„Heut‘ ist aber Sonntag u[nd] als guter Jude enthalte ich mich des täglichen Werkes u[nd] da weiß ich mir nichts besseres, als mich mit Ihnen zu unterhalten.“
Max Liebermann in einem Brief an den Kunsthistoriker Alfred Lichtwark am 3. August 1890
Wie gut, dass es 1879 schon die "Photographie" gab, und einen Fotografen, dessen Aufnahme aus der ersten internationalen Kunstausstellung in München das Bild von Max Liebermann, Der zwölfjährige Jesus im Tempel (1879) dokumentiert, als Ausfertigung einer ersten Skizze, eines Bildes, das dann in einer überarbeiteten Fassung 1884 in Paris erneut gezeigt wurde - und das nur fünf Jahre nach dem Ende des deutsch-französischen Krieges ...
Hier alle drei Fassungen, so wie sie in der Wikipedia samt Quellenverweisen zu finden sind:
Aus den vielen dazu vorliegenden Publikationen und Ausarbeitungen hat für die Reihe "Aus Religion und Gesellschaft" im Deutschlandfunk vom 15. Juli 2026 Astrid Nettling diesen hörenswerten Beitrag verfasst:
Maler Max Liebermann
Der Skandal um den zwölfjährigen Jesus im Tempel
Max Liebermanns Bild eines von Offenheit geprägten Gesprächs zwischen dem jungen Jesus und zeitgenössischen Rabbinern wurde 1879 scharf kritisiert. Der Vorwurf: Ein Jude vergreife sich an einem christlichen Thema und male einen „Juden-Jungen“.
Dazu passt der Beitrag von David Dambitsch, anmoderiert von Micha Guttmann am 7. August 2026 im Deutschlandfunk: Das jüdische Erbe der Familie Cassirer

