesem Tag mit einem Gespräch von Gabi Wuttke mit dem Kameramann Franz Lustig vom 13. August 2025, ab 23:19 Uhr, in dem das bei Wendeers bis heute relevante Thema "3D" leider nicht angesprochen wurde: Mit der Kamera an seiner Seite: Zum 80. Geburtstag von Wim Wenders

Mit der Kamera an seiner Seite: Zum 80. Geburtstag von Wim Wenders

Anmerkungen

[1hier eine der kleinen realen Reminiszenzen, die immer noch an einer der Türgriffe hängen:

[2Dazu der Bericht vom 15. Februar 2011: Berlinale: Pinaballerina

[3Wim Wenders im Gespräch mit Susanne Burg im Deutschlandfunk Kultur vom 28. März 2015:

[...] dieses neue Medium kann auf eine andere Art auf den Grund schauen. Diesen beiden Augen entgeht nichts, die sehen deutlicher und klarer einem Menschen in die Seele. Und Menschen sind präsenter. Und ich habe mir gedacht, dass man mit dieser neuen Sprache halt auch die Innerlichkeit eines Mannes, der so nicht so viel sagt und erst dazu gebracht werden muss durch andere, sich zu öffnen, dass man das auch gut zeigen könnte.

[4Wim Wenders im Gespräch mit Kathrin Bohm-Berg im Nordkurier vom 3. Januar 2024:

Es gibt keine andere Bildsprache, in der die Menschen so sehr „da sein“ können, „dabei“ sein, „drin“ sein. Wie Sie schon sagen: Die Leinwand verschwindet. Man kann in einem 3D-Film so unendlich viel mehr sehen als sonst im Kino. Da ist nicht nur eine flache Leinwand, die Tiefe vorgibt, sondern eine Tiefe bis zum Horizont. Man könnte sagen: In 3D ist das Sehen zum Quadrat erhoben. Deswegen musste ich „Anselm“ in 3D machen: In Anselms Kunst gibt es einfach viel mehr zu sehen als sonst im Kino. Der Zuschauer macht in dem Film wirklich mehr eine Erfahrung, als dass er „nur“ einen Film sieht.

[5Drehstart für den neuen Dokumentarfilm in 3D über den Architekten Peter Zumthor

[...] Gedreht wird in 3D, denn „keine andere Kunst (neben dem Tanz) bedarf so deutlich der dritten Dimension wie die Architektur“, so Wenders.

[6"Pop up oder Classic cool? Wolf legt vor!. Stimmen und Töne von ante- bis post-digital"


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