Dr. Joseph Jebelli
the brain at rest
Wie wir durch Nichtstun unser Leben verbessern können
Tipps eines Neurowissenschaftlers gegen Überarbeitung und Burnout
Verlegt in der deutschen Übersetzung bei Piper seit dem 1. August 2025
Auszug aus einem Spiegel-Interview von Stefan Boes vom 1. August 2025:
Jebelli: Pausen am Arbeitsplatz sind eigentlich die wichtigste Zeit des Tages. Unabhängig davon, welche Tätigkeit man ausführt, erbringt man bessere Leistungen, wenn man zuvor eine Pause eingelegt hat. Es gibt faszinierende Studien, in denen zwei Gruppen von Menschen aus dem gleichen Berufsfeld verglichen wurden. Wenn man der einen Gruppe 20 bis 30 Minuten Pause gönnt, sie also auffordert, spazieren zu gehen oder sich einfach zu entspannen, während sich die andere Gruppe weiter mit dem Problem beschäftigt, dann schneidet die Pausengruppe am Ende immer besser ab. Ihr Gehirn konnte in dieser Zeit nämlich in den Leerlaufmodus schalten, was kognitive Prozesse im Hintergrund anregt.
In dem zu Beginn des eigenen Urlaubs geposteten Spiegel-Titel DIE URLAUBS FORMEL ist u.a. zu lesen:
»Pausen während der Arbeit sind extrem wichtig«, sagt der Psychologe Johannes Wendsche von der Bundesanstalt für Arbeitsschutz in Dresden. »Einfach mal zehn Minuten spazieren gehen. Oder auch ein paar Atemübungen oder Muskelentspannungstechniken machen.« Schon solche kurzen Momente könnten einen ähnlich starken Erholungseffekt erzielen wie eine Urlaubsreise: »Es ist faszinierend, wie schnell man in eine tiefe Entspannung kommt.«
Kann man das alles messen - vielleicht sogar auch technisch beeinflussen?
Die Idee, Elektroden am Kopf anzubringen und die Gehirnströme zu messen, ist wahrlich nicht neu. Mit solchen Messungen können schon heute Menschen mit allzu hohen Belastungen gewarnt und dazu angehalten werden, darauf mit Entspannungsübungen zu reagieren.
Aber ist auch eine Steuerung von aussen möglich und, falls ja, auch angezeigt? Schon heute werden Methoden der transkraniellen Magnetstimulation (TMS) eingesetzt, um Depressionen zu behandeln und angeblich auch, um auf diesem Wege RaucherInnen bei dem Bemühen um eine Entwöhnung zu unterstützen. .
[wird fortgesetzt]